Coca-Cola-Flaschen in einem Kühlregal
Softgetränke wie Coca Cola sollten besteuert werden. Bildrechte: IMAGO

Verbraucherschutz Foodwatch fordert Limo-Steuer

Der Zuckergehalt in Softgetränken sollte nach Ansicht von Foodwatch besteuert werden. Die Verbraucherschutzorganisation regte am Mittwoch eine Abgabe nach dem Vorbild Großbritanniens an. Dort müssen Hersteller seit April eine Abgabe für besonders süße Getränke zahlen.

Coca-Cola-Flaschen in einem Kühlregal
Softgetränke wie Coca Cola sollten besteuert werden. Bildrechte: IMAGO

In Deutschland nehmen Verbraucher über Erfrischungsgetränke mehr Zucker zu sich als über Süßigkeiten. Das teilte Foodwatch mit und bezog sich dabei auf neue Zahlen des Forschungsinstituts "Euromonitor International". Demnach konsumierte jeder Deutsche im Jahr 2016 täglich im Durchschnitt 26 Gramm Zucker über Getränke wie Cola, Limo, Eistee, Schorle oder Energy Drinks. Das entspreche pro Jahr 9,5 Kilogramm. Bei Süßigkeiten waren es 18 Gramm täglich beziehungsweise rund 6,5 Kilogramm und Jahr.

WHO empfiehlt maximal 25 Gramm

Junges Mädchen, (13 Jahre alt) trinkt einen Energydrink.
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker über Getränke liegt bei täglich 26 Gramm. Bildrechte: IMAGO

Im europaweiten Vergleich sind die Deutschen damit auf Rang drei: Nur in den Niederlanden und der Slowakei wird noch mehr Zucker über Softgetränke aufgenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält bei Kindern maximal 25 Gramm Zucker täglich für unbedenklich. Wer diese Grenze dauerhaft überschreitet, riskiere Übergewicht, Diabetes und andere gesundheitliche Schäden.

Foodwatch forderte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zum Handeln auf. Konkret forderte die Verbraucherschutzorganisation, eine "Limo-Steuer" einzuführen. Sie sollte sowohl für Zucker als auch für Süßstoffe gelten. In Großbritannien, wo eine solche Steuer bereits seit fünf Monaten erhoben wird, sei zurzeit ein "wahrer Zuckersturz im Getränkeregal" zu beobachten, erklärte Foodwatch.

Das britische Finanzministerium verlangt von Getränkeherstellern eine geringe Abgabe, wenn in 100 Millilitern mehr als fünf Gramm Zucker enthalten sind. Eine höhere Abgabe wird bei mehr als acht Gramm fällig. In Deutschland lehnt Bundesernährungsministerin Klöckner eine derartige Steuer bislang ab.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. September 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2018, 10:57 Uhr

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1 Kommentar

26.09.2018 16:41 Querdenker 1

siehe „mdr Coca-Cola verringert Zuckergehalt in Großbritannien“
Zitat: „Foodwatch kritisierte allerdings, dass viele Hersteller den Zucker durch Süßstoffe ersetzen würden.“

Druck auf die Hersteller ausüben, damit die den Zucker reduzieren gut und schön, aber darauf kann ich dann allerdings auch verzichten! Ich finde der Bürger sollte die Wahl haben. Und Steuer hört sich nach einer zusätzlichen Einnahmequelle an. Betreibt lieber Aufklärung und einen Sport an der Schule, der den Namen auch verdient hat. Und Schulsportvereine sollten gefördert werden.

siehe „faz Ein Viertel des geplanten Sportunterrichts fällt aus“
Zitat: „Der Landessportbund warf den Schulen vor, den Schulsport oft stiefmütterlich zu behandeln und die dritte Pflichtstunde zur Bewegungsstunde auf dem Schulhof umzuwandeln. Das sei nicht der Sinn des Sportunterrichts.“

Außerdem sollten in größeren Betrieben Sportmöglichkeiten geschaffen werden.