Was stimmt, was nicht Macht Kaffee süchtig? Neun Gesundheitsmythen im Check

Von "Kaffee macht süchtig" über "Lesen im Dunkeln verdirbt die Augen" bis "Radfahren macht impotent" – es gibt viele Gesundheitsmythen. Doch was ist dran an diesen Theorien? Was stimmt – und was nicht, erklärt Experte Dr. Dietz.

Ein junger Mann trinkt einen Kaffee
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Stimmt es, dass Radfahren impotent macht?

Die gute Nachricht zuerst: Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass durchs Radfahren das Risiko für Impotenz ansteigt. Ein Forscherteam aus Kalifornien zeigte 2018, dass Radfahrer, Schwimmer und Läufer eine ähnliche Gesundheit im Bereich Potenz und Kontinenz aufwiesen. Wer viel Rad fuhr, hatte keine Einbußen bei seiner Männlichkeit.

Junger Mann fährt mit seinem Mountainbike der Marke - Bauer
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Regelmäßige Bewegung ist für das Funktionieren des Körpers wichtig. Beachte: Beim Mann kann die falsche Wahl oder Einstellung des Sattels aber dazu führen, dass dieser im Dammbereich etwas zu heftig auf die Prostata drückt. Ideal ist das zwar nicht, nachhaltige Schäden sind davon aber nicht zu erwarten. Wichtig ist die Wahl des richtigen Sattels. Dadurch können schmerzhafte Ausflüge mit dem Rad vermieden werden, und der Rücken wird auch geschont.

Stimmt es, dass Lesen mit Schummerlicht die Augen verdirbt?

Nein! Lesen im Funzellicht oder unter der Decke mit der Taschenlampe strengt die Augen zwar an. Es ist dann schwieriger, scharf zu sehen. Zusätzlich trocknet die Hornhaut leicht aus, weil man weniger zwinkert. Das reizt das Auge zusätzlich. Das ist aber nur vorübergehend. 

Stimmt es, dass Kaffee süchtig macht?

Kaffee hebt die Stimmung, macht gute Laune. Und der Körper kann sich an regelmäßige Koffeinzufuhr gewöhnen. Eine Sucht im medizinischen Sinne ist das aber nicht.

Stimmt es, dass Kaffee Krebs oder andere Krankheiten verursachen kann?

Das ist falsch! Nach heutigem Kenntnisstand ist es so, dass drei bis vier Tassen Kaffee täglich unbedenklich, wenn nicht sogar gesundheitsfördernd sind. Übermäßiger Koffeinkonsum kann jedoch mit Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht werden.

Stimmt es, dass man nach dem Essen "ruh'n oder 1000 Schritte tun" soll? Was denn nun?

Sich direkt nach dem Essen hinzulegen, ist keine gute Idee für den, der unter Sodbrennen leidet. Durch das Hinlegen können bei einem verminderten Verschlussdruck des Mageneingangs Speisebrei und Magensäure leichter zurückfließen – unangenehmes Sodbrennen ist die Folge.

Und Bewegung nach dem Essen? Der Körper hat mit der Verdauung zu tun, und die Arbeit ist für ihn anstrengend. Nach einem üppigen Essen sollte man auf körperliche Höchstleistungen verzichten. Dann lieber ein wenig sitzen bleiben und ausruhen.

Nach einer leichten Mahlzeit ist gegen einen Spaziergang nichts einzuwenden.

Stimmt es, dass man nach dem Essen nicht schwimmen gehen soll?

Nach einem normalem Imbiss oder einem leckeren Eisbecher besteht keine Gefahr, wenn man baden geht. Wer sich aber richtig vollgefuttert hat, könnte beim Schwimmen Bauchkrämpfe bekommen, da der Magen viel Blut für die Verdauung bindet.

Stimmt es, dass man bei Nasenbluten den Kopf in den Nacken legen soll? 

Stimmt nicht! Bitte so: den Kopf nach vorne, nach unten halten, damit das Blut abfließen kann. Es soll nicht geschluckt werden oder im schlimmsten Fall noch in die Luftröhre gelangt.

Durch festes Zusammendrücken der Nasenflügel kann versucht werden, die Blutung zu stoppen.

Stimmt es, dass gerades Sitzen gut ist für den Rücken?

Nein! Denn, langes aufrechtes Sitzen ist Gift für die Wirbelsäule. Die einseitige Belastung geht auf die Wirbelgelenke und verspannt den Körper. Besser: Öfter die Sitzposition ändern, viel aufstehen oder Lockerungsübungen machen.

Stimmt es, dass kaltes Duschen den Körper abhärtet?

Ja, Wechselduschen und Sauna stärken die Immunabwehr.

Und was ist mit solchen Sprüchen? Wahr oder falsch?

"Bier auf Wein, das lass sein?" Oder "Wein auf Bier, das rat ich Dir?"

Es ist völlig egal, in welcher Reihenfolge man was an Alkohol trinkt – die Menge und das Durcheinander machen den Kater danach.

Tipp Den Kater am nächsten Morgen mit einem kräftigen Katerfrühstück verjagen. Gut helfen Bratheringe, Sauerkrauteintöpfe, Salzgebäck und viel Wasser.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 09. Januar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2020, 18:31 Uhr