SARS-CoV-2 Die Coronavirus-Risikogruppe

Wie groß ist eigentlich die Corona-Risikogruppe? Wer gehört dazu? In Mitteldeutschland sind es nach statistischen Werten deutlich mehr als zwei Millionen Menschen. Allerdings spielt nicht nur das Alter einer Rolle.

Fotomontage - Symbolbild zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland - Virus mit Menschenmenge.
Infiziert werden kann jeder. Ältere Menschen gelten aber als gefährdeter, vor allem wegen schwererer Verläufe der Erkrankung. Bei jüngeren Menschen kann es passieren, dass sie wegen gänzlich fehlender Symptome bei ihnen manchmal gar nicht bemerkt wird. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) stufen ältere Menschen über 50 als vom neuartigen Coronavirus besonders gefährdet ein. Demnach ist sie die Bevölkerungsgruppe mit schwereren Krankheitsverläufen.

Der durchschnittliche Coronavirus-Erkrankte ist in Deutschland nach RKI-Angaben 49 Jahre alt und in 56 Prozent der Fälle männlich. Männer gelten also als gefährdeter, was auch schon bei Sars-CoV-1 im Jahr 2003 der Fall war. In China lag das mittlere Alter bei 51 Jahren und das Geschlechterverhältnis war in etwa gleich.

Wie groß ist die Risikogruppe in Mitteldeutschland?

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen leben zusammen rund 8,4 Millionen Menschen. Etwa die Hälfte davon, also rund 4,2 Millionen, sind 50 Jahre und älter. Sie gehören damit der Gruppe an, die als gefährdeter gilt. Der Anteil der Männer und Frauen, die 65 Jahre und älter sind, beläuft sich in Sachsen derzeit auf 27 Prozent, in Sachsen-Anhalt und Thüringen auf 26 Prozent der jeweiligen Gesamtbevölkerung. Insgesamt sind das rund 2,2 Millionen Menschen.

Weitere Risikogruppen sind laut RKI allerdings auch Raucher, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems, vor allem mit Lungenerkrankungen, Asthmatiker, Menschen mit chronischen Lebererkrankungen, mit Diabetes und Krebs und ganz generell Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem, sei es durch Erkrankungen oder durch Medikamente.

Wegen der durch das Virus ausgelösten Entzündungen in den Atemwegen gelten als typische Symptome einer Erkrankung vor allem Husten, Fieber und Schnupfen, zudem Halsschmerzen und bei entsprechendem Verlauf der Erkrankung auch Atemnot.

Als weitere Symptome führt das Robert-Koch-Institut zusätzlich auf:

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Lymphknotenschwellungen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
  • Konjunktivitis (Bindehautentzündung am Auge)
  • Apathie und Somnolenz (Benommenheit, Schläfrigkeit)
  • Hautausschlag

Die Inkubationszeit liegt nach neueren Forschungsergebnissen bei fünf bis zwölf Tagen. Daher gelten die derzeit empfohlenen Quarantänezeiten von 14 Tagen nach aktuellem Forschungsstand als ausreichend ist, da sich in dieser Zeit die Symptome der Erkrankung manifesieren. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts können jedoch Laien nicht allein von Symptomen auf die Krankheit schließen. Demnach gibt es keinen typischen Krankheitsverlauf, Covid-19 verlaufe oft "unspezifisch", heißt es dazu. Verschiedene Symptome können auftreten, einige aber auch gar nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. März 2020 | 11:30 Uhr