Tipp für Autofahrer So sparen Sie dank Corona bei der Kfz-Versicherung

Lydia Jakobi, Autorin und Reporterin
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

In der Coronakrise bleibt das Auto häufig in der Garage. Weil viele Menschen im Homeoffice sind, Reisen abgesagt haben und die Fahrt zum Sportplatz oder zur Orchesterprobe ausfällt. Damit stehen am Jahresende auch weniger Kilometer auf dem Tacho. Kfz-Halterinnen und -Halter können deshalb bei der Versicherung sparen.

Corona hat viele Pendler zu Dauerparkern gemacht. Weil sie kaum im Auto saßen, können Sie von ihrem Versicherer in günstigen Fällen 50 Euro oder sogar mehr zurückbekommen. Denn die Kfz-Versicherungsprämie wird unter anderem anhand der jährlichen Fahrleistung berechnet. Grob gesagt gilt das Prinzip: Wer weniger fährt, bezahlt auch weniger.

Bis zu zehn Prozent sparen

Das Ratgeberportal Finanztip hat bei 30 Kfz-Versicherern nachgefragt, was Autofahrer sparen können. Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen fasst das Ergebnis zusammen: "Also tatsächlich bekommt man, wenn man etwa 5.000 Kilometer weniger fährt, normalerweise rund zehn Prozent zurück. Das heißt, wenn man sonst 500 Euro bezahlt hat, würde man 50 Euro zurückbekommen. Wenn man eine teure Versicherung hat oder eine Schadensfreiheitsklasse, die sagt, ich muss 800 Euro bezahlen, dann können das auch 80 Euro sein."

Allerdings: Die Höhe der Versicherungsprämie hängt auch von anderen Faktoren ab: dem Alter der Fahrerin oder des Fahrers, dem Wagentyp und dem Zulassungsbezirk zum Beispiel. Die Versicherer berechnen den Beitrag auch nicht kilometergenau, sondern in mehreren Stufen, wie Beate Bextermöller von der Stiftung Warentest erläutert: "Zum Beispiel von 3.000 bis 6.000 Kilometer, mehr als 6.000 Kilometer bis 9.000 Kilometer und so weiter. Und wenn ich jetzt trotz weniger gefahrener Kilometer in meiner Gruppe bleibe, müsste mir der Versicherer nichts erstatten. Aber viele machen da auch viel über den Kulanzweg."

Erst wenn man deutlich weniger Kilometer gefahren ist, kann man relativ sicher mit einer Rückerstattung rechnen. In diesen Fällen sind die Versicherer auch bereit, Beiträge zurückzuzahlen. Das jedenfalls hat die Finanztip-Umfrage unter 30 Versicherern ergeben.

Tipps für Autofahrer und -fahrerinnen

Doch die Sache hat einen Haken: Viele machen das nicht rückwirkend. Sie reduzieren den Beitrag erst ab dem Zeitpunkt, zu dem man sich meldet. Finanztip-Chefredakteur Tenhagen: "Das ist natürlich irgendwie nicht nett, mindestens, um das mal so zu sagen. Weil da wäre die erste Corona-Welle nicht dabei und da sind ganz viele Leute, die weniger gefahren sind – entweder, weil sie im Homeoffice waren oder 5, 6 Millionen Leute sind in Kurzarbeit. Das heißt, die fahren weniger zur Arbeit und haben da weniger Kilometer gemacht."

So haben auf Nachfrage des Ratgeberportals Finanztip unter anderem die Versicherungen VAV, Nürnberger und Württembergische gesagt, dass sie die Prämien erst ab Meldedatum reduzieren würden. Was muss man nun aber tun, wenn man feststellt, dass man wegen Corona deutlich weniger Kilometer gefahren ist, als vorher geschätzt?

Beate Bextermöller von der Stiftung Warentest: "Anrufen oder eben Schreiben und sich das auch bestätigen lassen, dass es eingegangen ist und sich auch erkundigen, ob ein Nachlass gewährt wird und ob es verrechnet wird mit der nächsten Prämie oder ob es wirklich erstattet wird, sodass man dann auch merkt, ob das Geld wirklich eingegangen ist." Wie viele Kfz-Halter davon bereits Gebrauch gemacht haben, ist allerdings nicht bekannt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Oktober 2020 | 05:00 Uhr

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