Eine Frau hat Kopfschmerzen.
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Deutscher Kopfschmerztag Was hilft gegen Kopfschmerz und Migräne?

Es pocht, es sticht oder zieht, oft nur halbseitig – so äußert sich häufig Migräne. Zu dem heftigen Kopfschmerz kommen weitere Symptome wie Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Doch wie unterscheidet sich eine Migräne von Kopfschmerzen, die zu den häufigsten Beschwerden zählen und in mehr als 200 Arten auftreten können? Was gegen dieses Volksübel hilft, erklärt Gesundheitsexperte Dr. Thomas Dietz.

Eine Frau hat Kopfschmerzen.
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Volksleiden Kopfschmerzen

Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt, sie sind weit verbreitet. Hierzulande haben vier bis fünf Prozent der Menschen täglich Kopfschmerzen und sogar 70 Prozent leiden unter anfallsweisen oder chronisch immer wiederkehrenden Kopfschmerzen. Grundsätzlich leiden Frauen häufiger an Kopfschmerzen als Männer und sogar Kinder sind betroffen.

Kopfschmerzen können eine eigenständige Krankheit sein, wie z.B. Migräne und Spannungskopfschmerzen. Daneben gibt es die sogenannten sekundären Kopfschmerzen, die Begleiterscheinungen oder Folge einer anderen Erkrankung sind, häufig im Rahmen einer Grippe oder Erkältung, bei Bluthochdruck oder einer Hirnhautentzündung.

Die Auslöser für Kopfschmerzen sind vielfältig: Krankheit, Stress, Verspannungen, hormonelle Störungen oder Hunger sind nur einige. Auch die Einnahme von Medikamenten kann eine Rolle spielen.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Eine Verspannung der Schulter- oder Nackenmuskulatur, wie der Name vermuten lässt, ist nicht immer der Grund für diese Kopfschmerzen. Man vermutet eher, dass die Ursache im körpereigenen Schmerzabwehrsystem liegt und dort an einem Mangel des Botenstoffes Serotonin.

Als auslösende Faktoren kommen in Frage:

  • Dauerstress im Berufs- und Privatleben
  • muskulärer Stress, zum Beispiel durch Fehlhaltungen, monotones Sitzen am Arbeitsplatz
  • ungünstige Schlafpositionen
  • ungünstiger Lichteinfall
  • Medikamentenmissbrauch
  • Depression, Angstzustände
  • zu wenig Schlaf
  • Funktionsstörungen des Kauapparats
  • Wetterwechsel

Migräne

Für eine Migräneattacke sind sowohl entzündliche als auch durchblutungsbedingte Krankheitsmechanismen verantwortlich. Migräne ist ursächlich nicht heilbar, kann aber in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Auch hier ist der Botenstoff Serotonin beteiligt.

Häufige Auslösefaktoren:

  • Wechsel im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • hormonelle Einflüsse (besonders bei Frauen)
  • bevorstehende Stresssituationen bzw. die Entspannung danach (sogenannte "Sonntagmorgen-Migräne")
  • Hunger
  • Wetterwechsel
  • Genussmittel, z. B. Alkohol, Nikotin
  • bestimmte Nahrungsmittel, z. B. reifer Käse, bittere Schokolade, Milch, Bananen oder auch geräucherte Speisen

Kopfschmerz, der durch Schmerzmittel verursacht wurde

Eine 3D-Grafik stellt Aktivitäten im menschlichen Kopf dar.
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Die regelmäßige, (fast) tägliche Einnahme von Schmerzmitteln kann Dauerkopfschmerzen auslösen. Diese werden besonders von Kombinationspräparaten hervorgerufen. Dieser durch Schmerzmittel verursachte Kopfschmerz wird oft mit chronischen Kopfschmerzen verwechselt, im Alltag ist hier aber auch für den Arzt eine Unterscheidung nicht immer sofort möglich. Eine eingehende Untersuchung unter Berücksichtigung der eingenommenen Medikamente ist wichtig.

Kopfschmerz als Nebenwirkung von Medikamenten

Medikamente, die gegen eine Erkrankung eingesetzt werden, können als unerwünschte Nebenwirkung Kopfschmerzen verursachen, dazu gehören zum Beispiel:

  • Nitrate (besonders zu Beginn der Therapie)
  • Kalziumantagonisten
  • Hormonpräparate
  • Theophyllin, einem Arzneistoff gegen Asthma und Bronchialerkrankungen

Die Behandlung der Kopfschmerzen hängt von der jeweiligen Art ab

Die weit verbreiteten Spannungskopfschmerzen können zunächst mit Hausmitteln wie einfachen Kältepackungen für den Stirn- und Schläfenbereich angegangen werden. Schmerzmittel sollten nur kurzfristig angewendet werden, maximal zehn Tage im Monat und maximal drei Tage hintereinander. Entspannungsübungen können bei stressbedingten Kopfschmerzen helfen, ebenso Ausdauertraining und Maßnahmen zur Stressbewältigung. Oft reicht schon ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder eine ungestörte halbe Stunde auf dem Sofa, um die Schmerzintensität deutlich zu senken.

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen:

  • Plötzliche, extrem starke Kopfschmerzen
  • begleitende Übelkeit und Erbrechen
  • zunehmende Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung
  • Nackensteifigkeit und hohes Fieber
  • Sehprobleme und Sehstörungen
  • Verwirrtheit, Benommenheit und Bewusstseinstrübung

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 05. Juli 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2018, 07:00 Uhr