Teller mit Salat
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Grünes auf dem Teller Wie gesund ist Salat?

von Jana Olsen

Teller mit Salat
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Wenig Kalorien, wenig Mineralstoffe

Wenn es um eine gesunde Ernährung geht, kommt man um Salat nicht herum. Er enthält kaum Kalorien, macht satt und ist damit perfekt für alle, die auf ihr Gewicht achten müssen oder wollen. Zudem steckt Salat voller gesunder Pflanzenstoffe und Antioxidantien, die nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes senken. Einige Salatsorten wie Endivie, Radicchio oder Chicorée haben zudem einen hohen Anteil an Bitterstoffen, die stoffwechsel- und verdauungsfördernd wirken.

Allerdings haben Salatmuffel durchaus recht, wenn sie sagen, dass Salat nicht besonders reich an Nährstoffen ist. "Salat gehört nicht zu den Sorten, bei denen der Mineralstoffgehalt wirklich hoch ist. Da sind Wurzelgemüse oder Kohlgemüse, die eine längere Entwicklungszeit haben, mineralstoffreicher", bestätigt auch Martin Krumbein, der am Lehr- und Versuchszentrum Erfurt Anbauversuche mit Salat macht. Salat sei nun mal ein sehr schnell wachsendes Gemüse und hat daher nicht viel Zeit, Mineralstoffe anzureichern.

Abends essen oder nicht?

Sollte man abends lieber keinen Salat essen? Prinzipiell wird Salat abends vom Körper genauso verdaut wie tagsüber. Allerdings vertragen manche Menschen Rohkost generell schlechter als gegartes Gemüse. Sie bekommen vermehrt Blähungen und Verdauungsbeschwerden. Ob Salat am Abend vertragen wird, hängt also eher von der individuellen Empfindlichkeit ab. Zudem gibt es auch beim Salat Verdauungshelfer. Fett und Eiweiß – wie sie etwa mit dem Dressing, Nüssen oder Käse in den Salat kommen – helfen beispielsweise, die fettlöslichen Vitamine besser aufzuschließen.

Vorsicht beim Waschen

Salatpflanzen auf dem Feld
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Das Geheimnis eines knackigen, gesunden Salates liegt zudem in seiner Zubereitung. Da Salat sehr empfindlich ist und schnell verdirbt, sollte er erst unmittelbar vor dem Verzehr mit kaltem Wasser gewaschen werden. Aber nur kurz, denn sonst gehen die wasserlöslichen B- und C-Vitamine verloren. Doch waschen muss sein, auch wenn der Salat äußerlich sauber aussieht. "Wenn mal ein Regenschauer ist, dann spült er Erde oder Sand auch in die feinen Blätter rein", erklärt Salatanbauer Lars Fischer. Auch können sich zwischen den krausen Blättern Insekten verstecken.

Je frischer, desto gesünder

Wer möglichst nährstoffreichen Salat genießen möchte, sollte vor allem Salate kaufen, die gerade Saison und keine langen Transportwege hinter sich haben. Beim Kauf sollte man sorgfältig die Schnittstelle des Salats inspizieren. Je brauner die Schnittstelle, desto älter der Salat. Zu Hause gehört der Salat ungewaschen ins Gemüsefach vom Kühlschrank. Um die Blätter vor dem Austrocknen zu schützen, kann man sie auch in ein feuchtes Tuch einschlagen. Wer den Salat dann erst kurz vor dem Verzehr zubereitet, hat auch ein gesundes Lebensmittel auf dem Teller.

Kleine Salatkunde

Zwei Hände ernten einen Kopfsalat von einem Acker.
Kopfsalat
Kopfsalat punktet mit zarten Blättern und ist mild im Geschmack. Er eignet sich als Grundlage für jeden Salat. Die Schnittstelle des Strunks sollte beim Einkauf noch nicht braun gefärbt sein.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwei Hände ernten einen Kopfsalat von einem Acker.
Kopfsalat
Kopfsalat punktet mit zarten Blättern und ist mild im Geschmack. Er eignet sich als Grundlage für jeden Salat. Die Schnittstelle des Strunks sollte beim Einkauf noch nicht braun gefärbt sein.
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Lollo rosso
Lollo Rosso
Seine weinroten, krausen Blätter machen optisch etwas her. Er hat einen herb-würzigen, leicht bitteren Geschmack und passt gut als Ergänzung zu einem mild schmeckenden Salat.
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Eisbergsalat
Eisbergsalat
Eisbergsalat sieht aus wie ein Kohl, schmeckt aber sehr mild. Der Eisbergsalat wurde früher auf Eis gelagert transportiert und hat daher seinen Namen. Er ist der perfekte Allrounder unter den Salaten.
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Rucolablätter
Rucola
Rucola schmeckt sehr herzhaft und leicht scharf, was an seinem hohen Gehalt an Senfölen und Bitterstoffen liegt. Er eignet sich gut als Zutat zu anderen Salaten, einzeln ist er vielen Verbrauchern zu herb.
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Chicorée
Chicorée
Chicorée ist ein typischer Wintersalat. Er wächst im Dunkeln und hat einen hohen Bitterstoffgehalt, der die Verdauung anregt. Wer den mittleren Strunk herausschneidet, reduziert den Bitterstoffgehalt.
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Ein Teller mit Feldsalat
Feldsalat
Feldsalat hat ebenfalls im Winter Saison. Er hat einen zarten, nussigen Geschmack. Seine kleinen Blätter müssen sorgfältig gewaschen werden und harmonieren perfekt mit Nüssen und Käse.
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Tütensalat – praktisch, aber nicht unbedenklich

In Plastik verpackter Mischsalat
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Zerkleinert, gewaschen und fertig zum Verzehr – Salat aus der Tüte ist praktisch, wenn’s schnell gehen muss. Doch ganz unproblematisch ist der Fertigsalat nicht. An den vielen Schnittstellen des Salats treten Nährstoffe aus, die Bakterien und Keime besonders gern mögen. Im Mikroklima einer Plastiktüte vermehren sie sich dann auch noch gut. Durch gründliches nochmaliges Waschen kann man ihre Zahl zwar verringern, sie aber nicht komplett entfernen. Forscher des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig haben zudem auf solchen Salaten auch multiresistente Keime gefunden, gegen die verschiedene Antibiotika nicht ankommen. Frischer Salat vom Feld bietet daher eine größere Sicherheit und schont nebenbei auch noch die Umwelt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 22. August 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 14:32 Uhr