Bleistiftzeichnung eines gehirns mit menschlichen Umrissen.
Bildrechte: Colourbox.de

Fit im Kopf bleiben Demenz vorbeugen – mit gesunder Ernährung und viel Bewegung

Demenz kann jeden treffen. Doch wer einen gesunden Lebensstil pflegt, kann das Risiko senken. Autor Dennis Wilms stellt Rezepte vor, die die Kopffitness steigern, und gibt Tipps, wie das Gehirn fit bleibt.

Bleistiftzeichnung eines gehirns mit menschlichen Umrissen.
Bildrechte: Colourbox.de

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

In Deutschland leben derzeit etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Jedes Jahr kommen laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft etwa 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Demenz beschreibt den geistigen Abbau und den Verlust von zuvor beherrschten Fähigkeiten. Es ist der Oberbegriff für mehr als 50 Krankheitsformen. Sie verlaufen unterschiedlich oder haben unterschiedliche Ursachen, führen aber zum Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit.

Gespräch mit Dennis Wilms 12 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist daher falsch, Alzheimer und Demenz synonym zu verwenden. Alzheimer ist eine von vielen Demenzerkrankungen, die allerdings am häufigsten auftritt. 60 bis 70 Prozent aller Demenzerkrankten haben Alzheimer. Bei dieser Krankheit gehen Nervenzellen des Gehirns unwiderruflich kaputt. Plaqueablagerungen auf den Nervenzellen oder eine unzureichende Durchblutung des Gehirns können dafür verantwortlich sein. 

Vorbeugung durch gesunde Ernährung

Es gibt keine Garantie, mit dem richtigen Lebensstil dem Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken, zu entgehen. Doch Studien haben ergeben, dass die Lebensweise und speziell die Ernährung mit dem Verlauf kognitiver Erkrankungen in Verbindung steht. Denn viel von dem, was der durchschnittliche Deutsche so täglich zu sich nimmt, kann den grauen Zellen schaden.

Dennis Wilms stellt drei einfache sowie leckere Rezepte vor, die die Kopffitness und das Wohlbefinden steigern.

Wer seinem Kopf etwas Gutes tun will, sollte dem Bauch gesunden Input liefern. Walnüsse im Frühstücks-Granola liefern dem Körper beispielsweise wichtige Nährstoffe, die das Absterben von Gehirnzellen verhindern und dafür sorgen, dass Neuronen besser vernetzt werden. Frischer Fisch sollte zwei Mal pro Woche auf dem Teller landen, um das Gehirn mit gesunden Omega-3-Fettsäuren zu "ölen". Gemüse wie Artischocken, Chicorée oder Spinat sollte ebenfalls fester Bestandteil auf dem Ernährungsplan sein.

Mit Bewegung gegen Demenz

Doch es ist nicht nur die Ernährung, die helfen kann. Experten empfehlen, Demenz ganzheitlich vorzubeugen. Das geht am besten mit einem gesunden Lebensstil. Und dazu gehört neben einer gesunden Ernährung unter anderem Bewegung, auch im Alter. Sport steigert nicht nur die körperliche Fitness, sondern hält auch das Gehirn fit und stärkt die Nervenzellen.

Die Fitness des Gehirns verbessern

Fünf Punkte, die unseren grauen Zellen auf die Sprünge helfen.

Bewegung

Bewegung heißt Neues erleben, neue Erfahrungen sammeln. Regelmäßiger Ausdauersport lässt die Nervenzellen im Hippocampus wachsen. Diese Region ist auch für das Speichern neuer Information und für das Langzeitgedächtnis verantwortlich. Ein Mangel an Bewegung kann das Absterben neuer Gehirnzellen fördern. Da können Sie noch so viel Gedächtnistraining betreiben. Steuern Sie also gegen! Dreimal pro Woche 30 Minuten mäßige bis leichte Bewegung ist wunderbar.

Entspannung

Einfach mal den Kopf ausschalten! Auch im "Ruhemodus" verbraucht unser Gehirn viel Energie. Jetzt bereitet es sich quasi auf die Realität vor. Übrigens: Bei Entspannungstechniken wie Meditation konnte – ähnlich wie beim Ausdauersport – beobachtet werden, dass neue Nervenzellen im Hippocampus gebildet wurden.

Schlaf

Im Schlaf wiederholt unser Gehirn Dinge, die es während des Tages gelernt hat und prägt sie sich ein. Bei zu wenig Schlaf verliert der Hippocampus die Fähigkeit, sich zu regenerieren – das kann physisch und psychisch krank machen. Vieles weist darauf hin, dass er Alterungsprozesse in unserem Körper befeuert. Sechs bis acht Stunden Schlaf sollten das Minimum sein.

Positiv denken

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass eine positive Haltung zum Alter kognitive Leistungen verbessern und das Demenz-Risiko senken kann – sogar bei genetisch Vorbelasteten. Denn wer sein Altern positiv sieht, setzt seinen Körper weniger unter Stress.

Soziale Kontakte

Soziale Isolation ist für unser Gehirn sehr gefährlich! Schon vor einigen Jahren wurden bei jungen Mäusen, die isoliert gehalten wurden, Veränderungen in Gehirnregionen festgestellt, die für soziales Verhalten und kognitive Funktionen eine wichtige Rolle spielen. Auch bei Heimkindern, denen Zuwendung fehlte, konnte man seelische und kognitive Störungen ausmachen. Menschen, die keine oder nur wenige soziale Kontakte pflegen, haben meist geringere Hirnaktivitäten und ein höheres Demenz-Risiko.


Die Tipps sind dem Buch "Klugen Appetit! Kochen für mehr Power im Kopf" von Dennis Wilms entnommen, das im September 2018 im ZS Verlag erschienen ist.

Unser Experte

Dennis Wilms
Bildrechte: Sebastian Weimar

Dennis Wilms

Dennis Wilms

Er ist Journalist und Moderator. Bekannt geworden ist Dennis Wilms als Moderator der Sendung "Tigerenten Club". Aktuell ist er in den Wissens-Sendungen "Planet Wissen", "[W] wie Wissen" und "Odysso" zu sehen. Dort nimmt er auch regelmäßig das Thema Ernährung unter die Lupe.

"Mit 55 Jahren ist meine Mutter an Demenz erkrankt"

Dass sich Wissenschaftsautor Dennis Wilms so intensiv mit dem Thema beschäftigt, hat einen sehr persönlichen Ursprung: "Mit 55 Jahren ist meine Mutter an Demenz erkrankt", sagt der Moderator. Eine Krankheit, die das Leben aller Angehörigen verändert. Den Wissenschaftsjournalisten lässt das Thema seither nicht mehr los, er ist dem Krankheitsbild auf den Grund gegangen und hat sich in diesem Zusammenhang auch intensiv mit dem Thema Ernährung beschäftigt.


Buchtitel Cover "Kluger Appetit!"
Bildrechte: ZS Verlag

Zum Buch "Klugen Appetit! Kochen für mehr Power im Kopf" ist der Titel des aktuellen Buchs von Dennis Wilms. Es beschäftigt sich mit gesunder Ernährung und ihrer positiven Auswirkungen auf das Gehirn. Das im September 2018 im ZS Verlag erschienene Buch hält bereits viele Köpfe fit: Zunächst als Text oder auch schon in Genuss umgewandelt auf dem Teller. Eine zweite Auflage ist in Planung.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 20. Mai 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2019, 12:06 Uhr