Masern, Mumps, Röteln Wie gefährlich Kinderkrankheiten für Erwachsene sind

Hohes Fieber, rote Bläschen auf der Haut – die typischen Anzeichen für Windpocken. Doch der Patient ist erwachsen. Kinderkrankheiten können für Erwachsene gefährlich sein. Was man tun kann, erklärt Dr. Thomas Dietz.

Impfspritze liegt auf Impausweis
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Kinderkrankheiten. Der Name trügt, denn auch Erwachsene können sich mit einer Kinderkrankheit anstecken. Während die meisten Kinder beispielsweise Masern, Mumps und Windpocken gut wegstecken, verlaufen die Kinderkrankheiten bei Erwachsenen häufig komplizierter, sie leiden oft heftiger an den Symptomen als Kinder.

Fast jeder kennt sie, die klassischen Kinderkrankheiten wie …

  • Masern
  • Mumps – auch Ziegenpeter genannt
  • Röteln
  • Windpocken
  • Keuchhusten


… entweder, weil man sie selbst hatte oder weil sie im Bekannten- oder Familienkreis aufgetreten sind. Bei den meisten dieser Krankheiten gilt: wenn man sie einmal hatte, ist man ein Leben lang immun.

Wie kann sich ein Erwachsener anstecken?

Ein Erwachsener kann eine Kinderkrankheit eigentlich nur dann bekommen, wenn er sie als Kind nicht durchgemacht hat und keinen Impfschutz besitzt.

Viele Erwachsene haben Lücken bei den Auffrisch-Impfungen: Die Spritzen gegen Wundstarrkrampf etwa, Diphterie und nach aktuellen Studien auch Keuchhusten muss man sich alle zehn Jahren neu holen. Dagegen hält der Schutz vor Mumps (Ziegenpeter), Hepatitis B oder Masern meist ein Leben lang. Vorausgesetzt, man hat gegen Masern die nötige zweite Spritze als Jugendlicher bekommen.

Harmlos?

Frauen, die bald schwanger werden wollen, sollten sich zudem die Impfungen gegen Röteln und Windpocken holen. Außer natürlich, wenn sie die sogenannten Kinderkrankheiten schon hatten. Dann sind sie ihr Leben lang immun. Röteln verlaufen bei Kindern mit Fieber und den typischen Hautflecken meist absolut harmlos. In der Schwangerschaft kann der Virus aber zu schweren Fehlbildungen beim Ungeborenen führen.

Hab ich oder hab ich doch nicht?

Oft ein Problem: Der Impfpass ist weg. Da kann manchmal der Hausarzt weiterhelfen, wenn er die Unterlagen seines Patienten hat.

Falls nicht, sollte man sich besser alle Spritzen noch einmal geben lassen. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission. Denn Bluttests auf Antikörper sind nicht immer zuverlässig. Die lassen sich bei vielen Menschen nach zehn oder zwanzig Jahren nicht mehr nachweisen. Auch wenn sie eigentlich immun gegen eine Krankheit sind.

Sind Impfungen gefährlich?

Es gibt nicht wenige Kritiker, die davon ausgehen. Und tatsächlich gibt es jedes Jahr Fälle von bleibenden Schäden durch Impfen. Allerdings ist das Risiko, beispielsweise nach einer Masernimpfung einen Hirnschaden zu erleiden, sehr gering. Die Chance liegt bei eins zu mehreren Millionen. Sollten tatsächlich Nebenwirkungen auftreten, springt eine staatliche Versicherung ein. Sie kommt zum Beispiel für Arbeitszeitausfall auf.

Wer zahlt die Impfungen?

Die Impfungen bekommt man beim Hausarzt oder beim nächsten Gesundheitsamt. Die Krankenkassen bezahlen alle Vorsorge-Spritzen, die die Ständige Impfkommission empfiehlt. Manche Kassen übernehmen auf Anfrage auch Reiseimpfungen. Etwa gegen Gelbfieber.