Bei Temperaturen um 29 Grad Celsius erfrischt sich ein junger Mann im Berliner Lustgarten am Wasser eines Brunnens.
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Tipps für heiße Tage So kommen Sie gesund durch den Sommer

Wir alle lieben die Sonne und wissen doch, dass sie ihre Schattenseite hat. So mancher leidet an Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Schwindelgefühl, wenn die Quecksilbersäule die 30-Grad-Marke übersteigt. Mit den Tipps von Experte Dr. Thomas Dietz können Sie sich besser auf die Temperaturen einstellen und den Hitzestress lindern.

Bei Temperaturen um 29 Grad Celsius erfrischt sich ein junger Mann im Berliner Lustgarten am Wasser eines Brunnens.
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Die Sonne lacht und dann … schon beginnt der Kopf zu schmerzen. Kopfschmerzen treten im Sommer meist aufgrund der Wärme und des hellen Sonnenlichts besonders häufig auf. Gründe dafür können sein:

  • der schon niedriger Blutdruck, fällt an warmen Tagen noch mehr ab
  • Hitze und Schweißausbrüche sorgen dann dafür, dass der Körper viel Wasser und Mineralstoffe verliert
  • Sehr viele Menschen trinken tagsüber zu wenig

Sieben Tipps gegen Sommerkopfschmerzen

  • Achten Sie darauf, dass Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken.
  • Plötzliche Warm-Kalt-Wechsel durch Klimaanlagen können bei empfindlichen Menschen die Hirn-Durchblutung ändern. Entschärfen Sie Kältefallen, wie z.B. Klima-Anlagen im Auto, diese nicht auf Höchstleistung stellen. Zur Gewöhnung die Temperatur nur langsam verringern.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf, damit der Biorhythmus stabil bleibt.
  • Bleiben Sie im Schatten – wenn es geht – und setzten Sie einen Hut auf. Erhöhte Ozonwerte und ein Schwanken des Blutdrucks führen leicht zu Kopfschmerzen.
  • Schützen Sie Ihre Augen. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, diese entlastet die Augen.
  • Meiden Sie zu kalte Speisen, wie Eis, wenn Sie unter Eiscremekopfschmerz leiden.
  • Aufregung, Stress und Hektik bringen den Kreislauf, die Hormone und den Blutzuckerspiegel durcheinander. Gegen den Spannungskopfschmerz hilft bewusste Ruhe und Pfefferminzöl, dass auf die Stirn und die Schläfen aufgetragen wird.

Was tun bei Sonnenstich und Hitzschlag?

Ein Mann wischt sich bei Hitze mit einem Stofftuch über den Kopf.
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Ein Sonnenstich ist harmloser als ein Hitzschlag. Er betrifft nur den Kopf, der rot und heiß wird und zu glühen beginnt. Die Betroffenen fühlen sich schwach und ermattet. Ein Hitzschlag dagegen betrifft den ganzen Körper und geht mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen einher. Die Haut am Körper ist kühl, nur der Kopf ist rot und heiß.

Ist eine Person nicht mehr ansprechbar, rufen Sie sofort einen Notarzt. In allen anderen Fällen können Sie selbst aktiv erste Hilfe leisten. Führen Sie dabei folgende Schritte durch:

  • Bringen Sie die betroffene Person aus der Sonne!
  • Lagern Sie den Oberkörper leicht nach oben.
  • Legen Sie feuchte kühle Tücher auf Kopf und Nacken.
  • Benetzen Sie die Lippen mit Wasser.
  • Geben Sie der betroffenen Person in kleinen Schlucken Wasser zu Trinken.

Ausreichend trinken!

Wasser ist unser Lebenselixier: Als Durstlöscher beugt es Übergewicht vor, aktiviert den Stoffwechsel und auch den Kreislauf. Es ist kalorienfrei, einfach zu besorgen und preiswert. Rundum, es ist unser wichtigstes Lebensmittel. Trotzdem wird es von sehr vielen Menschen unterschätzt, gerade jetzt, in der warmen Jahreszeit. "Hören Sie auf Ihr Durstgefühl", denn Wasser ist mehr als nur eine Erfrischung! Besonders gefährdet sind dabei Kinder und ältere Menschen. Sie müssen besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Ein einfacher Handgriff zeigt dabei, ob der Körper genug Flüssigkeit hat: der Hautfaltengriff. Ziehen Sie mit zwei Fingern die Haut an der Rückseite der Hand nach oben. Lassen Sie diese los. Zieht sie die sofort wieder in Form, ist genügend Flüssigkeit im Körper. Falls nicht, sollte umgehend getrunken werden.

Dr. Dietzs Favorit für heiße Tage Eine handvoll frische Minze zusammen mit einer kleingeschnittenen Ananas und dem Saft einer halben Zitrone im Mixbecher zerkleinern. Noch 50 ml Selterswasser zugeben und fertig ist der superschnelle Ananas-Minze-Drink – perfekt für schöne Sommertage!

Raus aus der prallen Sonne … denn, mit Hautkrebs ist nicht zu spaßen

Sommer, Sonne, Sonnenbaden. Doch, mit den Temperaturen steigt auch die Gefahr für Hautkrebs, denn weißen und den dunklen. Mit Hautkrebs ist nicht zu spaßen, das wissen wir doch alle. Und trotzdem sieht man sie jetzt, im Sommer, überall: Die Sonnenanbeter, die sich ungeschützt über Stunden brutzeln lassen.

Damit bösartige Veränderungen der Haut möglichst früh erkannt werden, empfehlen Hautärzte eine regelmäßige, monatliche Selbstinspektion der Haut.

Hilfreich ist hier die so genannte ABCDE-Regel:
A - steht für Asymmetrie Auffällig ist ein Fleck, der in seiner Form nicht gleichmäßig – rund oder oval – geformt ist.
B - steht für Begrenzung Diese sollte scharf und regelmäßig sein. Unschärfe, Ausfransungen oder Ausläufern muss nachgegangen werden.
C - steht für Color (Farbe) Ein Muttermal mit mehreren Farbtönungen, muss genau im Auge behalten werden.
D - steht für Durchmesser Ein Mal, dessen Durchmesser größer als 5 Millimeter ist, sollte in jedem Fall beobachtet werden.
E - steht für Erhabenheit Ist das Muttermal erhaben, d.h. nicht mehr flach und nicht mehr im Hautniveau, so ist dies ein weiteres verdächtiges Zeichen. Verdächtig ist außerdem immer, wenn ein größeres Mal neu auftaucht oder ein bestehendes Mal sich zu verändern beginnt, beispielsweise nässt, juckt, blutet, druckempfindlich oder entzündet ist.

Welche Hauttypen gibt es? Und wie lange sollten sie sich der Sonne aussetzen?  

Einen gewissen Schutz bietet die so genannte Eigenschutzzeit der Haut. Sie ist diejenige Zeitdauer, in der man im Laufe eines Tages die ungebräunte Haut der Sonne maximal aussetzen kann, ohne dass die Haut rot wird. Je nach Hauttyp ist sie unterschiedlich lang:

Leberfleck
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  • Hauttyp 1: Sehr helle Hautfarbe; rötliches oder hellblondes Haar; blaue, grüne oder hellgraue Augen. Wird nicht braun, sondern bekommt Sommersprossen; Eigenschutzzeit der Haut < 10 Minuten.
  • Hauttyp 2: Helle Hautfarbe; blonde oder hellbraune Haare; blaue, graue oder grüne Augen. Oft Sommersprossen; wird nur langsam braun, häufig Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut 10-20 Minuten.
  • Hauttyp 3: Mittlere Hautfarbe, dunkelbraunes oder hellbraunes, manchmal auch blondes oder schwarzes Haar; braune (blaue, grüne oder graue) Augen. Kaum Sommersprossen, wird relativ schnell braun, manchmal Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut 20-30 Minuten.
  • Hauttyp 4: Bräunliche oder olivfarbene Haut auch in ungebräuntem Zustand. Braune Augen, braunes oder schwarzes Haar. Keine Sommersprossen, wird schnell braun, selten Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut > 30 Minuten.
  • Hauttyp 5: Dunkle Haut auch in ungebräuntem Zustand; dunkle Augen; schwarzes Haar. Keine Sommersprossen, wird schnell dunkelbraun. Kaum Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut > 60 Minuten.
  • Hauttyp 6: Dunkelbraune bis schwarze Haut auch in ungebräuntem Zustand; schwarze Augen; schwarzes Haar; keine Sommersprossen; wird schnell schwarzbraun. Praktisch nie Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut > 90 Minuten.

Anmerkung: Hauttyp fünf und sechs sind in Deutschland sehr selten vertreten.

So schützen Sie sich richtig

Unbedeckte Körperpartien schützt man an besten mit Sonnenschutzpräparaten. Diese sollten hohe Lichtschutzfaktoren (mindestens LSF 20, bei hellhäutigen Personen mindestens LSF 30 und höher) aufweisen und zudem einen gleichwertigen UVA-Schutz bieten. Damit wirkt man gleichzeitig der lichtbedingten vorzeitigen Hautalterung entgegen. Bei Sonnenschutz heißt die Devise: Richtig dick auftragen.

Tipp Der Sonnenschutz braucht eine Weile, um in die Haut einzuziehen und seine Wirkung zu entfalten. Tragen Sie ihn deshalb mindestens 20 bis 30 Minuten vor dem Gang ins Freie auf.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 19. Juli 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2018, 12:06 Uhr