Cholesterin Blutfettwerte im Lot?

Wenn es um Blutfettwerte geht, geht es meist um LDL-Cholesterin. Ist davon zu viel im Blut, drohen Ablagerungen in den Aterien und im schlimmsten Fall sogar ein Infarkt. Wie lässt sich das wieder in den Griff bekommen?

von Jeanette Averhaus

3D-Darstellung einer Arterie, an deren Wand sich ein Cholesterin-Plaque abgesetzt hat.
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Cholesterin ist vereinfacht gesagt ein Fett. Der Mensch braucht es als wichtigen Baustein für Zellwände, Gallensäuren und Hormone. Aus diesem Grund produziert der Körper auch reichlich davon selbst. Nur zu einem geringen Teil wird Cholesterin über die Nahrung aufgenommen. Ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut, kann allerdings gravierende Folgen haben, wenn sich an den Innenwände der Arterien sogenannte Plaques aus Fett und Kalk ablagern. Umgangssprachlich ist vom "Verkalken" der Adern die Rede, medizinisch von einer Arteriosklerose. Bei dieser chronischen Krankheit werden die Gefäßwände durch die Ablagerungen dicker und starrer. Zudem wird die innere Öffnung immer enger. Es fließt weniger Blut hindurch, was spürbare Durchblutungsstörungen hervorrufen kann. Bildet sich dann auch noch Thrombus, also ein Klumpen aus Blutplättchen, wird es besonders gefährlich, wenn er in einer verengten Ader steckenbleibt und sie verstopft. Passiert das beim Herzen, kommt es zum Infarkt.

Gutes Cholesterin, schlechtes Cholesterin

Cholesterinwerte auf der Auswertung eines Blutbilds
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Wie es um die Blutfette steht, lässt sich nicht allein aus dem Wert für das Gesamtcholesterin ablesen. Zwei Faktoren sind hier wichtig, das HDL und das LDL. Die beiden Substanzen sind so einer Art Taxi. Sie bringen das Cholesterin von der Leber zu den einzelnen Geweben im Körper. Man weiß heute, dass ein Zuviel an LDL ungünstig ist. Deswegen wird es auch oft das "schlechte Cholesterin" genannt. Es steht unter Verdacht, die Gefäßschäden auszulösen. Vom HDL, vom "guten Cholesterin", kann man jedoch reichlich haben, denn es bringt überschüssiges Fett im Blut wieder zur Leber zurück, wo es dann von der Galle ausgeschieden wird. Und noch ein dritter Wert spielt eine Rolle, die Triglyceride. Sie stammen aus der Nahrung, werden aber auch vom Körper selbst gebildet. Sind auch hier Werte ständig zu hoch und liegen gleichzeitig niedrige HDL-Werte vor, gilt dies als Risikofaktor für eine Arteriosklerose.

Wie hoch dürfen die Werte sein?

Entschieden wird nicht nur nach den Laborwerten. Ärzte müssen sehr individuell für jeden Patienten beurteilen. Leicht erhöhte Cholesterinwerte stellen für ansonsten Gesunde kein Risiko dar. Ganz anders wird die Sache aber für Menschen bewertet, die an Bluthochdruck oder Diabetes leiden, bereits herzkrank sind oder rauchen. Bei ihnen gelten schon leicht erhöhte Werte therapiebedürftig.

Mit Ernährungsumstellung 15 Prozent senken

verschiedene Nuss-Arten
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Der Cholesterinspiegel im Blut wird nicht nur beeinflusst durch den Cholesteringehalt aus den einzelnen Lebensmitteln, die wir essen. Entscheidend ist auch, wie viel Fett wir insgesamt verzehren und vor allem, um was für Fette es sich dabei handelt. Wichtig ist, wie hoch der Anteil an gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Gesättigte Fette treiben die Blutfettwerte hoch und sind zum Beispiel enthalten in Butter, Fleisch, Wurstwaren, Milch und Milchprodukten. Ungesättigte Fettsäuren senken ihn. Sie finden sich reichlich in Fisch, Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen wie Raps-, Lein- oder Olivenöl.

Ernährungsprofi Susanne Bilz rät zu Frühstücksfasten

In der Nacht, wenn der Magen leer ist und wir über Stunden nichts essen, sinkt der Blutzuckerspiegel. Der Körper wird dadurch gezwungen, Fett in Energie umzuwandeln. Das senkt Blutfettwerte und lässt uns abnehmen. Ein Frühstück mit leicht verfügbaren Kohlehydraten zieht bei diesem Prozess regelrecht in voller Fahrt die Handbremse. Der Stoffwechsel verarbeitet nun kein Fett mehr, sondern Zucker im Blut. Mit einer einfachen Methode kann man jedoch den nächtlichen Fettstoffwechsel in Gang halten und bis zum Mittag ziehen und zwar mit Frühstücksfasten. Das klingt vielleicht nach Null-Diät, ist es aber nicht.

Eine Frau hält einen Joghurtbecher vor ihrem Bauch.
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Statt kohlenhydratreicher Brötchen oder Cornflakes wird die erste Mahlzeit des Tages nun low carb, also kohlenhydratfrei. Auf den Tisch kommen nun zum Beispiel Rührei mit Schnittlauch oder Joghurt mit Beeren. Die Umstellung hat viele Vorteile. Die nächtliche Fastenphase wird nicht unterbrochen und kann so bis auf 16 Stunden ausgeweitet werden. Das ist ein wesentlicher Schlüssel für die Gewichtsreduktion und um Cholesterin zu senken. Das Eiweiß aus den Lebensmitteln stimuliert zudem das Muskelwachstum. Dadurch verbraucht der Körper auch in Ruhe mehr Kalorien und nimmt ab. Durch das Frühstückfasten wird auch am Morgen einen niedriger Insulin- und Blutzuckerspiegel gehalten. Das ist besonders für Diabetiker interessant. Wem es schwer fällt, auf Brot zu verzichten, der kann mit wenigen Handgriffen spezielle kohlenhydratarme Brote backen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 22. Februar 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 21:00 Uhr