Medikamente Schmerzmittel und ihre Risiken

Frei verkäufliche Schmerzmittel haben viele in der Hausapotheke. Was unterscheidet diese aber von verschreibungspflichtigen Präperaten? Und wann kommt heutzutage Cannabis als Schmerzmittel zum Einsatz?

Verschiedene Tabletten und Kapseln
Schmerzmittel ist nicht gleich Schmerzmittel. Aber bei allen gleich ist: Eine Überdosierung kann zu Abhängigkeiten führen. Bildrechte: colourbox

Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol gehören in jede Hausapotheke. Bei Kopf-, Zahn- oder Gliederschmerzen sind diese Wirkstoffe, richtig dosiert, unverzichtbare Helfer. 

Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol sind nicht-opioide Wirkstoffe. Diese hemmen die Bildung von Prostaglandinen. Diese Botenstoffe entstehen nach Gewebeschäden und begünstigen Schmerzen, entzündliche Reaktionen und Fieber.

Freiverkäufliche Präparate - aber nicht frei dosierbar

Ohne ärztliche Verordnung gilt:  Nicht länger, als vier Tage am Stück und nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat solche Präparate einnehmen. Wer unkontrolliert Schmerztabletten schluckt, riskiert Abhängigkeiten und im schlimmsten Fall schwere Nebenwirkungen wie Leberschäden. Finger weg von Kombipräparaten: Sie bieten keinen zusätzlichen Nutzen, bringen dafür aber ein erhöhtes das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen mit sich.

Verschreibungspflichtige Opiate - nur bei bei schwersten Schmerzen

Die als Opiate bezeichneten Schmerzmittel bekommt man nur auf ärztliche Verordnung. Codein, Tramadol oder Tilidon sind schwach-opioide Wirkstoffe, während Morphin oder Fentanyl zu den stark opioid wirkenden Substanzen zählen. Diese Stoffe wirken direkt im Rückenmark und im Gehirn. Die Anwendung und Dosierung erfordert aufgrund  der hohen Suchtgefahr ärztliches Fingerspitzengefühl. Solche Medikamente kommen bei schwersten Schmerzen, beispielsweise Tumorschmerzen, zum Einsatz.

Antidepressiva und Antiepileptika - gegen Nervenschmerzen

Neuropathische Schmerzen werden oft als brennend, kribbelnd oder schockähnlich beschrieben. Diese Schmerzen gehören zu den am schwierigsten zu behandelnden chronischen Schmerzsyndromen. Hier sind Medikamente, welche gegen Depressionen oder Epilepsie wirken, die Mittel der ersten Wahl. Sie lindern nicht nur schnell und dauerhaft die Schmerzen, sondern wirken auch entkrampfend und stimmungsaufhellend.

Nachteil: Diese Wirkstoffe können zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln führen oder das körpereigene Hormonsystem beeinflussen, weil sie Enzyme stimulieren.

Patient bei der Hirnstrommessung 5 min
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Hauptsache gesund Do 14.11.2019 21:00Uhr 04:56 min

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Wann gibt es Cannabis auf Rezept?

Die Blütenteile der weiblichen Hanfpflanze dürfen seit einigen Jahren auch für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Der Anbau von Cannabis in pharmazeutischer Qualität wird streng kontrolliert. Cannabis enthält über 100 verschiedene Wirkstoffe. Zwei der wichtigsten sind Tetrahydrocannabinol, kurz THC, und Cannabidiol, kurz CBD.

THC hebt die Stimmung, verändert die Wahrnehmung und lindert Schmerzen. Auch CBD lindert Schmerzen, außerdem wirkt es gegen Entzündungen, Krämpfe und Angstzustände. Es gibt verschiedene Cannabis-Präparate auf Rezept: die reinen Blüten, Kapseln, Tropfen, Mundspray oder Öl. Patienten mit Herzrhythmusstörungen oder Depressionen dürfen Cannabis nicht einnehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 10. September 2020 | 21:00 Uhr

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