Lebensgefahr Sonnenstich und Hitzschlag – erkennen und richtig reagieren

Es ist Sommer, die Temperaturen erreichen Höchstwerte. Die Hitze strapaziert Körper und Geist. Hitze kann auch lebensgefährlich werden, wenn man sich falsch verhält. Was ist zu tun, wenn die Hitze unserer Gesundheit zusetzt?

Junge schirmt mit einer Hand seine Augen gegen Sonne ab
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Wenn Hitze gefährlich wird

Wer kennt es nicht: Zu lange in der prallen Sommersonne und wir fühlen uns schlapp und kraftlos. Das sind erste Anzeichen, um etwas dagegen zu tun.

Jetzt sollten Sie raus aus der Sonne, sich Ruhe gönnen und etwas trinken. So kommt Ihr Kreislauf wieder in Gang. An heißen Tagen sollten Sie überhaupt Stress und Hektik vermeiden. Denn solche Aufregung fordert den Kreislauf nur zusätzlich.

Sonnenstich und Hitzschlag schnell erkennen

Doch was tun, wenn die Hitze dem Körper schon zu sehr zugesetzt hat? Unser Körper sendet verschiedene Warnsignale aus, die wir ernst nehmen sollten. Hitze kann schließlich lebensgefährlich sein. Wenn die Symptome auf einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag hindeuten, sollten Sie handeln.

Ein mann wäscht sein Gesicht in einem Springbrunnen
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Doch was ist eigentlich der Unterschied? Symptome, wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel deuten auf einen Sonnenstich hin. Durch den Hitzestau unter dem Schädel weiten sich die Gefäße im Kopf. Dadurch werden die Hirnhäute gereizt. Oft ist der Sonnenstich auch mit einem erhöhten Pulsschlag verbunden.

Was bei einem Sonnenstich hilft

  1. Begeben Sie sich an einen kühlen, schattigen Ort.
  2. Legen Sie sich mit erhöhtem Kopf hin.
  3. Kühlen Sie Ihren Nacken mit einem feuchten Tuch.
  4. Trinken Sie viel, aber nicht eiskalt.

Tipps gegen Sommerkopfschmerzen

  • Achten Sie darauf, dass Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken.
  • Plötzliche Warm-Kalt-Wechsel durch Klimaanlagen können bei empfindlichen Menschen die Hirn-Durchblutung ändern. Entschärfen Sie deshalb Kältefallen, wie zum Beispiel Klima-Anlagen im Auto, in dem Sie diese nicht auf Höchstleistung stellen.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf, damit der Biorhythmus stabil bleibt.
  • Bleiben Sie im Schatten – wenn es geht – und setzten Sie einen Hut auf. Erhöhte Ozonwerte und ein Schwanken des Blutdrucks führen leicht zu Kopfschmerzen.
  • Schützen Sie Ihre Augen. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, diese entlastet die Augen.
  • Meiden Sie zu kalte Speisen, wie Eis, wenn Sie unter Eiscremekopfschmerz leiden.
  • Vermeiden Sie Stress und Hektik.

Hitzschlag: Achtung, Lebensgefahr!

Wenn verschiedene Warnsignale des Körpers nicht ernst genommen werden, dann droht der Hitzschlag. Es ist eine der gefährlichsten Folgen, die Ihnen Hitze körperlich zufügen kann.

Wer bei 35 Grad noch Fußball spielt, Joggen geht oder körperlich schwere Arbeit verrichtet, setzt sich hohen gesundheitlichen Risiken aus. Das alles erhitzt den Körper zusätzlich. Außerdem verlieren wir dadurch viel mehr Flüssigkeit. Eine Erhöhung der Körpertemperatur kann die Folge sein. Am Ende droht ein Hitzschlag. Jetzt besteht Lebensgefahr!

Anzeichen für einen Hitzschlag kann ein hochroter Kopf sein oder Schwindelgefühle; Bewusstlosigkeit kann dann schnell dazu kommen. Auffallend ist, dass die betroffenen Personen oft kaum schwitzen und die Haut am Körper kühl ist.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

  1. Weg von der Hitzequelle, also meist der Sonne.
  2. Flach lagern.
  3. Ein nasses Tuch zum Kühlen auf Kopf und Nackenbereich.
  4. Keine plötzlichen kalten Reize, wie eine kalte Dusche!
  5. Bei Bedarf Kleidung lockern.
  6. Etwas trinken, aber auch hier nicht eiskalt.

Sollte eine Person nicht mehr ansprechbar sein, rufen Sie sofort einen Notarzt!

Denken Sie nicht nur an sich!

Oma im Rollstuhl lächelt Enkelkind an.
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Alten und kranken Menschen machen die hohen Temperaturen oft besonders zu schaffen. Am häufigsten kommt es in dieser Zeit zu Problemen mit Herz, Kreislauf und Nieren. Die Sterblichkeit steigt in dieser Zeit.

Werfen Sie darum einen Blick auf ältere Nachbarn und Familienmitglieder. Erkundigen Sie sich regelmäßig, ob alles in Ordnung ist. Fragen Sie nach, wie es ihnen geht und ob sie genug trinken. Bieten Sie Hilfe an, zum Beispiel bei den Einkäufen. Und holen Sie Hilfe, wenn Sie merken, dass sich deren gesundheitlicher Zustand verschlechtert.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 11. August 2020 | 17:00 Uhr