Durstlöscher Was ist "bio" am "Bio-Mineralwasser"?

"Bio" ist im Trend und klingt nach einem Schuss Gesundheit, den man dazu kauft. Doch was hat ein Mineralwasser mit "Bio"-Siegel, was die ohne nicht haben?

Mineralwasser wird aus der Plastikflasche in ein Glas gegossen.
"Bio"-Wasser in PET-Flaschen? Im Handel zu finden - und von Verbraucherschützern kritisiert. Bildrechte: imago/CoverSpot

Mineralwasser ist der Deutschen liebster Durstlöscher: Im Jahr 2018 tranken sie insgesamt 11,5 Milliarden Liter. Das entspricht 147,7 Liter pro Kopf. Mehr als 500 Sorten Mineralwasser sind im Handel hierzulande erhältlich. Und einige davon tragen ein "Bio"-Etikett, das mitnichten mit dem landläufig bekannten"Bio"-Siegel zu verwechseln ist. "Sogenanntes Bio-Mineralwasser ist kein Bio-Lebensmittel im klassischen Sinne, denn es fällt nicht unter die EU-Öko-Verordnung. Ein staatliches Bio-Siegel gibt es für Mineralwasser nicht", erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg.

"Bio" ist nicht gleich "Bio"

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes von 2012 ist die Bezeichnung "Bio" für Mineralwasser allerdings durchaus erlaubt - wenn "es nicht nur unbehandelt und frei von Zusatzstoffen ist, sondern im Hinblick auf Rückstände und Schadstoffe deutlich unterhalb der für natürliche Mineralwässer vorgesehenen Höchstwerte liegt", hieß es 2012 erklärend.

In Deutschland gibt es heute sogar zwei privatrechtliche "Bio-Siegel" für Mineralwasser, die mit dem herkömmlichen Bio-Zeichen aber eben nichts tun haben: zum einen das Prädikat "Premiumwasser in Bio-Qualität" (Hamburger Prüfinstitut SGS Fresenius) und ein optisch in verschiedenen Varianten daherkommendes "Bio"-Abzeichen" (Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser) - in ihren für "Bio"-Wasser festgelegten Kriterien unterscheiden sie sich wiederum.

Siegel-Dschungel für Verbraucher

"Wir haben jetzt noch mehr Bio-Siegel, die gar nicht zu dem 'echten Bio' gehören. Es gibt ein großes Durcheinander bei den Verbrauchern und deshalb sind wir über die Lösung nicht glücklich", betont Armin Valet. Deswegen sollte es nach den Verbraucherschützern aus Hamburg auch hier gesetzlich festgelegte Standards geben - und auch nur ein "Bio"-Siegel für Mineralwasser.

Kritik an Einwegverpackungen bei "Bio"-Wasser

Auch die Verpackungen vieler Bio-Wässer sieht Valet kritisch. "Wenn Bio, dann in Mehrwegflaschen. Damit die Verbraucher wissen, das ist die nachhaltigste Lösung, die wir anbieten können", sagt er. Die Praxis sei aber eine andere. "Da geht es häufig nur ums Geschäft. Wer in den Discounter reinkommen will, der muss Einwegflaschen anbieten", stellt Valet fest. Wer nachhaltiges, gesundes und günstiges Mineralwasser trinken möchte, dem empfehlen die Verbraucherschützer regionales Wasser. Bei mehreren hundert Sorten dürfte ja auch für jeden etwas dabei sein.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 25. August 2020 | 20:15 Uhr