Frau isst einen Apfel
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Immunabwehr So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte!

Die Erkältungszeit kommt. Höchste Zeit also, die Abwehrkräfte fit zu machen und sich vor Husten und Schnupfen zu schützen. Mit unseren Tipps klappt das einfach und natürlich – und ganz ohne teure Medikamente.

von Beate Splett und Annett Böhm

Frau isst einen Apfel
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Rund um die Uhr bekämpft unser Immunsystem winzige Erreger, die wir aus der Luft beim Atmen in Nase, Rachen und Lunge aufnehmen – ein anstrengender Job! Doch wir können einiges tun, um unserem Abwehrsystem die Arbeit leichter zu machen. Bei trockenen Schleimhäuten in Nasenhöhlen und Rachen haben Erkältungsviren ein leichtes Spiel. Deshalb ist besonders wichtig, sie feucht zu halten – entweder bei einem Spaziergang an der frischen Luft oder in Innenräumen mit Grünpflanzen oder speziellen Raumluftbefeuchtern. Bei trockener Heizungsluft reicht oft schon ein feuchtes Handtuch, um das Klima im Zimmer zu verbessern.

Schlaf und Hygiene

schlafende Frau
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Was oft vergessen wird: Schlafmangel und Stress schwächen unsere Abwehrkräfte. Damit das Immunsystem volle Power hat, sollten wir ausreichend schlafen und uns erholen. Auch regelmäßiges Händewaschen kann die Anzahl an Infekten um die Hälfte reduzieren.

Fußbäder: Perfektes Training für die Abwehrkräfte

Warme Füße sind wichtig, um gesund zu bleiben. Sie müssen darum gut durchblutet sein. Mit gezielten Wärme- und Kältereizen kann unser Körper seine Regulationsfähigkeit auf Temperaturunterschiede trainieren, im Volksmund auch gern als "Abhärtung" bezeichnet. Doch es muss nicht gleich eine kalte Dusche sein! Für das Training sind auch Fußbäder perfekt geeignet.

Füße in einer Schüssel
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Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann schon ein ansteigendes Fußbad viel bewirken. Dazu die Füße in eine Schüssel mit 30 Grad warmem Wasser tauchen. Alle zwei Minuten wird die Temperatur um ein Grad Celsius erhöht. Solange weiter machen, bis man bei 40 Grad Celsius angelangt ist.

Das Fußbad hilft auch gut gegen Probleme beim Einschlafen. Wer Krampfadern hat, sollte die Behandlung vorher mit seinem Arzt absprechen.

Für Menschen, bei denen die Immunabwehr durchschnittlich gut funktioniert, ist ein Wechselfußbad das richtige. Dabei gilt: Beide Beine für drei Minuten in warmes Wasser tauchen, anschließend für 30 Sekunden mit kaltem Wasser abgießen. Insgesamt drei Durchgänge. Danach nicht mit einem Handtuch abtrocknen, sondern das Wasser nur leicht abstreifen. Ideal ist ein kurzer Spaziergang im Anschluss, der die Durchblutung der Füße zusätzlich anregt. Ist der Schnupfen schon da, sollte man lieber ein ansteigendes Fußbad machen, um den Körper nicht zusätzlich zu schwächen.

Gleiches gilt auch für das Eisbad. Wer ein gutes Immunsystem hat, sich trotzdem stärken möchte und zu den ganz Tapferen zählt, kann sich in eiskaltes Wasser wagen. Bei vier Grad Celsius die Füße für 10 bis 20 Sekunden ins Wasser halten, danach geht es auch hier eine Runde an die frische Luft. Es ist wichtig, dass die Füße anschließend wieder richtig warm werden. Der Körper wandelt den Kältereiz in einen Wärmereiz um, das trainiert die Gefäße und härtet ab. Achtung: Nicht mit kalten Füßen ins kalte Wasser steigen!

Wadenwickel – nicht nur bei Fieber!

Viele kennen die feucht-kalten Wadenwickel gegen Fieber noch aus Kindertagen. Da dienen sie dazu, den Körper zu kühlen und das Fieber zu senken. Doch Wadenwickel eignen sich auch gut, um die Abwehrkräfte zu stärken. Dazu sollten sie jedoch nicht zu kalt und nicht zu feucht sein. Die Füße hochlegen und jedes Bein straff in ein lauwarmes, nur leicht feuchtes (trocken ausgewrungenes) Baumwolltuch wickeln. Darüber kommt ein Frottee-Handtuch, das überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen kann. Anschließend mit einer Wolldecke zudecken, um die Wärme für ein Weilchen zu speichern.

Heilsames Salz

Salzarm sollte nur die Ernährung sein. Zur Vorbeugung und bei Infekten der Atemwege kann Salz hingegen wahre Wunder wirken. Es reinigt die Schleimhäute beim Gurgeln, Spülen und Inhalieren und wirkt befreiend und antibakteriell. Spezielle Salzwasser-Nasensprays gibt es in Apotheken und Drogerien zu kaufen, aber auch mit hausgemachten Möglichkeiten lässt sich Salz einsetzen.

Teelöfel mit Salz
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Gurgeln mit Salzwasser: Dazu einen Teelöffel Kochsalz (ohne Jod) in einem Glas mit ca. 250 Millilitern Wasser auflösen. Einen Schluck in den Mund nehmen und etwa zwei Minuten gurgeln, so dass das Salzwasser den Rachen erreicht. Die salzige Lösung sollte am Ende unbedingt ausgespuckt und auf keinen Fall geschluckt werden!

inhalierende Frau
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Inhalieren mit Salzlösung: Wer keine fertige Salzlösung aus der Apotheke zu Hause hat, kann auch selbst schnell welche herstellen. Dafür Wasser abkochen und noch heiß in eine große Schüssel füllen. In einem Liter Wasser etwa neun Gramm Meersalz auflösen. Den Kopf über die Schüssel halten, ein Handtuch darüberlegen und für zehn Minuten inhalieren. Nicht verbrennen!

Nasenspülung mit Salzwasser: Damit keine zusätzlichen Keime in die Nasennebenhöhlen und die Stirnhöhle gelangen, sollte man hier lieber zu einer fertigen Nasenspüllösung greifen. Kopf über das Waschbecken beugen und mit einer Nasendusche Wasser ins Nasenloch laufen lassen, bis es aus dem anderen Nasenloch wieder herausläuft. Anschließend die Seite wechseln.

Hausarzt-Tipp: Nasse Socken

Die Durchblutung der Füße kann man auch mit nassen Socken steigern. Dazu Baumwollstrümpfe in kaltes Wasser tauchen, leicht auswringen und anziehen. Dicke Wollstrümpfe darüber ziehen und sich mit einer Decke aufs Sofa legen. Wenn sich Füße und Strümpfe erwärmt haben, Socken wieder ausziehen. Wichtig: Der Sockentrick eignet sich nur zur Erkältungsvorbeugung. Wer schon krank ist, sollte lieber die Finger bzw. die Füße davon lassen.

Mit Ernährung gegen Erkältung

heißer Inwertee mit Zitrone
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Vitamin C gilt als das Supervitamin gegen Erkältungen. Nur sollte man es mit frischem Obst und Gemüse zu sich nehmen und nicht in Tablettenform. Gegen grippale Infekte haben sich auch bestimmte Gemüsesorten bewährt. Dazu gehört fast alles, was scharf ist: Meerrettich, Zwiebeln, Lauch oder Radieschen. Auch Gewürze wie Ingwer und Senf können aufgrund ihrer Inhaltsstoffe ordentlich einheizen und unser Immunsystem auf Trab bringen. Besonders wirksam sind hier die enthaltenen Senföle und das Gingerol im Ingwer.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 17. Oktober 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 11:35 Uhr

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