50 Euro und 100 Euro Geldscheine in einem Briefumschlag
Geldsendungen sind in Standardbriefen nicht versichert. Bildrechte: imago/imagebroker

Verlust von Geldsendungen Erstattet mir die Post verlorenes Geld?

Es war ein Liebesbrief mit vielen Geldscheinen darin für den Verlobungsring, den unser Hörer zu seiner Freundin nach Kroatien geschickt hat. Doch der Brief kam nie an. Ist das Geld nun verloren oder kann man es bei der Post einfordern?

von Linda Schildbach, MDR AKTUELL

50 Euro und 100 Euro Geldscheine in einem Briefumschlag
Geldsendungen sind in Standardbriefen nicht versichert. Bildrechte: imago/imagebroker

Die Deutsche Post macht eindeutig klar: Mit ihr darf man keine Briefe ins Ausland schicken, die Geld enthalten. Durchleuchtet werden die Sendungen aber nicht.

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post trägt im Briefverteilzentrum eine Weste mit der Aufschrift Aufsicht
Auch im Briefverteilzentrum kann es zu Verlust von gesendetem Bargeld kommen. Bildrechte: dpa

"Es gilt immer noch das Briefgeheimnis und wir schauen natürlich nicht in die Briefe hinein, das dürfen wir nicht, das können wir nicht und generell weisen wir darauf hin, dass in ganz normalen Standardbriefsendungen kein Geld zu befördern ist," bekräftigt der Sprecher der Deutschen Post DHL Gruppe in Sachsen, Mattias Persson.

Rein rechtlich gesehen, sei es natürlich nicht verboten Geld per Brief ins Ausland zu schicken. Dennoch betont Persson, dass die Post keine Geldsendung per Brief anbiete. Eine Ausweichmöglichkeit wäre jedoch das Geld per Paket zu schicken. Denn mit DHL kann man in einem versicherten Paket bis zu 500 Euro in bar international verschicken.

Wertbriefe schützen innerhalb Deutschlands

Für die Deutsche Post sei es ganz einfach eine Abwägung von Haftung und Risiko, erklärt Dirk Daubenspeck von der Verbraucherzentrale Thüringen. Wer einfach so Geld per Brief ins Ausland schickt, kann Glück haben. Wenn nicht, bleibt man auf dem Schaden sitzen. Das sei sogar recht wahrscheinlich:

Das Problem an der Stelle ist natürlich, dass gerade bei Auslandssendungen der Brief durch viele Hände geht. Und da muss man sagen, dass auch immer Langfinger mit dabei sind, die auch wissen, wie sie von außen erkennen, dass die Chance relativ hoch ist, dass es sich im Brief um Bargeld handelt.

Dirk Daubenspeck Verbraucherzentrale Thüringen

Innerhalb von Deutschland kann man sich jedoch absichern und das Geld mit einem sogenannten Wertbrief National verschicken. Das hat auch den Vorteil, dass die Sendung verfolgbar ist und der Empfänger unterschreiben muss. Das ganze sei bei einem Aufpreis von 4,30 Euro aufs Briefporto möglich, erklärt Post Sprecher Persson: "Darin können Sie bis zu 100 Euro Bargeld einpacken."

Schadenersatz von der Post nur bei klarer Beweislage

Allerdings darf man nicht mehr als 100 Euro pro Tag in einem Brief versenden. Das Geld für den Verlobungsring, wie im Fall unseres Hörers, müsste dann also aufgeteilt an mehreren Tagen versendet werden. Der Vorteil: Sollte der Brief dann einmal nicht ankommen  hat man den Anspruch auf Schadensersatz. Dafür müsse man die Quittung vorzeigen und als Absender einen Nachforschungsauftrag stellen, erklärt Persson. "Das macht immer der Absender und dementsprechend geben Sie auch den Wert des Inhaltes an."

Den muss man allerdings stichfest nachweisen können. Nicht immer eine leichte Sache, sagt der Verbraucherschützer Dirk Daubenspeck: "Das ist in der Praxis leider häufig das Problem, woran auch die meisten Schadensersatzforderungen bei der Deutschen Post scheitern, dass der Versender von dem Brief einfach nicht mehr nachweisen kann, was wirklich drin war."

Der Jurist rät deshalb, bei wertvollen Sendungen besonders vorbeugend zu sein und das Geld zum Beispiel in Anwesenheit eines Zeugen einzupacken und zu verschicken oder Fotos zu machen und Rechnungen aufzuheben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 05:00 Uhr

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2 Kommentare

23.03.2019 18:23 Bob Rooney 2

Schon mal was von überweisung gehört? Man könnte ja auch einen scheck auf einen namen ausstellen. Aber dann könnte das finanzamt ja fragen stellen.... wer geld in einem brief verschickt ist es selber schuld. Vor allem ins ausland. Oder er hat was verbergen. Schwarzgeld ist halt schlecht zu überweisen.

23.03.2019 15:52 Gerd Müller 1

Ja, ich hatte ein Brief mit 100.000€ an meine Großmutter mütterlicherseits geschickt, der aber nie ankam.
Die Post hat mir aber die Summe ersetzt + 15% verlorengegangener Zinsen.
Nächste Woche will ich wieder Geld schicken. Mal sehen ob es dieses Mal klappt.