Ultraschallaufnahme eines fünf Monate alten Fötus.
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Missbildungen in Gelsenkirchen Hand-Fehlbildungen bei Babys: Ärzte warnen vor Panikmache

Nach drei Fällen von Fehlbildungen bei Babys in Gelsenkirchen, hat "Hauptsache Gesund" Ärzte an mitteldeutschen Kliniken nach ihrer Einschätzung gefragt. Sie sehen keinen Grund zur Beunruhigung und warnen vor Panikmache.

Ultraschallaufnahme eines fünf Monate alten Fötus.
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Mediziner in Mitteldeutschland warnen angesichts der Häufung von Hand-Fehlbildungen bei Neugeborenen in Gelsenkirchen vor voreiligen Schlüssen oder gar Panikmache. Gerade weil es keine bundesweite Meldepflicht gebe, würden Vergleichszahlen fehlen, um eine Häufung überhaupt festzustellen: "Man kann nicht von einer Häufung sprechen, wenn man nicht weiß, wie hoch die Zahl sonst ist", sagte Prof. Holger Stepan, der Abteilungsleiter der Pränatal- und Geburtsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig, dem MDR-Magazin "Hauptsache Gesund". Dennoch sei es verständlich, dass mehrere Fälle in einem kurzen Zeitraum zunächst stutzig machten. Normalerweise kämen Hand-Fehlbildungen nur in wenigen Einzelfällen vor. Auch Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereiches Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Uniklinikum Dresden, rät zu einem vorsichtigen Umgang: "Es gibt gelegentlich die Situation, dass eine seltene Erkrankung für eine lange Zeit nicht aufgetreten ist, und dann plötzlich mehrere Kinder nacheinander betroffen sind." Hier müsse man wachsam sein, aber nicht in Panik verfallen.

Keine Häufung an den zehn größten Kliniken Mitteldeutschlands

Am Universitätsklinikum Jena etwa wurde im vergangenen Jahr lediglich ein Kind mit Hand-Fehlbildung geboren. Auch in diesem Jahr gab es bisher nur einen Fall – "allerdings wegen einer anderen Form von Fehlbildung an der Hand als in Gelsenkirchen", erklärte Prof. Ekkehard Schleußner, der Leiter der Klinik für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Jena. Eine Abfrage von "Hauptsache Gesund" bei den zehn größten Kliniken in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergab, dass hier bislang keine Häufung von Hand-Fehlbildungen bei Neugeborenen bekannt ist.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 18. September 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 11:36 Uhr