Herzinfarkt
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Wenn das Herz stillsteht Plötzlicher Herztod: So können Sie sich schützen

65.000 Menschen sterben jedes Jahr an plötzlichem Herztod. Doch so plötzlich, wie es der Name vermuten lässt, kommt der oft nicht. Es gibt schon vorher klare Anzeichen und auch Mittel und Wege, um sich zu schützen.

Herzinfarkt
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Es kann ganz schnell gehen. Im ersten Moment schlägt das Herz nicht mehr regelmäßig, Herzrhythmusstörungen setzen ein, dann Kammerflimmern. Diese führt innerhalb weniger Sekunden zum Kreislaufkollaps: Das Herz hört auf zu schlagen, der Blutdruck sinkt auf Null. Nach acht Sekunden bricht der Betroffene bewusstlos zusammen.

Erste Hilfe bei Herzstillstand

Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Denn in nur zwei bis drei Minuten setzt die Atmung aus. Nach circa zehn Minuten tritt der Tod ein. Mit einer Herzdruckmassage können Sie Leben retten. Eine Beatmung ist dabei übrigens zweitrangig. In der Regel ist noch genug Sauerstoff im Blut, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.

So leisten Sie Erste Hilfe

  1. Ansprechbarkeit prüfen.
  2. 112 rufen, wenn der Patient nicht ansprechbar ist und nicht atmet.
  3. Brustkorb in der Mitte fest und schnell herunterdrücken – 100 bis 120 Mal pro Minute. Erst aufhören, wenn der Notarzt eintritt.

Wer ist gefährdet?

Oft ist der Herztod vermeidbar. Und zwar schon lange bevor es zum Zusammenbruch kommt. Denn der Grund dafür ist laut der Deutschen Herzstiftung in den meisten Fällen eine koronare Herzkrankheit. Das ist im Grunde eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Häufig wird die durch Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) ausgelöst. Vor allem über 40-Jährige sind davon betroffen.

Ratgeber

Symptome für Herzkrankheiten Warnsignale: Wenn das Herz schwach ist

Alle fünf Minuten bricht in Deutschland ein Mensch zusammen, weil sein Herz aussetzt. Warnsignale gibt es oft schon lange vorher. Wenn Sie eines davon wiedererkennen, sollten Sie einen Kardiologen aufsuchen.

Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
1. Schmerzen in der Brust Schmerzen in der Brust gehen als Warnsignal häufig mit Atemnot einher. Die Schmerzen sind überwiegend im Brustkorb, können aber auch in den Rücken oder den Kiefer ausstrahlen. Wenn die Schmerzen selbst in Ruhe nicht nachlassen, alarmieren Sie den Notarzt. Bildrechte: IMAGO
Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
1. Schmerzen in der Brust Schmerzen in der Brust gehen als Warnsignal häufig mit Atemnot einher. Die Schmerzen sind überwiegend im Brustkorb, können aber auch in den Rücken oder den Kiefer ausstrahlen. Wenn die Schmerzen selbst in Ruhe nicht nachlassen, alarmieren Sie den Notarzt. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann greift sich an sein Herz
2. Herzrasen Wenn das Herz plötzlich sehr schnell schlägt, ist das oft als Herzrasen der Herzklopfen zu spüren. Der Puls liegt dabei meist zwischen 180 und 200 Schlägen pro Minute. Geht das mit einer eingeschränkten Belastbarkeit einher, kann das auf Herzerkrankungen hinweisen. Bildrechte: IMAGO
Symbolgrafik: Herzfrequenz
3. Hartnäckiges Herzstolpern Herzstolpern kommt durch zusätzliche Herzschläge zustande, die das Herz kurz aus dem Takt bringen können. Das ist meist harmlos. Tritt das jedoch erstmals oder häufiger am Tag auf, sollte man zum Arzt. Bildrechte: imago images / Panthermedia
Frau hat Schwindelgefühl in verschwommener Einkaufsstraße und hält sich die Stirn
4. Schwindelgefühl Schwindelgefühl entsteht meist durch einen starken Abfall des Blutdrucks. Reguliert sich das nicht innerhalb kurzer Zeit oder tritt gehäuft auf, sollte das ein Arzt abklären. Bildrechte: imago images / Panthermedia
Ein Mann liegt bewusstlos auf dem Boden im Wohnzimmer.
5. Bewusstlosigkeit Bewusstlosigkeit ist meist ein einmaliges Ereignis, ausgelöst durch eine bestimmte Situation (zum Beispiel Stress). Häufen sich diese Ereignisse aber, kann das an Herzproblemen liegen. Bildrechte: imago images / Panthermedia
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Aber auch jüngeren Patienten können gefährdet sein. Die Ursachen sind dann häufiger Herzmuskelentzündungen, angeborene Herzfehler sowie genetisch bedingte Herzerkrankungen. Tückisch daran: Sie können lange ohne Beschwerden verlaufen. Außerdem kann auch Drogenkonsum, zum Beispiel von Kokain oder Amphetaminen einen plötzlichen Herztod auslösen.

Früherkennung durch regelmäßige Check-ups

"Männern und Frauen ab 40 Jahren raten wir zu regelmäßigen Check-ups beim Hausarzt", so Dietrich Andresen, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Bei familiärer Vorbelastung, wäre das sogar früher sinnvoll. Bei diagnostizierter Herzerkrankung rät die Stiftung zu Kontrollen beim Kardiologen oder Internisten.

Erwachsene mit angeborenem Herzfehler sollten ihr Herz regelmäßig von einem Spezialisten kontrollieren lassen. Herzspezialist Andresen ergänzt: "Wenn es uns eines Tages gelingen sollte, die Herzkranzgefäßerkrankung zu besiegen, würde auch der plötzliche Herztod seinen Schrecken verloren haben".

Prof. Dr. med. Dietrich Andresen
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Prof. Dr. med. Dietrich Andresen

Prof. Dr. med. Dietrich Andresen

Er ist Kardiologe und Notfallmediziner. Seit 2010 ist Andresden Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Seine Schwerpunkte sind Notfall-, Rettungs- und Intensivmedizin.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 02. Mai 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 18:28 Uhr