Hintergrund Corona-FAQ: Fragen und Antworten zum Virus

Das Coronavirus hat sich von Asien aus weltweit ausgebreitet, inzwischen sind zehntausende Menschen an den Folgen gestorben. Wie verlaufen Infektion und eine Covid-19-Erkrankung? Wie kann man sich schützen? Wer sind Risikopatienten? Was ist bei einer Quarantäne noch erlaubt? Was macht die Pandemie mit uns? Fragen und Antworten finden Sie hier.

Modell Coronavirus
Computermodell des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 Bildrechte: imago images/ZUMA Wire
3D-Modell Coronavirus
Bildrechte: imago images/Hollandse Hoogte

SARS-CoV-2

SARS-CoV-2

  • Was ist das Coronavirus?

Coronaviren sind seit Jahrzehnten bekannt. Sie infizieren sowohl Tiere als auch Menschen. Die Viren lösen unterschiedliche Krankheiten aus, von einer einfachen Erkältung bis hin zu potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten. Beispielsweise wurde die Atemwegserkrankung Sars ebenfalls von Coronaviren ausgelöst.

  • Woher kommt das Coronavirus?

Das Coronavirus ist nach Analyse des Berliner Virologen Christian Drosten eine Variante des Sars-Erregers von 2002, der ebenfalls zuerst in China auftrat. Weltweit erkrankten daran damals rund 8.000 Menschen, ungefähr jeder zehnte Patient starb. Das Virus Sars-CoV-2 tauchte in China erstmals im Dezember 2019 auf. Anfang 2020 wurde es identifiziert. Die ersten Infektionen werden mit einem Fischmarkt in Wuhan in Verbindung gebracht, auf dem auch Wild- und exotische Tiere verkauft wurden. Experten sehen Schuppentiere, Fledermäuse oder Zibetkatzen als mögliche Überträger.

  • Was ist Covid-19?

Das Coronavirus kann zu schweren Atembeschwerden, Fieber und Lungenentzündung führen. Die Erkrankung wird Covid-19 genannt: "Co" für Corona - "vi" für Virus - "d" für Disease (englisch Krankheit) - 19 für das Jahr 2019, in dem die Krankheit erstmals auftrat.

  • Warum hat die WHO den Ausbruch als Pandemie eingestuft?

Eine Pandemie ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein weltweiter Ausbruch einer neuen Krankheit. Die Verbreitung des Coronavirus stuft die WHO seit 11. März als Pandemie ein. Dafür wurden das Ausmaß der Erkrankungen und der Todesfälle weltweit berücksichtigt. Darüber, wie ansteckend oder tödlich eine Krankheit ist, sagt der Pandemie-Begriff nichts aus.

  • Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Das Ansteckungsrisiko wird als hoch eingeschätzt, insbesondere durch Infizierte, die noch keine Symptome zeigen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit schwächerem Immunsystem, das Risiko steigt auch mit Vorerkrankungen. Laut WHO verlaufen etwa 80 Prozent aller Infektionen glimpflich, in etwa einem Fünftel der Fälle gibt es einen schweren Verlauf.

  • Wer gehört zur Risikogruppe?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) definieren als Risikopatienten:

  • Menschen über 50
  • Raucher
  • Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Lungenkranke
  • Asthmatiker
  • chronisch Leberkranke
  • Diabetiker
  • Krebspatienten
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Darauf, dass Pollenallergiker gefährdeter für eine Ansteckung sind, gibt es keine Hinweise. Wenn jedoch etwa durch eine Allergie besonders häufig die Augen jucken, sollte man unbedingt gründlich die Hände waschen, bevor man sich ins Gesicht fasst.

  • Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate?

Die Sterblichkeitsrate kann derzeit noch nicht bestimmt werden, da die Zahl der tatsächlich infizierten Personen noch unbekannt ist.

Die Zahl der Toten im Verhältnis zur Gesamtzahl der bestätigten Infektionen, der sogenannte Fall-Verstorbenen-Anteil lag laut Robert Koch-Institut bis Anfang September bei 3,8 Prozent. Der Wert hängt jedoch stark davon ab, wer infiziert wird. Die weitaus meisten Todesopfer durch Covid-19 waren in Deutschland älter als 80 Jahre.

Für andere Länder gibt es teils stark variierende Angaben zur Sterblichkeit. Sie reichen von 0,3 Prozent bis weit in den zweistelligen Bereich. zu 12,7 Prozent. Für Europa gab die ECDC den Fall-Verstorbenen-Antei mit 10,5 Prozent an.

  • Hat die Blutgruppe einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Covid-19?

Tatsächlich attestieren mehrere Studien einen Einfluss der Blutgruppe auf den Krankheitsverlauf. Gemeinsame Forschungen der Uni Kiel und der Uniklinik Oslo, die Anfang Juni in einem Preprint veröffentlicht wurden, legen die Vermutung nahe, dass die Blutgruppe einen Einfluss darauf hat, ob Erkrankte nach einer Infektion mit Sars-Cov2 schweres Atemversagen entwickeln. Demnach hatten Menschen mit Blutgruppe A offenbar ein deutlich höheres Risiko für einen Krankheitsverlauf mit Atemversagen haben, als die mit den übrigen Bluttypen. Das niedrigste Risiko tragen demnach möglicherweise Menschen mit Blutgruppe 0. Bestätigt werden die Erkenntnisse von Studien aus China und New York.

zurück zur Themenübersicht

  • Welche Länder sind wie stark betroffen?

Die meisten Infizierten haben laut offiziellen Zahlen die USA. Auf Rang zwei und drei folgen Indien und Brasilien. Stark betroffen sind weiterhin Russland sowie die lateinamerikanischen Staaten Peru, Kolumbien und Mexiko. Die meisten Todesopfer hatten Anfang September die USA vor Brasilien und Indien.

  • Welche Länder gelten als Risikogebiete?

Das RKI weist in einer regelmäßig aktualisierte Liste die weltweiten Risikogebiete aus. Außerhalb der EU gelten fast alle Länder als Risikogebiet. Innerhalb der EU waren es im September Spanien sowie u.a. Teile Kroatiens, Rumäniens und Bulgariens.

  • Was sind die Fallzahlen für Deutschland?

In der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie finden Sie regelmäßig aktualisierte Angaben:

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert. In Deutschland informieren auch viele Landkreise auf ihren Webseiten über die jeweiligen Fallzahlen.

Fotomontage - Symbolbild zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland - Virus mit Menschenmenge.
Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Ausbreitung

Ausbreitung

  • Wie wird das Virus übertragen?

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Das geschieht vor allem über die Luft, sowohl über Tröpfcheninfektionen, also wenn ein Erkrankter etwa hustet oder niest, oder durch sogenannte Aerosole (Tröpfchenkerne, kleiner als fünf Mikrometer), die zum Beispiel beim Sprechen oder Singen in die Raumluft gelangen, dort mehrere Stunden überleben und durch Klimaanlagen verteilt werden können. Ein häufiges Lüften geschlossener Räume ist daher wichtig.

Das Robert Koch-Institut schreibt dazu auf seiner Internetseite: "Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als zwei Meter erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen."

Nicht auszuschließen ist eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen. Eine Ansteckung über Lebensmitel wurde bislang nicht nachgewiesen.

  • Wie lange dauert die Inkubationszeit und Erkrankung?

Anfangs gingen die Experten davon aus, dass bis zu 14 Tage zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit vergehen können, inzwischen geht man in den meisten Fällen von bis zu fünf Tagen aus. Davon kann es immer Abweichungen geben, in sehr seltenen Einzelfällen kann eine Inkubationszeit also auch mal viel länger dauern.

Ende Februar erklärte die Weltgesundheitsorganisation, dass sich Betroffene mit einem leichten Krankheitsverlauf in der Regel binnen zwei Wochen erholten. Bei Patienten mit einem schweren Verlauf dauere es zwischen drei und sechs Wochen, bis die Krankheit wieder abklinge. Ansteckend sind Erkrankte laut RKI in der Regel bis zu acht bis neun Tage nach den ersten Symptomen. Bei schwereren Erkrankungen können es auch 20 Tage sein. Zahlen, wie viele Menschen wieder genesen sind, basieren auf Schätzungen.

  • Wie hoch ist das Infektionsrisiko im Flugzeug?

Voll besetzte Flugzeuge sind mitten in der Corona-Pandemie für viele ein Horrorszenario – doch eine Studie von Frankfurter Virologen hat ergeben, dass das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Flieger wahrscheinlich gering ist.

Die Forscher der Uniklinik Frankfurt am Main hatten für die Studie alle Passagiere eines Flugs kontaktiert, in dem eine Gruppe infizierter Touristen saß. Das Ergebnis: Die mindestens sieben vorab Infizierten steckten nur zwei weitere Passagiere nachweisbar an. In dem vier Stunden und 40 Minuten dauernden Flug vom israelischen Tel Aviv nach Frankfurt saßen am 9. März insgesamt 102 Passagiere, wie die Forscher in der US-Fachzeitschrift "Jama Network Open" darlegten. Mit dabei war eine Gruppe von 24 deutschen Touristen. Wie die Forscher betonten, trug niemand auf dem Flug eine Maske.

zurück zur Themenübersicht

Symptome, Behandlung, Immunität

Ein Arzt arbeitet auf der Covid-19-Intensivstation des San Matteo Krankenhauses, auf der ein Patient stationiert ist.
Bildrechte: dpa

Symptome und Behandlung

Symptome und Behandlung

  • Welche Symptome treten nach einer Ansteckung auf?

Bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen äußerte sich die Erkrankung durch Erkältungssymptome. Die Erkrankten hatten Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, einige auch Durchfall und einen Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Das RKI nimmt an, dass etwa 81 Prozent der Personen mit einer festgestellten Infektion einen milden, etwa 14 Prozent einen schwereren und etwa 5 Prozent einen kritischen Krankheitsverlauf zeigen

  • Wird nur die Lunge geschädigt?

Inzwischen gibt er Erkenntnisse, wonach das Virus offenbar auch die Blutgefäße schädigen kann. Über die Blutbahn gelangt es in alle Organe und beschädigt die Zellschicht an der Innenfläche der Blut- und Lymphgefäße. Es entstehen Entzündungen, die Versorgung von Organen mit Sauerstoff und Nährstoffen wird gestört. Das kann zu Herz-Kreislauf-Problemen und Multi-Organversagen führen. Es gibt Berichte über Todesfälle bei Covid-19-Patienten, die nicht durch Lungenprobleme starben.

  • Soll ich mich testen lassen?

Für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt derzeit eine Testpflicht. Sie müssen bei der Einreise einen negativen Test vorlegen oder sich innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise einem solchen unterziehen. Rückkehrer aus Nicht-Risikogebnieten können sich freiwillig testen lassen. Noch ist der Test kostenlos, es gibt aber eine Debatte, dies mit Ende der Ferienzeit zu ändern.

Nach einer früheren Einschätzung des Robert Koch-Instituts ist ein Test erst dann sinnvoll, wenn jemand Symptome aufweist und/oder Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte. Die Entscheidung, ob getestet wird, liegt beim Arzt oder Gesundheitsamt. Der Test wird in diesem Fall von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Patienten mit Grippeverdacht werden auf Influenza-Erreger und parallel auch auf das neuartige Coronavirus getestet.

Laut RKI-Vizepräsident Lars Schaade kann ein Test während der Inkubationszeit auch negativ sein, obwohl eine Infektion vorliegt. Deswegen kann bei Bedarf mehrfach getestet werden.

  • Was tun bei einem Anfangsverdacht?

Wer in den zurückliegenden zwei Wochen Kontakt zu nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, sollte Kontakt zu anderen Personen meiden und sich unverzüglich telefonisch beim Gesundheitsamt melden. Nach einer individuellen Analyse werden dann die weiteren Schritte festgelegt und die Behandlung koordiniert.

Experten des Robert Koch-Instituts empfehlen zudem eine Meldung beim örtlichen Gesundheitsamt, wenn man (auch leichte) Symptome hat und vorerkrankt ist oder beruflich mit vorerkrankten Menschen zu tun hat (Altenpfleger, Klinikpersonal).

Sollte telefonisch weder eine Hotline noch der Hausarzt erreicht werden können, sollten sich Personen, die Symptome aufweisen, nach Empfehlung des RKI selbst isolieren, bis der Arzt oder die Behörde erreicht wird.

Hilfreich für die Einschätzung der eigenen Symptome ist ein Online-Fragebogen der Berliner Charité.

  • Wie wird die Krankheit behandelt?

Das Virus kann nicht direkt behandelt werden. Ärzte können allerdings die Symptome bekämpfen. Patienten können etwa beatmet werden oder zusätzliche Flüssigkeit erhalten. Bei einer begleitenden bakteriellen Infektion können Antibiotika verabreicht werden.

Überall auf der Welt arbeiten Wissenschaftler an Medikamenten, die gegen das Virus helfen. Bereits eingeschränkt zugelassen ist in Europa das Medikament Remdesivir. Das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel verkürzt nachweislich die Krankheitsdauer. Von dem Malariamittel Hydroxychloroquine, das in den USA und Brasilien angewendet wird, rät die WHO hingegen ab. Studien zu dem Medikament wurden inzwischen eingestellt.

  • Sind von der Krankheit geheilte Menschen immun?

Zunächst ja. Aber die Immunität, also die körpereigene Abwehr, hält laut dem Leipziger Virologen Uwe Gerd Liebert sehr wahrscheinlich nur vorübergehend an. Das sei ähnlich wie bei der Influenza, wo der Impfschutz mindestens einmal im Jahr aufgefrischt werden müsse. Längerfristig ist eine erneute Ansteckung also möglich. Wer jetzt aufgrund des Coronavirus erkrankt, wird allerdings die nächsten Monate wahrscheinlich nicht erneut krank.

  • Wann wird es einen Impfstoff geben?

Wer eine Infektion erfolgreich überstanden hat, hat Antikörper im Blut, aus denen ein Impfstoff gewonnen werden kann. Diese Impfstoffe müssen jedoch ausreichend lange an verschiedenen Probandengruppen getestet werden, bevor sie auf den Markt kommen. Experten rechnen daher frühestens 2021 mit einem Impfstoff.

  • Schützt eine Impfung gegen Influenza auch gegen Corona?

Nein. Die Grippe-Impfung ist sehr spezifisch auf das Influenza-Virus ausgelegt. Schutz bietet nur eine spezifische Impfung gegen das Coronavirus, für die noch ein Impfstoff entwickelt werden muss.

Dennoch empfehlen Experten, sich gegen Grippe impfen zu lassen, um von vornherein der Gefahr einer Doppelerkrankung mit Grippe und Covid-19 zu entgehen. Zudem haben Ärzte und Krankenhäuser mehr freie Kapazitäten, je weniger Grippefälle es gibt.

Aus dem gleichen Grund empfiehlt die Ständige Impfkommission Risikopatienten, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Die Bakterien sind die klassischen Erreger von Lungenentzündungen.

Parkbank mit Schild "Abstand halten"
Bildrechte: dpa

Schutz vor dem Virus

Schutz vor dem Virus

  • Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Es werden die gleichen Maßnahmen empfohlen, die auch grundsätzlich zur Vermeidung von Erkältungen und Grippe gelten:

  • Regelmäßiges Händewaschen mit Seife – mindestens 20 Sekunden lang, gründlich unter fließendem Wasser abspülen und gründlich abtrocknen; dabei in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns möglichst ein Einweghandtuch oder den Ellenbogen verwenden.
  • Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu seinen Mitmenschen halten
  • Einhalten der Husten- und Nies-Etikette: d.h. am besten in ein Einwegtaschentuch oder in die Armbeuge niesen oder husten; möglichst nicht in die Hand, weil so Viren und Bakterien verteilt werden.
  • Kontakte soweit wie möglich reduzieren
  • Empfehlungen und Vorgaben der Bundes- und Landesregierung folgen

  • Helfen Schutzmasken für Mund und Nase?

Das Robert Koch-Institut empfielt eine Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum dort, wo sich Menschen länger gemeinsam aufhalten und/oder ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (z.B. Arbeitsplatz, Einkaufen, ÖPNV). Studien haben bewiesen, dass eine Mund-Nasen-Bedeckung das Risiko vermindert, andere anzustecken. Die Barriere hält demnach Tröpfchen zurück, die beim Sprechen, Niesen oder Husten entstehen.

  • Wie wende ich die Schutzmaske korrekt an?

Für die optimale Wirksamkeit einer Maske ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz nur mit gewaschenen Händen angefasst wird und korrekt sitzt, das heißt Mund und Nase gut bedeckt und eng anliegt. Die Maske darf nur an den (Gummi-)Bändern und der Außenseite berührt werden und nicht zwischendurch unters Kinn gezogen werden.

In der Regel ist die Maske nach kurzer Zeit durchfeuchtet und kann dann nicht mehr verwendet werden. Sie ist dann auch ein Nährboden für Pilze, Bakterien und Viren, sodass Einmalmasken in einem geschlossenen Mülleimer entsorgt werden sollten.

Stoffmasken sollten bei mindestens 60 Grad Celsius in der Maschine gewaschen werden. Auch das Aufhängen auf der Wäscheleine an der frischen Luft zerstört potenzielle Viren. Experten empfehlen hierfür allerdings mindestens drei Tage. Auch heißes Bügeln gilt als Keim-Killer, hier besteht aber das Risiko, dass die Hitzeeinwirkung nicht lang und stark genug ist. Für das Erhitzen im Backofen empfehlen Experten 90 Minuten bei 90 Grad; warnen aber: Backöfen leiten Hitze nach außen und damit auch Viren. Das gleiche gilt für das Aufkochen im Topf: Die Viren können über den Dampf in die Küche gelangen.

Ausdrücklich abgeraten wird vom Erhitzen des Mund-Nasen-Schutzes in der Mikrowelle, dem Einfrieren, dem Einsprühen mit Desinfektionsmittel und dem Einsatz von UV-Lampfen zur Entkeimung.


Für den Privatgebrauch lässt sich ein Mund-Nasen-Schutz auch selbst basteln.

  • Bringen Handschuhe etwas gegen das Virus?

Handschuhe sind nach Ansicht des Virologen Alexander Kekulé wenig sinnvoll, da sie ebenso wie die Hände mit Viren belastet sein können. Jedoch lassen sich Handschuhe nicht so oft waschen wie die eigenen Hände.

  • Wie kann ich Hände und Oberflächen desinfizieren?

Mindestens 70-prozentiger Ethylalkohol gilt als Desinfektionsmittel, damit kommen neben dem gerade raren Desinfektionsmittel auch hochprozentige Alkoholika in Frage. Das Coronavirus lässt sich aber noch einfacher bekämpfen: Schon eine normale Seifenlauge zerstört das Virus, weil sie die fetthaltige Hülle des Virus beschädigt. Zur Desinfektion des Smartphones empfiehlt Virologe Alexander Kekulé Glasreiniger. Für die Hände sei dieser allerdings nicht geeignet, weil er der Haut schade.

  • Auf welchen Oberflächen laufe ich Gefahr, mit dem Coronavirus in Kontakt zu kommen?

Einkaufswagen oder -körbe sind problematisch. Virologe Alexander Kekulé erklärt, man müsse davon ausgehen, dass die Hände nach dem Anfassen kontaminiert sind. Der Hauptinfektionsweg bleibe allerdings die Tröpfcheninfektion. Seine Antwort in voller Länge hören Sie im Podcast Kekulés Corona-Kompass.

Auch bei Türgriffen und anderen Gegenständen, die mit anderen zusammen genutzt werden, ist eine sogenannte Schmierinfektion möglich. Diese gilt aber nicht als Hauptübertragungsweg des Virus. Um sich auf diesem Weg anzustecken, müsste sich ein Erkrankter in die Hand husten oder niesen und dann etwas anfassen. Wenn man selbst dann diesen Gegenstand anfasst und sich danach ins Gesicht fasst, ist eine Infektion möglich. Daher sollte man sich auch gründlich die Hände waschen, nachdem man etwa Türgriffe u.ä. angefasst hat. Grundsätzlich gelangt das Virus nur über die Schleimhäute wie Augen, Nase oder Mund in den Körper.

Ein extrem geringes Risiko besteht bei Lebensmitteln. Grundsätzlich seien raue und biologische Oberflächen für das Virus schlecht, sagt Virologe Alexander Kekulé. An Brötchen und Wurstwaren, aber auch an Zeitungen hielten sie sich relativ kurz. Und selbst dann sei die Viruslast relativ klein.

  • Wird das Virus durch Trinkwasser übertragen?

Für unser Trinkwasser gibt das Umweltbundesamt im Hinblick auf SARS-CoV-2 derzeit Entwarnung. Das Leitungswasser sei sehr gut gegen Krankheitserreger geschützt, das gelte auch für das Coronavirus.

  • Kann man sich im Schwimmbad oder Badesee infizieren?

Die Ansteckungsgefahr im Wasser ist sehr gering, darin sind sich Wissenschaftler weltweit einig. So sieht auch das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Rosslau "keine Hinweise darauf, dass Sars-CoV-2 über den Wasserweg übertragen wird". Im Cospudener See bei Leipzig befinden sich beispielsweise 109 Millionen Kubikmeter Wasser. Viren, die eine infizierte Person mit ins Wasser bringt, werden hier sehr stark verdünnt.

Noch unwahrscheinlicher ist die Ansteckung in einem Frei- oder Hallenbad, wo das Wasser regelmäßig gefiltert und mit Chlor desinfizieret wird. Bisherigen Erkenntnissen zufolge zerstört Chlor das Coronavirus.

  • Kann ich mich im Fahrstuhl anstecken?

Überall, wo der Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zwischen Menschen nicht eingehalten wird, ist eine Ansteckung theoretisch möglich. Der Fahrstuhl sollte deswegen höchstens mit Menschen geteilt werden, die im selben Haushalt leben. Hat zuvor ein Infizierter im Fahrstuhl gehustet oder geniest, sind die Tröpfchen nach Meinung von Virologe Kekulé in der Regel schon zu Boden gefallen und stellen kein Infektionsrisiko mehr dar. Eine Ansteckung in einer solchen Situation wäre ein Extremfall.

  • Kann ich mich bei meinem Haustier anstecken?

Dass ein Haustier seinen Halter ansteckt, halten Wissenschaftler für ausgeschlossen. Dass wiederum ein infizierter Halter sein Haustier ansteckt, ist in seltenen Fällen möglich. So haben Wissenschaftler in Laborversuchen festgestellt, dass Katzen und Frettchen angesteckt werden können und Krankheitssymptome zeigen.

In den Niederlanden wurde das Coronavirus bei drei Katzen und einem Hund nachgewiesen. Nach Behördenangaben lebten sie in der Nähe eines Bauernhofes, auf dem sich zuvor Nerze mit Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Der Virologe Alexander Kekulé fordert daher, in Quarantäne-Haushalten auch Katzen zu isolieren.

Hingegen ist ein Ansteckung durch einen Mückenstich laut WHO so gut wie ausgeschlossen.

  • Haftet das Coronavirus an Haaren?

Da gibt der Virologe Alexander Kekulé Entwarnung: Das Coronavirus überlebe im Kopfhaar nur wenige Stunden. Normalerweise sei eine Übertragung und Ansteckung über die Haare unwahrscheinlich, man müsse sie also nicht häufiger waschen. Theoretisch sei aber eine Schmierinfektion möglich, wenn man sich mit ungewaschenen Händen in die Haare fasse und die Haare dann ins Gesicht gerieten. Kekulé empfiehlt außerdem, sich die Haare zu waschen, wenn man zum Beispiel im Zug oder Nahverkehr länger an einer Kopfstütze gelehnt habe.

  • Helfen Hausmittel gegen das Virus?

Virologe Uwe Gerd Liebert erklärt, da es derzeit noch nicht mal ein wirksames Medikament gegen Corona gebe, rate er davon ab, sich auf Hausmittel zu verlassen. Ihm sei kein wirksames Mittel bekannt. Auch das verbreitete Erkältungsmittel, das Gurgeln mit Salzwasser, bringe nichts, da befallene Zellen schnell große Mengen des Virus nachproduzieren.

Liebert weist aber grundsätzlich auf eine gesunde Lebensweise hin, die gegen das Virus helfe. Insbesondere Rauchen könne die Gefahr einer Erkrankung erhöhen, da Rauchen ohnehin schon eine Belastung für Lunge und die Atemwege sei.

  • Wie leiste ich in Corona-Zeiten Erste Hilfe?

Wichtig ist, bei einem Hilfseinsatz von Anfang an Einweg-Handschuhe und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auch bei der hilfebedürftigen Person sollten Mund und Nase bedeckt werden, zum Beispiel mit einem Tuch oder Taschentuch. Von einer Mund-zu-Mund-Beatmung raten Experten ab, wichtig sei aber die Herzdruckmassage. Näheres zur Ersten Hilfe in Corona-Zeiten lesen Sie hier.

zurück zur Themenübersicht

Was bedeuten Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen?

Absperrung zum Ort Neustadt am Rennsteig
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quarantäne und Ausgangssperre

Quarantäne und Ausgangssperre

  • Wer kommt in Quarantäne?

Wenn ein Arzt entscheidet, dass ein begründeter Verdachtsfall vorliegt, werden Patienten stationär behandelt. Dort wird auch eine Laboruntersuchung durchgeführt, um den Erreger nachzuweisen. Bei einem begründeten Verdacht auf eine Infektion können aber auch symptomfreie Personen vorübergehend in Quarantäne gezwungen werden.

Über die jeweiligen Maßnahmen zum Infektionsschutz entscheiden die regionalen 380 Gesundheitsämter. Leben in einem betroffenen Haushalt weitere Personen wie Partner oder Kinder, werden diese meist ebenfalls isoliert.

  • Wer versorgt Menschen in privater Isolation?

Eine klare Regelung zur Versorgung von Menschen, die in den eigenen vier Wänden unter Quarantäne stehen, gibt es nicht. Empfohlen wird, sich von Freunden und Angehörigen unterstützen zu lassen, bei Einhaltung der empfohlenen Abstands- und Hygiene-Empfehlungen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, Lebensmittel für zehn Tage vorzuhalten.

  • Darf ich bei einer Ausgangsbeschränkung oder in Quarantäne mit meinem Hund Gassi gehen?

Deutschlandweit galten im März und April strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung war nur bei triftigen Gründen erlaubt, dazu gehörten "Handlungen zur Versorgung von Tieren", also das Gassigehen und der Einkauf von Tiernahrung.

Für den Quarantänefall gilt dagegen: Auch das Gassigehen mit dem Hund ist untersagt. Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, teilt dazu mit: "Personen, die sich in Quarantäne befinden, sollten geeignete Personen außerhalb ihres Haushaltes um Unterstützung bei der Pflege der Tiere bitten, etwa mit dem Hund spazieren zu gehen. Dies könnten Nachbarn oder Freunde sein, die die Person(en) in Quarantäne ggf. auch mit Lebensmitteln versorgen. Bestätigt infizierte Personen sollten den engen Kontakt zu ihren Haustieren, wie z.B. das Abschlecken des Gesichts durch die Tiere, vermeiden."

  • Wer kommt für Verdienstausfälle durch Quarantäne auf?

Wer wegen Verdachts auf Ansteckungsgefahr isoliert wird und deshalb einen Verdienstausfall erleidet, bekommt eine Entschädigung. Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber maximal sechs Wochen lang den Nettolohn auch in der Isolation ausgezahlt – das jeweilige Bundesland erstattet dem Arbeitgeber die Beträge. Geregelt ist das im Infektionsschutzgesetz. Dauert die Isolation länger, zahlt der Staat in Höhe des Krankengelds weiter. Wer körperlich in der Lage ist und die notwendigen Arbeitsmittel zur Hand hat, muss auch in Quarantäne seine Arbeit fortsetzen – dann greift die Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber.

Für Erkrankte gilt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sodass die Entschädigungsregelung wegfällt. Selbstständige und Freiberufler erhalten Verdienstausfall nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Höhe der Entschädigung berechnet sich nach den letzten Jahreseinnahmen.

Arbeitnehmer können noch bis 31. Mai telefonisch beim Arzt eine Krankschreibung einholen, wenn sie Atemwegsbeschwerden haben. Die Ausnahmeregelung war Mitte März eingeführt und mehrfach verlängert worden.

  • Dürfen in Deutschland Gebiete abgeriegelt werden?

Rechtlich ist es in Deutschland möglich, ganze Städte oder Gebiete unter Quarantäne zu stellen. So wurden zeitweise Neustadt am Rennsteig in Thüringen oder auch in Jessen in Sachsen-Anhalt abgeriegelt. Praktisch ist eine komplette Abriegelung aber nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts schwer umsetzbar – im Gegensatz zu geschlossenen Systemen wie Kreuzfahrtschiffen lässt sich bei Städten kaum sicherstellen, dass niemand das Quarantänegebiet verlässt. Seit Mitte März gelten Corona-Auflagen. Zuletzt wurden sie von Bund und Ländern am 15. April neu geregelt.

  • Was tun bei Kita- und Schulschließung, Konzert- oder Flugabsagen?

MDR-Rechtsexperte Gilbert Häfner hat Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Illustration - Corona - Börse - Aktien
Bildrechte: imago images/xim.gs

Corona und die Wirtschaft

Corona und die Wirtschaft

  • Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat das Virus?

Die Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr hatten erhebliche Folgen. Im April brach die Wirtschaft um zehn Prozent ein. Für das Gesamtjahr 2020 geht die Bundesregierung geht von einem Minus von 5,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt aus. Zuvor war man von minus 6,3 Prozent ausgegangen. Die Bundesregierung erleichterte Kurzarbeit, schnürte Sofortpakete, senkte die Mehrwertsteuer und einigte sich auf ein milliardenschweres Konjunkturpaket. Das alles wird mit einer Neuverschuldung von 218 Milliarden Euro bezahlt. Auch Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verabschiedeten Hilfsprogramme und Konjunkturpakete und nehmen dafür neue Schulden auf.

Wird ein Betrieb wegen des neuen Coronavirus auf behördliche Anweisung geschlossen, bleibt laut Bundesarbeitsministerium der Arbeitgeber grundsätzlich zur Entgeltzahlung verpflichtet. Ausfallzeiten müssen später auch nicht nachgearbeitet werden. Jedoch kann es in Arbeits- oder Tarifverträgen abweichende Regelungen geben. Arbeitgeber können zur Entlastung Kurzarbeitergeld beantragen.

  • Wie verändert die Corona-Krise die Gesellschaft?

Die Corona-Krise ist für viele Menschen wegen Zukunftsängsten, der Umstellung auf Homeoffice, infolge der Kita- und Schulschließungen sowie eingeschränkter Kultur-, Sport- und Freizeitangebote eine besondere Belastung. Behörden verzeichnen eine Zunahme häuslicher Gewalt in Familien. Auch Senioren in Alten- und Pflegeheimen und Menschen mit Behinderungen in Betreuungseinrichtungen leiden durch Besuchsverbote unter Isolation.

  • Welche Hilfsangebote gibt es für Menschen mit psychischen Störungen?

Psychologen und ihre Patienten sowie soziale Beratungsstellen sind von strengen Kontaktbeschränkungen in Deutschland ausgenommen. Bedürftige finden also weiter Hilfsangebote. Daneben gibt es verstärkt Video- auch telefonische Beratung.

zurück zur Themenübersicht

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 22. Januar 2020 | 10:55 Uhr