Ein Schild an einer Schule weist auf einen Hepatitisfall hin.
An der Chemnitzer Schlussgrundschule ist Hepatitis A aufgetreten. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Hintergrund Hepatitis: Gefahren, Übertragung und Schutz

Nach einem Hepatitis-Fall an einer Grundschule in Chemnitz setzt die Stadt auf Aufklärung und bietet freiwillige Impfungen an. Welche Hepatitis-Typen gibt es, wie werden sie übertragen und wie kann man sich schützen?

Ein Schild an einer Schule weist auf einen Hepatitisfall hin.
An der Chemnitzer Schlussgrundschule ist Hepatitis A aufgetreten. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Ursache dafür können ganz verschiedene Viren sein. Unterschieden wird zwischen den Hepatitis-Typen A bis E. Zwar können die Virustypen zu ähnlichen Krankheitsbildern führen. Dennoch sind sie sehr verschieden und gehören fünf Virusfamilien mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften an.

Was ist das Gefährliche an einer Hepatitis-Infektion?

Das Tückische an den Hepatitis-Typen B und C ist, dass es keine typischen Beschwerden gibt. Bei Kindern verläuft auch eine Hepatitis-A-Erkrankung asymptomatisch. Eine Viruserkrankung wird daher oft nicht sofort in Betracht bezogen. Aus diesem Grund dürfte es eine ganze Reihe von Betroffenen geben, die gar nicht wissen, dass sie an Hepatitis erkrankt sind. Besonders langjährige, unentdeckte Infektionen mit dem Hepatitis-C- oder -B-Virus können die Leber schwer schädigen. Möglich sind ein Vernarben und Schrumpfen der Leber (Zirrhose) sowie die Bildung von Karzinomen (Leberzellkrebs). Deshalb ist es der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge wichtig, dass die Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt wird. So könne man auch verhindern, dass Betroffene andere Menschen anstecken.

Hepatits ist nicht gleich Gelbsucht

Entgegen der landläufigen Annahme, dass Gelbsucht das Gleiche sei wie Hepatitis, ist die Gelbsucht (auch: der Ikterus) keine eigene Erkrankung. Sie ist vielmehr ein Symptom, dass bei Erkrankungen der Galle oder der Leber auftreten kann. Gelbsucht äußert sich durch eine Gelb-Färbung von Haut, Schleimhäuten und/oder Augen.

Wie werden die Hepatitis-Viren übertragen?

Je nach Virustyp gibt es verschiedene Übertragungswege. So werden die Typen A und E zum Beispiel über verunreinigte Lebensmittel übertragen. Weitere Übertragungswege sind Geschlechtsverkehr (vorwiegend bei Hepatitis B) und Drogenkonsum (Typen B, C und D). Die Hepatitis-Viren B und C können außerdem durch nicht sterile und unhygienische Tätowierungen oder Piercings sowie durch Blut übertragen werden. Da Blutprodukte aber seit 1992 routinemäßig sowohl auf Hepatitis-B- und -C-Viren untersucht werden, ist die Gefahr, sich auf diesem Weg zu infizieren, äußerst gering.

Wer sollte sich testen lassen?

Ein Test auf Hepatitis-Viren empfiehlt sich vor allem für Menschen, die Blutprodukte oder -transfusionen vor 1992 erhalten haben, sowie für Menschen aus Regionen, in denen Infektionen mit Hepatitis B oder C häufig vorkommen. Auch wer in einem Haushalt zusammen mit einer mit Hepatitis infizierten Person lebt oder wessen Sexualpartner oder -partnerin infiziert ist, sollte sich testen lassen. Ebenso ist ein Hepatitis-Test für Menschen, die Drogen spritzen oder dies früher getan haben, empfehlenswert. Für Schwangere ist ein Test auf das Hepatitis-B-Virus im Mutterpass vorgesehen. Tests sind unter anderem bei Hausärzten und Aids-Hilfen möglich.

Wie sind die Heilungschancen?

Eine Spritze wird vorbereitet
Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, gegen Hepatitis C noch nicht. Bildrechte: IMAGO

Wenn eine Infektion mit Hepatitis B nachgewiesen wurde, folgt in der Regel eine jahre- oder sogar lebenslange Behandlung. Dadurch können gefährliche Folgeschäden zumeist verhindert werden. Mit einer Dauer von acht bis zwölf Wochen ist die Therapie einer Hepatitis-C-Infektion deutlich kürzer. Aufgrund inzwischen sehr gut verträglicher Medikamente kann die Erkrankung in den meisten Fällen geheilt werden. Allerdings besteht danach weiter die Gefahr einer erneuten Ansteckung. Hepatitis A heilt dagegen in der Regel von allein aus, therapiert werden nur die allgemeinen Krankheitssymptome.

Wie kann man sich schützen?

Während man sich vor einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus durch eine Impfung schützen kann, ist dies bei Hepatitis C noch nicht der Fall. Daher sollte man den Kontakt mit Gegenständen, an denen Hepatitis-C-Viren haften könnten, zum Beispiel Spritzen, vermeiden. Beim Geschlechtsverkehr kann das Risiko einer Übertragung von Hepatitis-Viren durch die Verwendung von Kondomen deutlich verringert werden.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Robert-Koch-Institut

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 15. November 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 12:47 Uhr