Ein Mann telefoniert mit einem Smartphone
Die Kosten für Anrufe und Textnachrichten ins EU-Ausland sind nun gesetzlich gedeckelt. Bildrechte: dpa

Kosten gedeckelt Telefonverbindungen mit dem EU-Ausland werden günstiger

Telefonverbindungen mit dem EU-Ausland werden günstiger: Die Kosten für Anrufe und Textnachrichten sind ab Mittwoch gesetzlich gedeckelt. Verbraucherschützer raten dennoch, sich seinen Vertrag genau anzuschauen.

Ein Mann telefoniert mit einem Smartphone
Die Kosten für Anrufe und Textnachrichten ins EU-Ausland sind nun gesetzlich gedeckelt. Bildrechte: dpa

Worum geht es bei der Neuregelung?

Seit 2017 kann man im EU-Ausland zum selben Tarif telefonieren wie in seinem Heimatland. Das bedeutet, dass beispielsweise deutsche Verbraucher in Spanien für ein Telefonat nach Deutschland nichts extra zahlen müssen. Für Telefonate aus dem Heimatland ins EU-Ausland galt das aber bisher nicht. Laut Europäischem Verbraucherverband fielen in Deutschland zuletzt bis zu 1,99 Euro pro Minute für solche Auslandsgespräche per Handy an. Die nun in Kraft tretende Deckelung sieht vor, dass für ein Telefonat pro Minute maximal 19 Cent plus Mehrwertsteuer fällig werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gespräch aus dem Fest- oder Mobilnetz erfolgt. Eine SMS kostet dann maximal 6 Cent plus Mehrwertsteuer.

Welche Tarife sind betroffen?

Automatisch werden nur die nutzungsabhängigen Tarife zum 15. Mai umgestellt, also für Kunden, die pro Minute oder SMS bezahlen.

Wie ist die Lage bei Tarifen, die Drittländer umfassen?

Kunden mit speziellen Tarifen, die Drittländer wie die USA oder die Türkei umfassen, profitieren von den neuen Obergrenzen laut Bundesnetzagentur automatisch erst zum 15. Juli, können aber einen vorzeitigen Wechsel schriftlich veranlassen. Sie sollten aber vorher prüfen, ob ein Wechsel für sie überhaupt Vorteile bringt, denn dann könnten auch Telefonate in die Drittländer wieder deutlich teurer werden. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn der alte Tarif einen einheitlichen Minutenpreis für EU- und Drittlandgespräche beinhaltet. Falls die Betroffenen einen Verbleib im alten Vertrag wünschen, müssen sie das ihrem Anbieter ausdrücklich mitteilen. Sonst wird der Tarif automatisch umgestellt.

Was ändert sich bei Flatrate-Tarifen?

Flatrate-Tarife laufen unverändert weiter. Sie sind der Bundesnetzagentur zufolge nicht reguliert. Hier gelten laut Bundesverband der Verbraucherzentralen ab dem 15. Mai die neuen Tarife nur, wenn die beinhaltenden Gesprächsminuten und SMS-Pakete aufgebraucht sind. Ein Tarifwechsel ist möglich, muss aber vom Kunden veranlasst werden.

Können Geschäftskunden von den neuen Preisobergrenzen profitieren?

Nein, ihre Tarife werden nicht umgestellt.

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MDR AKTUELL Mi 15.05.2019 06:27Uhr 00:44 min

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2019 | 04:09 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 05:29 Uhr