Chronische Krankheiten Experte fordert mehr Gewicht für klassische Naturheilverfahren

Prof. Michalsen, Chefarzt für Naturheilkunde, spricht sich dafür aus, dass die Kosten für naturheilkundliche Behandlungen häufiger von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Diese sind freiwillige Kassenleistungen.

Füße, auf welche Wasser gegossen wird
Zu den klassischen Naturheilverfahren gehören auch Kneipp-Anwendungen. Bildrechte: colourbox.com

Klassische Naturheilverfahren müssen mehr Gewicht in der Prävention und Therapie von chronischen Erkrankungen bekommen, das sagte Prof. Andreas Michalsen dem MDR-Magazin "Hauptsache gesund". Er ist Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Berliner Immanuel Krankenhaus und lehrt an der Berliner Charité. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) teilte auf Anfrage des MDR-Magazins "Hauptsache gesund" mit, man habe bereits gesetzliche Regelungen dafür geschaffen, dass die Kassen solche Zusatzleistungen übernehmen können. Allerdings seien es freiwillige Leistungen der einzelnen Kassen, die unterschiedlich und individuell gestaltet sind, heißt es weiter in der Antwort der GKV.

Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

Prof. Michalsen sagt: "Wir reden hier nicht von Voodoo, wir sprechen von altbewährten Verfahren wie Kneipp-Anwendungen, Akupunktur oder Heilfasten. Die Wirkung ist in Studien nachgewiesen." So konnte beispielsweise 2004 an der Charité Berlin in einer Studie die Wirksamkeit von Akupunktur bei Kopfschmerzen und zur Arthrose-Behandlung belegt werden. Zudem wären solche Therapien für Patienten, Kassen und das gesamte Gesundheitssystem kostengünstiger, so Michalsen. Eine Umfrage der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) Karlsruhe von 2018 ergab, dass 75 Prozent der Deutschen das Miteinander von Schul- und Naturmedizin befürworten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 24. Oktober 2019 | 21:00 Uhr