Innovative Krebstherapien Mitteldeutsches Krebszentrum der Unikliniken Leipzig und Jena geplant

Mit neuen Behandlungsmethoden können Ärzte immer mehr Krebspatienten ein längeres Leben bereiten. In onkologischen Spitzenzentren werden individuell zugeschnittene Therapien angeboten. Ein neues Zentrum ist für 2021 in Mitteldeutschland geplant.

Junge Ärztin mit Patient in Kernspintomograf
Immuntherapie, Car-T-Zell-Therapie - neue, vielversprechende Behandlungsmethoden sollen Patienten helfen, bei denen die bisherigen Therapien nicht anschlagen. Bildrechte: IMAGO

Die Universitätskliniken Jena und Leipzig wollen gemeinsam ein spezialisiertes Krebszentrum für Mitteldeutschland gründen. "Die beiden Kliniken arbeiten sehr eng zusammen, um einen Antrag für so ein onkologisches Spitzenzentrum stellen zu können, der im nächsten Jahr eingereicht wird. Wir sind auf dem Weg, auch hier Ansprechpartner zu sein", sagte Prof. Andreas Hochhaus "Hauptsache Gesund" auf dem Deutschen Krebskongress, der derzeit in Berlin stattfindet. Hochhaus, der Direktor der Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie am Universitätsklinikum Jena, ist der diesjährige Kongresspräsident.

Bislang 13 Spitzenzentren in Deutschland

Prof. Andreas Hochhaus, Präsident des Deutschen Krebskongresses
Prof. Andreas Hochhaus Bildrechte: Anna Schroll/UKJ

Derzeit gibt es 13 spezialisierte Krebszentren in Deutschland. Das bislang einzige Spitzenzentrum in den neuen Bundesländern ist am Universitätsklinikum Dresden. Das dortige Krebszentrum existiert seit 2007 und war eines der ersten in Deutschland. Gefördert werden die onkologischen Spitzenzentren durch die Deutsche Krebshilfe.

Individuelle Therapien, wenn die Standardbehandlung nicht anschlägt

Ziel der Spitzenzentren ist, die Fortschritte bei den Behandlungsmöglichkeiten von Krebs zu bündeln und den Patienten individuell zugeschnittene Therapien auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bieten. Vor allem die Therapien, die noch nicht zur Standardversorgung gehören, sollen laut Hochhaus im geplanten Spitzenzentrum angeboten werden.

Immuntherapie und Car-T-Zellen: Neue Therapieformen

Zelltherapie 1 min
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Fr 06.12.2019 16:42Uhr 00:37 min

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Beim Deutschen Krebskongress werden auch neue Therapieformen besprochen, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die bisherigen Standardbehandlungen nicht anschlagen. Eine davon ist die Immuntherapie: "Das ist eine innovative Therapie, die bewirkt, dass über die Antikörper das körpereigene Immunsystem aktiviert wird und aktiv gegen den Tumor vorgehen kann. Wir beschäftigen uns sehr intensiv damit, bei welchen Krankheiten kann diese Therapie eingesetzt werden, in welcher Situation. Das hat begonnen beim Lungenkrebs, dann kam es zum Blasenkrebs, das haben wir gesehen, und jetzt wird es in immer mehr Indikationen eingesetzt", sagte Kongresspräsident Prof. Andreas Hochhaus. Eine andere, vielversprechende Therapie, ist die Behandlung mit Car-T-Zellen. Dabei werden Zellen des Krebspatienten in spezialisierten Laboren genetisch verändert, damit sie den Tumor spezifisch attackieren können. Sie wird derzeit vor allem bei Erkrankungen des Lymphsystems und bestimmten Formen der Leukämie eingesetzt, wenn die Standardtherapie nicht gewirkt hat.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 20. Februar 2020 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2020, 15:32 Uhr

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