Eine attraktive Frau schaut in den Handspiegel
Bildrechte: Colourbox.de

Hormonumstellung Gesund und fit durch die Wechseljahre

Wechseljahre verbinden viele Frauen mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Unruhe und schlechten Stimmungen. Manchen gehen die Haare aus und der Busen wächst nochmal -- schuld sind die Hormone. Was genau während der Wechseljahre passiert und wie Beschwerden zu lindern sind, erklärt Dr. Maren Goeckenjan.

Eine attraktive Frau schaut in den Handspiegel
Bildrechte: Colourbox.de

Wechseljahre betreffen Frauen und Männer gleichermaßen! Auch bei Männern wird die Produktion der Geschlechtshormone mit zunehmendem Alter gedrosselt. Zudem werden oft unterschiedliche Begriffe als synonym verwendet, doch sind Wechseljahre und Menopause nicht ein und dasselbe.

Mit Menopause ist die letzte Regelblutung der Frau gemeint - das betrifft Mann natürlich nicht. Nach der Menopause ist eine Frau unfruchtbar und die Hormonumstellung abgeschlossen. Doch so einfach ist es leider oft nicht. Die Hormonumstellung dauert einen längeren Zeitraum und bleibt bei vielen Betroffenen nicht ohne Beschwerden. Um Symptome zu lindern, gibt es Hilfen. Seit dem Mittelalter zum Beispiel gilt Petersilie als Aphrodisiakum und soll gerade in den Wechseljahren besonders gut tun.

Symptome der Frau in den Wechseljahren

Animation Gebärmutter
Bildrechte: Colourbox.de

Erstes Anzeichen der Wechseljahre ist die Veränderung der Zykluslänge. Bei einem Viertel der Frauen zwischen 40 und 50 Jahren werden die Abstände länger, die Blutung stärker oft mit Zwischenblutungen und dann bleibt die Periode ganz aus. Dies liegt daran, dass der Körper bestimmte Hormone immer weniger produziert. Das kann folgende Beschwerden auslösen: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, abnehmende Leistungsfähigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit, Nervosität und Gewichtszunahme. Wenn der Spiegel der weiblichen Hormone sinkt, steigt leider auch das Risiko, an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken.

Was passiert in den Wechseljahren im Körper einer Frau

Zur Eireifung braucht der Körper Östrogen, dessen Bildung durch bestimmte Steuerungshormone aus dem Gehirn aktiviert wird. Sind irgendwann keine Eier mehr da, kann die Frau auch nicht mehr schwanger werden, dann braucht der Körper auch kein Östrogen mehr. Doch das Gehirn möchte diesen Zusand nicht so einfach akzeptieren und sendet Steuerungshormone, um die Östrogen- und damit die Eiproduktion anzukurbeln. Eine übermäßige Hormonbefeuerung beginnt, die einige Jahre andauern kann und, so vermuten Wissenschaftler, auch für die Schlafstörungen verantwortlich ist. Dann aber werden die Hormone weniger und auch dies kann Nebenwirkungen haben.

Was hilft gegen die Symptome?

Frau in den Wechseljahren mit Tablette
Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

  • Sport - das hat auch den positiven Nebeneffekt, das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken
  • Entspannungsverfahren, wie Yoga, Qi - Gong, Tai-Chi
  • Hormon-Yoga soll Frauenbeschwerden lindern, es ist ein Mix aus klassischem Yoga, spezieller Atmung und Energietechnik -- das Training ist so intensiv, dass die Hormonproduktion angeregt werden soll.
  • Grüne Apotheke - unter anderem Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Johanniskraut und Petersilie

Petersilie
Bildrechte: Colourbox.de

Petersilie: der natürliche Helfer In Petersilie stecken Vitamin A, die Vitamine B1 bis B6, Vitamin C, Beta Carotin, Folsäure, Vitamin K, sie liefert Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Mangan, Kalium. Außerdem sind Phytohormone enthalten, mit denen man die klassischen Beschwerden durch Hormonschwankungen lindern kann.

getrocknete Wurzelstücke der Traubensilberkerze
Bildrechte: imago/imagebroker

Traubensilberkerze: kann Beschwerden lindern er Wurzelstock der in Nordamerika und Kanada beheimateten Pflanze enthält Phytohormone, die dem körpereigenen Östrogen ähnlich sind. Traubensilberkerze wirkt regulierend auf den weiblichen Hormonstoffwechsel und lindert Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, innere Unruhe und Stimmungsschwankungen auf sanfte Weise. Bei jüngeren Frauen wird die Heilpflanze unter anderem auch bei Menstruationsproblemen eingesetzt. Traubensilberkerzen-Präparate sind als Teemischungen, Filmtabletten oder Kapseln in der Apotheke erhältlich.

Echtes Johanniskraut
Bildrechte: imago/blickwinkel

Johanniskraut: natürlicher Stimmungsaufheller Frauen, die in den Wechseljahren an depressiven Verstimmungen leiden, können Johanniskraut als natürlichen Stimmungsaufheller nutzen. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen können Extrakte aus der Heilpflanze genauso wirksam wie chemische Antidepressiva sein. In der Apotheke sind auch Präparate mit einer Kombination aus Johanniskraut- und Traubensilberkerzenextrakt erhältlich. Vor der Einnahme insbesondere hochdosierter Johanniskraut-Präparate sollten Sie allerdings Rücksprache mit Ihren Arzt halten: Kombiniert mit anderen Wirkstoffen kann das Heilkraut sich nämlich negativ auswirken und unter anderem die Effektivität hormonregulierender Medikamente wie der Antibabypille beeinträchtigen.

Umstritten ist eine Hormontherapie, die das fehlende Östrogen ersetzen kann. Doch seit eine große amerikanische Studie im Jahr 2002 zeigte, dass die Einnahme von künstlichen Hormonpräparaten nicht nur das Risiko für Brustkrebs, sondern auch für Herzinfarkte erhöhen könnte, ist die Nachfrage nach Hormontherapien eingebrochen. Frauen sollten sich individuell mit ihren Ärzten beraten, um zu entscheiden, ob eine zeitlich eng begrenzte Therapie die Beschwerden lindern und den Übergang der Wechseljahre sanfter machen kann.

Symptome des Mannes in den Wechseljahren

Auch Männer altern und ihr Hormonhaushalt stellt sich um. Zwar bleiben Männer bis ins Alter zeugungsfähig, doch auch ihr Körper kann beim Umbau mit Beschwerden reagieren. Oft kommt es zu einer Abnahme der Aktivität, Mattigkeit, zu nachlassender Konzentration, Reizbarkeit, auch Gefühlsschwankungen,  Schweißausbrüchen, Schlafstörungen oder einem größerem Schlafbedürfnis. Manche Männer nehmen viel zu, haben plötzlich Erektionsstörungen, die Muskelkraft lässt nach und die Gelenke schmerzen. Die aufgeführten Symptome treten bei Männern mittleren Lebensalters, zwischen 50 und 60 Jahren, auf.

Ein Mann im Bett schaut frustriert in seine Hose, eine Frau steht am Fenster.
Bildrechte: imago/CTK Photo

Die Wechseljahre des Mannes liegen dann vor, wenn neben den bereits erwähnten Symptomen ein zu niedriger Serum-Testosteronspiegel festgestellt wird. In der Behandlung der Wechseljahre des Mannes werden die fehlenden Hormone ersetzt. Für eine erfolgreiche Therapie ist auch eine ausgeglichene Lebensweise sehr wichtig: dazu gehören körperliche Aktivität und gesunde Ernährung.

Wichtig für Mann und Frau: Die genannten Symptome können eine Folge des veränderten Hormonhaushaltes sein, aber es sind auch andere Ursachen denkbar. Deshalb die aufkommenden Beschwerden unbedingt ärztlich abklären lassen.


Dr. Maren Goeckenjan
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Expertin im Studio Dr. Maren Goeckenjan ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit den Schwerpunkten Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Sie arbeitet in der Hormonambulanz am Universitätskinderwunschzentrum der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Dresden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 27. Juni 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2019, 09:30 Uhr