Milch, Geruch, schlecht
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Gesundheitsgefahr Essen Verdorbene Lebensmittel erkennen

Verdorbene Lebensmittel sind nicht nur ärgerlich für den Geldbeutel. Werden sie verzehrt, können sie zu Gesundheitsproblemen führen. Woran erkennt man also, ob Brot, Wurst, Milchprodukte und Co. noch genießbar sind?

von Beate Splett

Milch, Geruch, schlecht
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Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll. Ein Grund dafür sind häufig die Datumsangaben auf der Verpackung. Doch ab wann wird es wirklich gesundheitsschädlich? In englischsprachigen Ländern heißt es meist "best before", bei uns finden sich Aufschriften wie "mindestens haltbar bis..." oder "zu verbrauchen bis ...". Fast alle Lebensmittel sind mit diesen Angaben und einem Datum versehen. Doch was genau bedeuten sie?

Mindesthaltbarkeit und Verbrauchsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht meist auf Nahrungsmitteln wie Nudeln, Reis oder Brot, aber auch auf Milch, Käse und Joghurt. Die Kennzeichnung sagt lediglich aus, wie lange es mindestens haltbar ist. Ist eine Packung Nudeln noch verschlossen und sind zum Beispiel in einen ungeöffneten Becher Joghurt noch keine Keime gelangt, sind sie auch darüber hinaus noch haltbar und genießbar.

Selbst Eier aus dem Kühlschrank sind noch etwa zwei Wochen nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit gesundheitlich unbedenklich - man sollte sie dann aber nicht roh, sondern nur gegart verwenden.

Milch und Milchprodukte sollte man nach Ablauf einer genauen Prüfung unterziehen: Schmecken und riechen sie unauffällig, sind sie oft noch unverdorben. Nähert sich das Datum, werden viele Nahrungsmittel im Supermarkt günstiger verkauft. Der Qualität tut es aber häufig keinen Abbruch.

Im Unterschied dazu gibt das Verbrauchsdatum an, bis wann ein Lebensmittel tatsächlich verbraucht werden sollte. Hier handelt es sich meist um besonders leicht verderbliche Nahrungsmittel - wie frisches Geflügelfleisch, Hackfleisch oder frischen Fisch, auf denen sich Krankheitserreger stärker vermehren können. Ist dieses Datum erreicht, dürfen die Lebensmittel auch nicht mehr verkauft werden.    

Grafik -Mindesthaltbarkeitsdatumsüberschreitung
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Wie lässt sich erkennen, ob Lebensmittel noch genießbar sind?

Generell gilt: Trockene Lebensmittel sind nicht so leicht verderblich wie feuchte. Und egal welches Datum auf der Verpackung steht, man sollte immer auf die eigenen Sinne vertrauen: Riecht es auffällig anders, hat es sein Aussehen verändert, schmeckt es merkwürdig? Dann lieber kein Risiko eingehen!

Brot und Brötchen sind auch mehrere Tage nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar. Bei ihnen sollte man auf Schimmel und muffigen Geruch achten. Dann am besten entsorgen.

Butter kann – gekühlt gelagert – selbst Wochen oder Monate über das Ablaufdatum hinaus noch haltbar sein. Wird sie ranzig, zeigt sich das an einem stechenden Geruch und einer dunkelgelben Verfärbung. 

Salami
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Bei Wurst kommt es darauf an, ob es sich um luftgetrocknete Salami oder Schinken handelt oder ob es um eher feuchte Frischwurstscheiben in einer Verpackung geht. Die Scheiben halten sich nur wenige Tage lang, verändern die Farbe und riechen unappetitlich. Eine luftgetrocknete Wurst kann sich, kühl und trocken gelagert, über Monate halten und wird oft mit der Zeit immer aromatischer. Das erklärt auch, warum 24 Monate gereifter Schinken so teuer ist.

Käselaibe in einer Käserei
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Käse ist oft noch mehrere Tage bis zu einer Woche essbar, Hartkäse sogar über Monate. Einzige Ausnahme: Bei Rohmilchkäse sollte man das Datum ernst nehmen, sonst besteht die Gefahr einer Listerien-Infektion. Ist Schimmel zu sehen, sollte man ihn bei Hartkäse großzügig entfernen, Weichkäse lieber komplett entsorgen.

Quark und Joghurt sind geöffnet nur wenige Tage, ungeöffnet im Kühlschrank aber Tage bis Monate haltbar. Bilden sie Schimmel oder Bläschen und riechen vergoren, sollte man sie nicht mehr essen.

Bei Milch muss zwischen roher Frischmilch und haltbarer Milch unterschieden werden. Frischmilch ist meist nur wenige Tage über das Datum hinaus haltbar. Bei H-Milch können es mehrere Wochen sein. Verfallene Milch erkennt man am sauren Geruch, im Kaffee flockt sie aus. Vorsicht bei H-Milch: Sie wird nicht sauer, wenn sie verdorben ist.

Orangensaft und Orangen
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Säfte sind ungeöffnet Wochen bis Monate länger unbedenklich. Bilden sich Luftbläschen, riechen sie muffig oder vergoren und ist Schimmel zu sehen, sollte man sie nicht mehr trinken.

Mehl bleibt oft über das Datum hinaus noch mehrere Wochen bis Monate genießbar. Vollkornmehl wird übrigens schneller ranzig als weißes Mehl. Auch hier gilt: Riecht es auffällig ranzig oder ist mit Schädlingen wie Mehlwürmern befallen, dann lieber entsorgen.

Fruchtmarmelade wird durch den enthaltenen Zucker gut konserviert und ist im Kühlschrank auch geöffnet noch über Monate haltbar. Einzige Ausnahme: Kam die Marmelade mit Keimen wie Schimmelsporen in Kontakt, sollte man das ganze Glas entsorgen. Fruchtmarmeladen mit reduziertem Zuckeranteil werden übrigens schneller schlecht, weil sie nicht so gut konserviert sind.

Gewürze sind oft noch Monate lang unbedenklich genießbar und verlieren dann höchstens an Aroma – denkt man. Bei ihnen wird am wenigsten auf das Datum geachtet. Doch auch sie können schlecht werden und zum Beispiel schimmeln. Bilden sie Klümpchen, sollte man sie sicherheitshalber entsorgen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 20. Juni 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2019, 12:25 Uhr