Darstellung eines Kniegelenks auf einem Monitor
Am St. Elisabeth-Krankenhaus werden künstliche Kniegelenke computergestützt und mit Hilfe eines Roboterarms eingesetzt. Die grün markierten Flächen zeigen dem Operateur präzise, wo gefräst werden muss. Der Roboterarm unterstützt seine Hand. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Computergestützte Operationen Nur eine Klinik im Osten nutzt Robotertechnik bei Knie-OPs

Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig nutzt bislang als einzige Klinik im Osten einen Roboter für Knie-OPs und macht damit gute Erfahrungen. Andere Kliniken sind zurückhaltender, unter anderem auch wegen der hohen Anschaffungskosten.

von Kristin Hansen

Darstellung eines Kniegelenks auf einem Monitor
Am St. Elisabeth-Krankenhaus werden künstliche Kniegelenke computergestützt und mit Hilfe eines Roboterarms eingesetzt. Die grün markierten Flächen zeigen dem Operateur präzise, wo gefräst werden muss. Der Roboterarm unterstützt seine Hand. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als einziges Klinikum in Ostdeutschland nutzt das St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig bei Knie-OPs den sogenannten MAKO-Roboter.

Chefarzt Dr. Gotthard Knoll, Krankenhaus St. Elisabeth, Leipzig
Chefarzt Dr. Gotthard Knoll Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das System sei seit 2019 im Einsatz und man habe sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte der zuständige Chefarzt Dr. Gotthard Knoll dem MDR-Magazin "Hauptsache Gesund": "Wir waren in unserer Klinik schon immer sehr innovativ. Aus unserer Sicht bietet diese neue Methode eine wesentlich bessere Qualität". Die Kritik anderer Kliniken an der neuen Technik sei ihm bewusst, "aber die Präzision der Operationen und die Erfolge bei den Patienten haben uns überzeugt. Unsere Patienten sind nach den Operationen schneller wieder mobil, wesentlich beweglicher und sie benötigen auch weniger Schmerzmittel."

Andere Kliniken zurückhaltender

In einer Umfrage von "Hauptsache Gesund" begründeten die zehn größten Krankenhäuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Zurückhaltung gegenüber der Robotertechnik bei Knie-Operationen. Zwar teilen viele Ärzte die Ansicht, dass mit der Technik künstliche Kniegelenke genauer eingesetzt werden können. "Zunächst klingt präziserer Einbau erst einmal gut, aber dies 'erkauft' man sich mit einem zusätzlichen Gerät im OP, einer zusätzlichen Strahlenbelastung durch die zur Planung notwendige Computertomographie und einer verlängerten Operationszeit", sagte Prof. Jörg Lützner. Er ist Leiter des Endo-Prothetik-Zentrums am Uniklinikum Dresden. Zudem gebe es noch zu wenig Langzeit-Erfahrung. "Gegenwärtig liegen keine Daten vor, die ein verbessertes klinisches Ergebnis durch den Einsatz der Robotik belegen", sagte eine Sprecherin des Städtischen Klinikums Dresden.

Der MAKO-Roboter wurde nach Herstellerangaben erstmals 2013 in Deutschland verwendet. Derzeit seien neun solche System bundesweit im Einsatz.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 22. August 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 13:49 Uhr

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