Tipps für ein starkes Immunsystem So beugen Sie der Sommergrippe optimal vor

Husten, Schnupfen und Kratzen im Hals sind typische Symptome für eine Erkältung. Der Körper wird durch Krankheitserreger geschwächt und Betroffene fühlen sich schlapp und müde. Die Symptome ähneln denen der Sommergrippe, die aber weitaus heftiger verlaufen kann. Umso wichtiger ist es, Krankheiten optimal vorzubeugen. Wie sich das Immunsystem stärken lässt, erklärt Experte Dr. Dietz.

Junge Frau mit Schnupfen trinkt einen Tee.
Bildrechte: imago/Ukrainian News

Grippe oder Erkältung?

Die Grippe hat ganz typische Symptome: akute Gliederschmerzen, Hustenreiz, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und starkes Krankheitsgefühl innerhalb von Minuten. Die Grippe dauert länger als Erkältungen oder andere Virusinfekte, etwa 3–6 Wochen. An den Nachwehen können Grippe-Kranke noch bis zu einem halben Jahr leiden. Dauerhafte Folgen am Herzen und in den Atemwegen sind beim Vollbild der Grippe häufig und können zu chronischem Kranksein führen.

Was ist eine Sommergrippe?

Die sogenannte Sommergrippe ist keine echte Grippe, sondern "nur" ein grippaler Infekt – also eine handfeste Erkältung. Die Symptome, etwa Husten und Schnupfen, werden nicht von Grippeviren verursacht, sondern von herkömmlichen Erkältungsviren. Grundsätzlich sind im Sommer andere Erreger unterwegs als im Winter. Die Sommerviren bringen zudem häufig eine Magen-Darm-Infektion mit.

Welche Faktoren begünstigen eine Erkältung im Sommer?

Ein benutztes Taschentuch
Bildrechte: imago images/photothek

Zugluft sollte vermieden werden – egal ob zu Hause oder beim Autofahren durch geöffnete Fenster oder eine zu kalt eingestellte Klimaanlage.

Ventilatoren und Klimaanlagen sind zwar angenehm bei heißen Außentemperaturen, können aber die Schleimhäute austrocknen und das Immunsystem schwächen. Die Schleimhäute werden abgekühlt, die Durchblutung wird verringert und Krankheitserreger haben ein leichtes Spiel: Sie können sich leicht auf den ausgetrockneten Schleimhäuten festsetzen und vermehren.

Symptome einer Erkältung

Eine Erkältung beginnt langsam mit einem Kribbeln in der Nase, Niesen, wässrigem Schnupfen, der später fest und gelb-grün werden kann, Halsschmerzen, Heiserkeit, trockenem Husten, später mit Auswurf, Temperatur unter 38 °C, nach 5 bis 7 Tagen übergehend in Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung.

Symptome bei grippalem Infekt

Anderer Begriff für Erkältung, durch Infektion entstanden, Symptome sind Schnupfen, Halsschmerzen, Schlappheit, Husten, Nachtschweiß, Fieber, Gliederschmerzen. Der Verlauf ist kürzer, wenn auch grippeähnlich und man fühlt sich weniger krank als bei der Grippe. Auch ist die Erholungszeit nach überstandenem Infekt kürzer.

Bekommen wir im Winter häufiger Schnupfen?

Ja, aber es liegt auch daran, dass zu dieser Jahreszeit mehr Mikroben in der Luft sind, weniger Licht zur Verfügung steht und der Körper wegen der Temperaturdifferenzen und der trockenen Heizungsluft angestrengter arbeiten muss.

Auch halten wir uns öfter mit anderen Menschen in enger räumlicher Nähe in geschlossenen Räumen auf. Dabei können die Viren schneller wandern. Besonders wichtig ist es jetzt, sich vor Ansteckung zu schützen. Ganz wichtig dabei: häufiges Händewaschen.

Immunsystem stärken Sagen Sie Grippe und Erkältung den Kampf an

Mit diesen einfachen Tipps können Sie Ihr Immunsystem stärken.

Convolut an Obst und Gemüse
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit dem Körper alle lebensnotwendigen Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bildrechte: Colourbox.de
Convolut an Obst und Gemüse
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit dem Körper alle lebensnotwendigen Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bildrechte: Colourbox.de
Ingwer, Zitrone und Honig
Ausreichend trinken: Besonders geeignet sind Teesorten wie Ingwer-, Holunder- oder Lindenblütentee, die das Immunsystem anregen. Bildrechte: colourbox
Frau unter der Dusche
Warm-kalte Wechselduschen beleben und aktivieren das Immunsystem – aber nur, wenn man noch nicht erkältet ist. Bildrechte: Colourbox.de
Laufender Mann vor Vollmond
Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft: Sport steigert die Immunabwehr! Bildrechte: imago images/Kirchner-Media
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 18. Juni 2020 | 17:00 Uhr

Was tun, wenn es einen doch erwischt hat:

  • Viel trinken, um den Schleim zu lösen, z.B. Kräutertees mit Thymian oder Salbei und zum Süßen Honig verwenden
  • Inhalation mit heißem Wasserdampf fördert die Durchblutung der Schleimhäute, auch ein heißes Bad mit ätherischen Ölen trägt zur Entspannung bei und befreit die Atemwege
  • um trockene Heizungsluft zu vermeiden, die die Schleimhäute austrocknet, eine Schale mit Wasser und einem Tropfen ätherisches Öl auf die Heizkörper stellen
  • Spaziergänge an der frischen Luft (nicht aber bei Fieber!)
  • Gegen Fieber helfen lauwarme Wadenwickel
  • Stress vermeiden, damit der Körper Kraft hat, gegen die Viren zu kämpfen
  • Brustwickel, z.B. aus heißen, gestampften Kartoffeln, lindern den Husten
  • hilft auch bei Husten: eine Zwiebel in Würfel schneiden, mit Kandiszucker bei schwacher Hitze aufkochen, eine Weile stehen lassen, den Sud durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter sieben und dann löffelweise einnehmen
  • Hühnersuppe stärkt die körpereigene Abwehr.

Warum hilft Hühnersuppe gegen Erkältung?

Hühnersuppe blockiert im Organismus bestimmte weiße Blutkörperchen, so genannte Neutrophile, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind und bei Virusinfektionen, so auch bei grippalen Infekten, in großen Mengen freigesetzt werden. Das brachten Studien an der Universität von Nebraska zutage.

Außerdem ist belegt: In Hühnersuppe steckt der Eiweißstoff Cystein, der entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute wirkt. Zusätzlich enthält Hühnersuppe beträchtliche Mengen des Mineralstoffs Zink, der an den Eiweißbaustein Histidin gebunden ist. Durch diese Kombination soll das bei Infekten hilfreiche Zink besonders gut aufgenommen werden können.

Rezept für eine Hühnersuppe mit Reis

Zutaten für 6 Personen

  • 1 Suppenhuhn
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 EL Petersilie
  • 2 Tassen Reis
  • 3 TL Instant-Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 3 l Wasser


Das Wasser in einen großen Suppentopf geben und mit etwas Salz zum Kochen bringen. Das Huhn ohne Innereien in den Topf geben und etwas Pfeffer hinzufügen. Es sollte etwa 1 ½ Stunden bei geringer Hitze köcheln. In der Zwischenzeit das Suppengrün waschen, die Zwiebel putzen und alles klein schneiden.

Das Huhn herausnehmen und beiseite stellen. Das geschnittene Gemüse und den Reis in den Topf geben und mit Gemüsebrühe abschmecken. Nach etwa 20 Minuten sind Reis und Gemüse gar.

Inzwischen das Hühnerfleisch von Knochen und Haut befreien und die mundgerechten Stücken in die Suppe geben. Diese kurz kochen lassen. Vor dem Servieren mit etwas Petersilie bestreuen. Wer die entzündungshemmende Wirkung der Hühnersuppe noch steigern will, kann je nach Geschmack ein Stück Ingwerwurzel oder etwas Chili mitkochen.

Oder ist es doch eine Allergie?

Wenn ab dem Frühjahr die Pollen fliegen, wird es noch schwerer, Erkältung, grippalen Infekt oder eine Allergie zu unterscheiden – denn die Symptome, Husten und Schnupfen, ähneln sich.

Diese Fragen können helfen

  • Leiden Sie an geröteten Augen, jucken und tränen sie?
  • Müssen Sie häufig niesen?
  • Werden die Beschwerden stärker wenn Sie nach draußen gehen?
  • Ist Ihr Nasensekret klar und flüssig?
  • Hatten die Eltern eine Allergie?


Lauten die meisten Antworten "Ja", dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Allergie – dies kann bei einem Allergologen oder bei einem HNO-Arzt abgeklärt werden. 

Gute Besserung!

Mehr Gesundheit

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 18. Juni 2020 | 17:00 Uhr