Sechs sternförmig angeordnete Spritzen mit Kanüle
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Masern, Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus Wogegen Impfungen schützen

Der weltweite Anstieg von Masernfällen hat die Diskussion um eine Impfpflicht neu entfacht. Wir beschreiben Ansteckung, Symptome und Folgen der Krankheiten, vor denen die gängigsten Impfungen schützen.

von Beate Splett

Sechs sternförmig angeordnete Spritzen mit Kanüle
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Zu DDR-Zeiten gab es streng verordnete staatliche Impfprogramme. Per Gesetz wurde genau festgelegt, in welchem Alter Kinder und Jugendliche welche Impfung bekommen sollten. Heute wird eine Impfpflicht wieder diskutiert. Impfbefürworter fordern etwa, dass nicht geimpfte Kinder keinen Kindergartenplatz bekommen sollen, um die Ansteckungsgefahr für andere Kinder zu reduzieren. Zu ihnen gehört auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Seinem Gesetzentwurf zufolge sollen ungeimpfte Kinder nicht in die Kita gehen dürfen und Eltern ein Bußgeld zahlen müssen.

Mehr als nur Kinderkrankheiten

Masern

Masern sind eine Virenerkrankung mit anfänglich hohem Fieber, Husten und Schnupfen. Der für Masern typische Hautausschlag bildet sich erst nach einigen Tagen. Auch Masernviren werden von Mensch zu Mensch übertragen und sind hochansteckend.

Beim Husten oder Niesen werden die Erreger über Tröpfchen in der Luft verteilt und auf andere übertragen. Bei etwa jedem zehnten Erkrankten treten Komplikationen auf. Durch die Schwächung des Immunsystems, kann es zu Mittelohr- oder Lungenentzündungen kommen. Besonders schwere Verläufe können zu einer Gehirnentzündung führen, die bei zehn bis zwanzig Prozent tödlich verläuft. Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, wird eine Impfung empfohlen, wenn sie nur einmal oder gar nicht geimpft sind. Der Schutz nach zwei Masernimpfungen hält dann ein Leben lang. Impfreaktionen können leichtes Fieber, Gelenkschmerzen und ein leichter Hautausschlag sein, die aber nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Impfkritiker warnen vor einem Zusammenhang zwischen der Impfung und Erkrankungen wie Autismus oder Morbus Crohn. Dies konnte jedoch nie nachgewiesen werden. Im Jahr 2005 wurden alle Studien dazu untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Warnung ursprünglich von einem englischen Arzt stammte, der seine Studienergebnisse gefälscht hatte.

Meldepflicht seit 2001
Masernfälle müssen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet werden. 2018 gingen dort 543 Meldungen ein, 2017 waren es 929. Zur Einführung der Meldepflicht wurden 6.039 Maserninfektionen registriert.

Keuchhusten

Die Zahl der Keuchhustenfälle steigt seit Jahren wieder an. Allein in Sachsen wurden 2017 mehr als 1.200 Erkrankte gemeldet. Keuchhusten, auch Pertussis genannt, wird durch Bakterien ausgelöst und über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Bei der hochansteckenden Krankheit bilden Bakterien Giftstoffe, die sich in der Schleimhaut der Lunge festsetzen und sie schädigen. Der Überträger kann seine Mitmenschen auch unbemerkt infizieren. Behandelt wird Keuchhusten mit Antibiotika, was zwar andere vor Ansteckung schützt, aber den langwierigen Krankheitsverlauf nur wenig bessert. Dabei werden lediglich die Bakterien abgetötet, die von ihnen gebildeten Giftstoffe bleiben aber weiter wirksam. Die Diagnose lässt sich erst nach einem Bluttest eindeutig stellen.

Auf einem menschlichen Brustkorb sind die Lungen zu sehen. Daneben in der Vergrößerung die Keuchhustenerreger.
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Keuchhusten gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. Für Neugeborene und Säuglinge kann die Krankheit lebensbedrohlich sein. Bei Kindern über einem Jahr tritt sie eher selten auf, da sie meist einen Impfschutz haben. Unter Jugendlichen und Erwachsenen steigen die Zahlen wieder an. Mediziner sehen die Gründe dafür in unzureichendem Impfschutz, denn der hält nicht ein Leben lang. Was viele nicht wissen: Die Keuchhusten-Impfung muss auch im Erwachsenenalter alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Den Serum gibt es nicht einzeln, sondern nur als Kombinationsimpfstoff. Als Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen möglich, sehr selten auch neurologische Missempfindungen, Lähmungen und Erschöpfung.

Diphtherie

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die Bakterien besetzen die Haut und die Schleimhäute und können sich auf den ganzen Körper ausbreiten. Sie bilden ein Gift, das die Niere, die Leber und das Herz schädigen kann. Bei Diphtherie bilden sich Ablagerungen im Mund oder in der Nase bis in die Luftröhre hinein. Die Erkrankung wird mit Antibiotika behandelt.

Ein Kind wird geimpft
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Schäden, die einmal durch die Gifte entstanden sind, können meist nicht mehr geheilt werden. Die Diphtherie-Schutzimpfung sollte auch bei Erwachsenen alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Nach der Impfung kann es an der Einstichstelle zu Hautrötungen und Schwellungen, aber auch zu leichten Erkältungsbeschwerden wie schwachem Fieber oder Abgeschlagenheit kommen. Die Symptome klingen meist schon nach wenigen Tagen wieder ab.

Tetanus

Tetanus ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Tetanus-Bakterien kommen hauptsächlich in Erde oder Tierkot vor und gelangen meist durch Wunden in den Körper. Dringen die Bakterien in den Körper ein, drohen starke Krämpfe. Daher hat die Krankheit auch den Namen Wundstarrkrampf. In der Atemmuskulatur können die Krämpfe zum Ersticken führen.

Blut auf einem Pflaster
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Auch hier entsteht der Schaden vor allem durch die Giftstoffe, die die Bakterien produzieren. Behandelt wird mit einem Antiserum, welches das Gift unschädlich machen soll, sowie mit Antibiotika, um die Bakterien abzutöten. Manchmal ist es notwendig, Keime operativ aus der Wunde zu entfernen.

Zur Vorbeugung wird alle zehn Jahre eine Auffrischung der Impfung empfohlen. Allgemein ist die Impfung gut verträglich. In Einzelfällen wurden aber auch Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen oder Lähmungen, Missempfindungen und weitere Erkrankungen des Nervensystems gemeldet.

Streptococcus pneumoniae auch bekannt als Pneumococcus durch ein Mikroskop betrachtet
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Pneumokokken

Pneumokokken sind für die Mehrzahl der bakteriellen Lungenentzündungen verantwortlich. Sie gehören zur Familie der Streptokokken und werden wie bei einer Erkältung von Mensch zu Mensch übertragen. Man kann Träger der Bakterien sein, ohne selbst daran zu erkranken. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, weshalb die Schutzimpfung allen Menschen über 60 und chronisch Kranken empfohlen wird. Die Erkrankung kann zwar mit Antibiotika behandelt werden, aber die Medikamente helfen nicht immer, da sich häufig Resistenzen bilden. Impf-Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen sind selten.

Wichtiges Dokument: Der Impfausweis

Ein Arzt hält in der einen Hand einen aufgeschlagenen Impfausweis und in der anderen eine Impfspritze
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Vom ersten Lebenstag an werden alle Impfungen in Impfausweisen oder Impfbüchern eingetragen. Ist der Ausweis verschollen, lässt sich schwer nachvollziehen, gegen welche Erkrankungen ein Schutz besteht und gegen welche nicht. Es gibt zwar Bluttests, diese sind aber nicht zu 100 Prozent aussagekräftig und werden auch von den Krankenklassen nicht bezahlt. Ärzte raten daher meist zu einer Grundimmunisierung.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 09. Mai 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2019, 14:55 Uhr