getrocknete Wakame-Algen
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Meeresgewächse Algen für Gesundheit und Schönheit

Ob als Pulver, Kapsel oder getrocknet: Algen sollen verschiedenste Beschwerden lindern. Sie sollen bei Entzündungen, Rheuma, Arthrose oder Darmerkrankungen helfen und sogar Alzheimer vorbeugen können. Was ist da dran?

von Beate Splett

getrocknete Wakame-Algen
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In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden sie bereits seit Jahrtausenden eingesetzt, in Asien sind sie längst ein fester Bestandteil in der Küche und auch bei uns werden die Unterwassergewächse immer beliebter: Algen gelten als das Gemüse der Zukunft und als Hoffnungsträger in der Medizin. Kaum ein anderes Naturprodukt wird zurzeit so umfangreich erforscht.

getrocknete und zu dünnen Platten geformte Algen
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Die Meerespflanzen sollen chemische Substanzen enthalten, die unterschiedlichste Krankheitserreger bekämpfen und viele Beschwerden lindern können. In China werden Algen aufgrund ihrer blutdrucksenkenden und blutreinigenden Wirkungen als Heilmittel verwendet. Außerdem enthält das Meeresgemüse Stoffe, die gegen Bakterien, Viren und Pilzen wirksam sind. Über 400.000 Algenarten soll es weltweit geben, von denen nur circa ein Fünftel bisher bekannt ist. Etwa 150 Arten werden kommerziell genutzt.

Algen zum Essen

Chlorella ist eine Süßwasser-Alge. Ihr Name bedeutet so viel wie "junges Grün". Sie steckt voller Nährstoffe und wird deshalb häufig in Form von Tabletten oder Pulver als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Sie soll die Leber reinigen und das Immunsystem stärken.

Meeressalat, auch Lattich genannt, gehört zu den Grünalgen und wächst in Salzwasser. In Frankreich ist er eine beliebte Zutat für Suppen und Salate. Er wird frisch oder getrocknet und aufgeweicht verwendet. 

Nori ist eine Rotalge und wird seit Jahrhunderten im Meer vor der japanischen Küste angebaut. Ihre Blätter werden getrocknet und für Sushi-Rollen verwendet.

Wakame-Algen in einer Schüssel
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Spirulina ist eine Cyanobakterie, früher wurde sie auch als Blaualge bezeichnet. Sie gilt als die Superalge schlechthin. Mit etwa 60 Prozent hat sie einen sehr hohen Eiweißanteil. Es gibt auch einige Hinweise darauf, dass sie den Cholesterinspiegel senken kann und den Blutdruck positiv beeinflusst. Wissenschaftliche Studien gibt es dazu aber kaum.

Wakame gehört zu den Braunalgen. Sie ist würzig-aromatisch und gilt in Japan als Delikatesse. Sie enthält Alginsäure, der eine Darm reinigende Wirkung nachgesagt wird.

Algen in der Kosmetik

Hautcreme gegen Neurodermitis

Spirulina-Algen gibt es meist als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten oder Pulver. Um die wertvollen Inhaltsstoffe besser zu erhalten, hat eine sächsische Firma ein Verfahren entwickelt, bei dem frische Algen in Cremes und Auflagen verarbeitet werden. Sie lindern Juckreiz und Rötungen bei Neurodermitis, Schuppenflechte und Sonnerbrand.

Handcreme gegen Bakterien

Forscher der Universität Greifswald haben eine Handcreme mit "Anabaena", einer Blaualge aus der Ostsee, entwickelt, die wirksam gegen multiresistente Keime ist. Benutzen zum Beispiel Ärzte die Creme, werden keine Keime mehr von Patient zu Patient übertragen.

Thalasso-Therapie

Ein warmes Meerwasserbad mit Algen wird vorbereitet
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Die Anwendungen mit Meeresalgen sind fester Bestandteil der Thalasso-("Meeres")-Therapie. Ursprünglich wurde die Behandlung hauptsächlich zur Linderung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. Inzwischen weiß man, dass Algen außerdem den Stoffwechsel anregen und Mineralstoffmängel ausgleichen.

Algen als Nahrungsmittel

Algen sind kalorienarm und nährstoffreich. Sie enthalten lebensnotwendige Vitamine wie die Vitamine A, C, E und verschiedene B-Vitamine. Außerdem gelten sie als gute Quelle für Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie sind reich an Kalzium, Jod, Kalium, Magnesium, Eisen, Selen und Zink.

Aber Vorsicht, unser Hausarzt-Tipp: Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten aufgrund ihres hohen Jodgehaltes auf Salzwasser-Algen verzichten.

Videos aus der Sendung

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 07. Februar 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 22:51 Uhr