Hautkrankheit So bekämpfen Sie Fußpilz

Pilze lieben es warm und feucht. Leider nicht nur draußen in der Natur, sondern auch an unseren Füßen. Socken und Schuhe wirken da wie ein Gewächshaus. Und hat sich einmal ein Fußpilz eingenistet, sieht er nicht nur unschön aus, sondern juckt auch und ist äußerst hartnäckig. Wenn sogar der Nagel betroffen ist, muss man viel Geduld für die Behandlung mitbringen.

Ein Mann und eine Frau liegen barfuß auf einer Wiese.
Fußpilze mögen Feuchtigkeit und Wärme. Am häufigsten findet man den Fußpilz daher in den Zehenzwischenräumen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Die schlechte Nachricht: Ein Fußpilz verschwindet nicht von selbst. Doch die gute Nachricht ist: Wenn er rechtzeitig behandelt wird, wird man ihn auch wieder los. Die menschlichen Füße werden am häufigsten von sogenannten Dermatophyten heimgesucht. Diese Fadenpilze ernähren sich von Hornsubstanz und mögen daher besonders die Füße, an denen sie viel davon finden.

Männer, Diabetiker und Raucher anfälliger

Menschen, die viel an den Füßen schwitzen, sind anfälliger für Fußpilz. Das feucht-warme Klima in Socken und Schuhen mögen die Erreger besonders. Männer haben deutlich häufiger Fußpilz als Frauen. Und auch Patienten mit Durchblutungsstörungen, Diabetiker, Krampfaderpatienten und starke Raucher bekommen schneller Fußpilz. Einige Medikamente wie Kortison erhöhen ebenfalls das Risiko für Fußpilz.

Juckreiz und Hautrisse

Meist beginnt eine Fußpilzinfektion in den Zehenzwischenräumen. Die Infektion kann aber auch an der Ferse und der Fußsohle auftreten. Sie macht sich zunächst durch starken Juckreiz bemerkbar. Später beginnt die Haut zu nässen, Bläschen zu bilden und einzureißen. Die betroffenen Stellen fangen an zu schmerzen. Im Anfangsstadium ist ein Fußpilz relativ einfach mit Salben, die einen pilzabtötenden Wirkstoff enthalten, zu behandeln. Dabei sollte man auf strenge Hygiene achten. Wer den Fußpilz schnell behandelt, wird ihn in der Regel auch schnell wieder los.

Eine Diabetikerin spritzt sich mit einem Insulin-Pen Insulin.
Auch Füße von Diabetikern sind anfälliger für Fußpilz. Bildrechte: dpa

Hartnäckiger Nagelpilz

Viele Fälle von Nagelpilz haben einmal als Fußpilz angefangen. Im Gegensatz zum Fußpilz ist ein Nagelpilz aber viel schwerer in den Griff zu bekommen. Anfangs wird der Rand des Nagels brüchig und undurchsichtig. Dann breitet sich der Pilz weiter auf der Nagelplatte aus. Der Nagel wird gelblich und dicker. Bei Verdacht auf einen Nagelpilz sollte man immer den Arzt aufzusuchen, statt selber herumzudoktorn. Denn unter anderem könnte auch eine Wachstumsstörung, eine Psoriasis, also Schuppenflechte, oder in seltenen Fällen ein Tumor hinter den Symptomen stecken.

Tabletten helfen in schwierigen Fällen

Ist die Nagelmatrix, also die Nagelwurzel vom Pilz befallen, helfen keine Sprays, Salben oder Lacke allein. Hier ist eine systemischs Behandlung ratsam. Das heißt, man behandelt zusätzlich mit Tabletten. Für die Behandlung brauchen die Patienten allerdings viel Geduld. Sechs bis zwölf Monate muss die Behandlung meist durchgehalten werden, damit sie zum Erfolg führt.

Wenn die Medikamente nicht vertragen werden, ist eine Lasertherapie noch eine weitere Option. Durch die Hitze des Lasers sollen die Pilzstrukturen abgetötet werden. Die Methode ist allerdings medizinisch umstritten und wird noch nicht von den Krankenkassen gezahlt.

Zehn Tipps gegen die Verbreitung von Fuß- und Nagelpilz

Getrennte Handtücher
Der erkrankte Fuß sollte immer ein eigenes Handtuch bekommen. Damit wird vermieden, dass die Pilzsporen auf andere Hautstellen übertragen werden. Waschen Sie die Handtücher bei mindestens 60 Grad.

Socken zuerst
Bei einer Pilzinfektion sollten die Socken morgens als allererstes angezogen werden. Damit wird vermieden, dass andere Kleidungsstücke mit den Erregern in Berührung kommen.

Gelbe Socken
Ist der Fußpilz einmal da, sollten die Socken zuerst angezogen werden. Bildrechte: Colourbox.de

Trockene Füße
Nach dem Duschen oder Waschen sollten die Zehenzwischenräume besonders sorgfältig getrocknet werden. Das geht mit einem kleinen Handtuch, aber auch mit einem Fön!

Schuhe reinigen
Badelatschen, Flip-Flops und jegliche Schuhe, in denen man barfuß läuft, sollten bei Auftreten von Fußpilz ordentlich gereinigt werden. Denn befallene Hautschuppen können auch mehrere Wochen lang eine Pilzinfektion übertragen.

Füße lüften
Schwitzende Füße sind ein idealer Nährboden für Fußpilz. Daher regelmäßig die Füße lüften und barfuß gehen – allerdings nicht an Orten mit hohem Ansteckungsrisiko, zum Beispiel Schwimmbäder.

Ein Mann läuft barfuß.
Barfuß gehen hilft beim Belüften der Füße. Bildrechte: imago/biky

Füße pflegen
Fußpilz braucht eine "Eintrittspforte", um gesunde Haut zu infizieren. Kleine Risse, wunde oder feuchte Stellen sind eine Einladung für ihn. Pflegen Sie Ihre Füße also sorgfältig und vermeiden Sie zu enges Schuhwerk.

Finger weg!
Die betroffenen Stellen bei der Behandlung möglichst wenig mit den Fingern berühren. Außerdem danach unbedingt Hände waschen! Es besteht sonst die Gefahr, dass man die Pilzerreger weiter verteilt.

Nagelschere reinigen
Fußpflegeutensilien sollten nur von einer Person verwendet werden. Nagelscheren und Feilen sollte man regelmäßig reinigen, einen Bimsstein entsorgt man nach Fußpilzbefall am besten gleich.

Eine Creme wird auf einen Fuß aufgetragen.
Fußpflege verringert das Risko von Hautrissen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Desinfektionssprays vermeiden
Auch wenn Desinfektion erst einmal gut scheint, ist die Wirkung von Desinfektionssprays eher suboptimal, denn sie können die Hautbarriere schädigen. Darum sollten sie besser nicht direkt auf die Füße gesprüht werden.

Risikofaktoren minimieren
Einige Erkrankungen erhöhen das Risiko für Fußpilz. Diabetiker sollten auf einen gut eingestellten Blutzucker achten, Patienten mit ausgeprägten Schweißfüßen auf gute Hygiene.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 18. Februar 2021 | 21:00 Uhr