Mücken, Zecken, Eichenprozessionsspinner Krank durch Insekten

Mücken, Zecken oder den Eichenprozessionsspinner gibt es dieses Jahr wieder reichlich. Im einfachsten Fall nerven sie nur. Aber sie können auch krank machen oder bei einer Allergie sogar lebensgefährlich werden.

von Jana Olsen

Es gibt Insekten, die sind überaus lästig – vor allem jene, die sich an uns Menschen laben oder uns sogar krank machen können. Wenn es Ihnen jetzt juckt, ist das übrigens ganz normal. Berichte über jene Krabbeltiere haben nämlich den unangenehmen Nebeneffekt, dass man sich unweigerlich anfängt zu kratzen. Während Sie das tun, stellen wir im Folgenden die wohl unbeliebtesten Insekten Deutschlands und erklären, wie Sie sich schützen können und warum Sie einigen lieber aus den Weg gehen.

Eichenprozessionsspinner

Seit einigen Jahren ist deutschlandweit eine starke Zunahme des Falters zu verzeichnen. Zu Zehntausenden bevölkern seine Raupen hauptsächlich Eichen und führen zum Absterben der Bäume. Doch auch für den Menschen können die Raupen hochgradig gefährlich werden. Jede Raupe bildet bis zu 600.000 Härchen aus. Diese winzigen Brennhaare enthalten ein Nesselgift. Kommt man damit in Berührung, kann es zu schweren allergischen Reaktionen auf der Haut, den Augen und an den Schleimhäuten im Rachen kommen. Die Brennhaare fliegen aber auch bis zu 200 Meter weit durch die Luft. Man sollte es daher unbedingt vermeiden, sich in der Nähe betroffener Bäume aufzuhalten.

Raupennester des Eichenprozessionsspinners in Mitteldeutschland
In diesen Gebieten Mitteldeutschlands bestand 2018 ein besonders hohes Risiko, auf Raupennester des Eichenprozessionsspinners zu treffen. Die Gebiete können sich in diesem Jahr  verändert und auch ausgeweitet haben. Auch außerhalb dieser Areale lässt sich das Vorkommen von Raupen des Eichenprozessionsspinners nicht ausschließen.

Sachsen-Anhalt

  • Altmarkkreis Stendal
  • Landkreis Stendal
  • Landkreis Börde (nördlich der A2)
  • Landkreis Wittenberg
  • Dessau-Roßlau

(Quelle: Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt)

Sachsen

  • Dresdner Heide
  • Landkreise Nordsachsen
  • Bautzen

(Quelle: Sachsenforst)

Thüringen

südlicher Landkreis Hildburghausen in Eichen-Wäldern
(Quelle: Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha)

Karte der Gebiete Mitteldeutschlands, in denen 2018 vermehrt Raupennester des Eichenprozessionsspinners zu finden waren.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mücken

Rund 50 verschiedene Stechmückenarten gibt es in Deutschland. Ihre Stiche verursachen zunächst einen lästigen Juckreiz. Der Impuls zu kratzen, ist verständlich, kann jedoch schlimme Folgen haben. Wenn sich Mückenstiche entzünden, drohen ernsthafte Infektionen und Komplikationen. In südlichen Urlaubsregionen können Mücken zudem auch lebensgefährliche Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen. Der beste Schutz vor Mücken ist helle, weite Kleidung und Mückenschutzmittel. Stiftung Warentest testete 2017 Antimückenmittel. Gute Noten erhielten diese vier Mittel: Autan Insektenschutz Protection Plus, Anti Brumm Forte, Nobite Hautspray DEET 50 % und Anti Brumm Naturell.

Zecken

Zecke auf einem Arm
Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Sie riechen mit den Beinen, ernähren sich von Blut und können dabei eine Vielzahl von Krankheiten auf den Menschen übertragen: Zecken. Zu den häufigsten in Deutschland von Zecken verursachten Erkrankungen gehört die Borreliose, die landesweit vorkommt. Zudem verursachen die Achtbeiner die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die hauptsächlich im süddeutschen Raum, aber inzwischen auch im Süden Sachsens und Thüringens vorkommt. Sie geht mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber einher. Bei einem Teil der Patienten kann es zu einer gefährlichen Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen. Wichtig ist, die Zecke so früh wie möglich zu entfernen. Am besten wird der Blutsauger mit einer Pinzette möglichst weit unten am Hals gepackt. Nach der Entfernung sollte man die Einstichstelle noch einige Zeit beobachten. Ein roter Fleck, die sogenannte Wanderröte, ist ein Alarmzeichen für eine Infektion mit Borrelien.

Wespen

Eine Wespe
Bildrechte: dpa

Durch den langen, trockenen Sommer gab es im vergangenen Jahr in weiten Teilen Mitteldeutschlands eine Wespenplage. Das führte sogar so weit, dass Adrenalin-Pens gegen eine Wespenstich-Allergie in vielen Apotheken ausverkauft waren.

Schon ein einziger Bienen- oder Wespenstich kann für Allergiker lebensbedrohlich sein. Schätzungen zufolge kommt es jedes Jahr dadurch zu 20 Todesfällen in Deutschland. Dabei lässt sich eine Insektengiftallergie durch eine Hyposensibilisierung in den meisten Fällen erfolgreich behandeln. Für Menschen ohne Allergie ist der Stich zwar schmerzhaft, die Beschwerden klingen in der Regel aber nach 24 Stunden ab.

Bettwanzen

Schwarz-gelb gemusterte Wanze auf weißen Blüten
Bildrechte: colourbox.com

Sie sind oft ein ungewolltes Mitbringsel aus dem Urlaub in südlichen Gefilden. Ausgewachsene Exemplare kann man mit bloßem Auge erkennen, sie werden bis zu fünf Millimeter groß. Wie der Name schon vermuten lässt, "wohnen" sie in Matratzen und Betten, sie verstecken sich aber auch hinter Tapeten oder in Ritzen von alten Möbeln. In der Nacht, angelockt vom Geruch und der Wärme des Menschen, beißen sie sich in der Haut fest und saugen Blut. Typisch ist eine Reihe von roten Stellen, sogenannte Wanzenstraßen. Die Wanzen hinterlassen Blut und Kotspuren auf der Matratze. Ihre Bissstellen verursachen unangenehm starken Juckreiz. In der Regel lässt sich dieser mit rezeptfreien Salben gut behandeln. Verschwinden werden die Bettwanzen davon jedoch nicht. Hier hilft nur: die Matratze entsorgen und in hartnäckigen Fällen einen professionellen Kammerjäger holen.

Läuse

Kopf-Laus (Pediculus capitis, Pediculus humanus capitis, Pediculus humanus),
Bildrechte: IMAGO

Die kleinen Blutsauger führen zu kleinen roten Pünktchen auf der Kopfhaut und zu lästigem Juckreiz. Meist sind Kinder betroffen. Aber einmal angesteckt, hüpfen die Tierchen auch gern auf die Köpfe von Eltern oder Großeltern. Läuse fallen jedoch nicht einfach so aus den Haaren, sie übertragen sich vor allem, wenn man die Köpfe eng zusammensteckt. Medizinisch gesehen sind Kopfläuse harmlos. Das Problem ist jedoch, wird zu nachlässig behandelt oder die Läusequelle nicht entdeckt, geht die Läuseplage von vorn los. Den Kopflausbefall in der Schule aus Scham nicht zu melden, ist also genau der falsche Weg. In der Regel reicht eine Behandlung mit einem Anti-Läuse-Shampoo aus der Apotheke. Wichtig ist dabei die wiederholte Behandlung nach acht bis zehn Tagen, da zu diesem Zeitpunkt Läuse aus bisher nicht entfernten Nissen schlüpfen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 13. Juni 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 16:11 Uhr