Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
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Herzrasen Wenn das Herz rennt: Checkliste unterstützt Diagnose

Das Herz schlägt 50 bis 100 Herzschläge pro Minute – das ist normal. Doch viele Menschen haben das Gefühl, ihr Herz rast und schlägt wie verrückt. Herzrasen ist oft mit verschiedenen Körperempfindungen verbunden. Sind diese schlagenden Anzeichen harmlos? Oder kann Herzrasen auch ein ernsthaftes Warnsignal für einen medizinischen Notfall sein? Experte Dr. Thomas Dietz weiß Rat. Der Mediziner hat eine Checkliste erstellt, die bei der ärztlichen Diagnose hilfreich sein kann.

Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
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Nach dem Treppensteigen, beim Sport, bei Stress oder auch manchmal im Ruhezustand: Plötzlich fängt das Herz an zu rasen. Klar, man bekommt Angst. Herzrasen kann bei Aufregung, vor Freude oder in einer nervigen Situation ganz normal sein und es kann nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung leiden etwa 100 000 Menschen hierzulande unter gutartigem Herzrasen, auch Herzjagen genannt.

Doch jedes Herzrasen und dessen Ursache, sollte von einem Arzt abgeklärt werden. Ob die Symptome harmlos sind oder nicht, kann ein Arzt am besten einschätzen, wenn er vom Betroffenen genau beschrieben bekommt, wie sich ein Anfall äußert.

Tipp: Checkliste bei Herzrasen nutzen Damit der Arzt besser klären kann, was hinter Ihrem Herzrasen steckt, empfiehlt es sich eine Art Checkliste auszufüllen und diese in der Sprechstunde vorzulegen.

Beantworten Sie so viele Frage wie möglich

  • Wann trat das Herzrasen zum ersten, wann zum letzten Mal auf?
  • Wie oft am Tag, in der Woche, im Monat tritt das Herzrasen auf?
  • Beginnt das Herzrasen plötzlich oder ganz allmählich? Wie?
  • Beginnt das Herzrasen nach/ mit einem bestimmten Ereignis, Erlebnis? Z.B. nach Anstrengungen?
  • Haben Sie Ihren Puls während des Herzrasens kontrolliert? Wie oft schlägt Ihr Herz pro Minute dann? Schlägt es regelmäßig oder unregelmäßig?
  • Was spüren Sie, wenn das herzrasen auftritt? Atemnot? Druck auf der Brust? Ist Ihnen schwindelig? O.a.?
  • Wie endet das Herzrasen?

Eine Frau kniet neben einem Mann, der einen Herzinfarkt erlitten hat, und ruft über ihr Mobiltelefon Hilfe.
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Fragen Sie Ihre Familienmitglieder, ob sie unter Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen leiden oder litten! 

Wichtig ist, dass bei dem Betroffenen ein EKG, also ein Elektrokardiogramm sowohl im Ruhezustand als auch, wenn möglich, während eines Anfalls beim Arzt aufgezeichnet wird. Dann muss der Arzt andere Erkrankungen ausschließen. Dafür werden weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall durchgeführt.

Herzrasen und starkes Herzklopfen können aber auch Zeichen einer Erkrankung des Herzens sein. Zum Beispiel: Herzrhythmusstörung mit Vorhofflimmern, Herzklappenerkrankungen oder eine Erkrankung der Schilddrüse, Bluthochdruck, Blutdruckabfall, Blutarmut, Unterzuckerung.

Aber auch Medikamente, Koffein, Alkohol und Angststörungen können zu Herzrasen führen oder starkes Herzklopfen auslösen. Auch wenn Herzrasen in vielen Fällen nicht lebensgefährlich ist, schränkt es die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein.

Was kann man selbst tun, wenn Herzrasen auftritt?

  • Setzen oder legen Sie sich hin
  • Ruhig und langsam durchatmen
  • Rufen Sie jemanden hinzu
  • Messen Sie wenn möglich Ihren Puls und Blutdruck.
  • Ist kein Messgerät zur Hand, tasten Sie Ihren Puls oder bitten Sie andere, Ihren Puls zu tasten und zu prüfen, ob dieser schnell, regelmäßig oder unregelmäßig ist: Den Puls (Schläge pro Minute) zählt man am besten am Handgelenk über eine Minute oder über 15 Sekunden und multipliziert die Zahl dann mit 4. So kommt man auf die Pulsfrequenz pro Minute.

Zögern Sie nicht, sofort einen Arzt zurufen, wenn Sie sich unwohl fühlen oder unsicher sind. Wenn Atemnot, Kurzatmigkeit, ein Engegefühl in der Brust oder Bewusstlosigkeit vorliegen.

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2018, 10:11 Uhr