Umschau-Quicktipp Wie finde ich die richtige Sonnenbrille?

So gefährdet UV-Strahlung Ihre Augen

Laut Bundesamt für Strahlenschutz sollen mehr als 30 Prozent aller Hornhaut- und Bindehautveränderungen älterer Menschen auf das Konto von UV-Strahlung gehen. Auch viele Fälle von Grauem Star werden auf die Ultraviolett-Strahlen zurückgeführt. Die Schäden entstehen meist nicht plötzlich, sondern entwickeln sich schleichend über Jahre und Jahrzehnte.

Sonnencreme, Badetasche, Sonnebrille am Strand
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Der größte Teil der UV-Strahlung wird im vorderen Bereich des Auges gefiltert und kann dort langfristig schädigen. Bei extrem starker Strahlung – etwa wenn Sie direkt einige Sekunden in die Sonne schauen – können aber auch UV-Strahlen bis auf die Netzhaut gelangen und dort sofort die fürs Sehen so wichtigen Fotorezeptoren zerstören. Ebenso schädlich ist die Belastung durch grelle Schneeflächen oder auch auf dem Wasser. Ohne Schutz durch eine Sonnenbrille kann hier die Hornhaut innerhalb von ein paar Stunden regelrecht verbrennen.

Sonnenbrillen bieten Schutz

UV-Strahlung gefährdet das Auge also an unterschiedlichsten Stellen. Um die Augen langfristig zu schützen, sollten Sie auf jeden Fall eine gute Sonnenbrille besitzen und benutzen. "Wir sind ja im Freien immer einer UV-Strahlung ausgesetzt, deshalb ist es schon ratsam, wenn Sie länger draußen sind, eine Sonnenbrille zu tragen", empfiehlt Augenoptikermeister und Optometrist Thomas Truckenbrod. Das gilt auch für die kalten Jahreszeiten und den Nachmittagskaffee im Freisitz, besonders aber für Strand, Wassersport und Bergwanderung.

UV-Schutz-Angabe auf der Brille

Die Höhe des UV-Schutzes wird in Nanometern angegeben und sollte mindestens bei 380 liegen. Ob Ihre Brille diesen Schutz bietet, erkennen Sie an dem CE-Zeichen, das sich auf der Brille befinden sollte. Damit werden 82 bis 92 Prozent der UV-Strahlen gefiltert. Besser und in vielen anderen Ländern Standard ist ein Sonnenschutz, der UV-Strahlen bis 400 Nanometer filtert. Brillen mit den Aufschriften UV 400 oder 100 Prozent UV-Schutz sind also optimal.

Wichtig zu wissen: Die Angaben werden in Deutschland nicht von Amts wegen geprüft, die Hersteller selbst sind für die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien zuständig. Das heißt, Sie können nur bei einer vom Optiker geprüften Brille wirklich sicher sein, dass sie kann, was sie verspricht. Sind Sie bei Ihrer Brille unsicher, gehen Sie am besten zu einem Optiker und lassen Sie dort den UV-Schutz testen. In der Regel machen das die Optiker kostenlos.

Wichtig und relativ neu: Auch normale Brillengläser können mit einem UV-Schutz ausgestattet werden. "Das kostet zusätzlich, ist aber eine gute Variante, wenn Sie mit Ihrer normalen Brille oft im Freien sind", erklärt der Experte.

Die Tönung

Sonnenaufgang wird von Gläsern einer Sonnebrille reflektiert
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Der ursprüngliche Sinn von Sonnenbrillen besteht darin, nicht geblendet zu werden. Wie gut eine Brille das kann, hängt vom Tönungsgrad der Gläser ab. Der reicht von Kategorie 0 bis 4, also von einem ganz leichten Blendschutz bis zu einer fast 97-prozentigen Tönung für Ski-, Wasser-, und Bergsport. Für Strand und Sport im Freien reicht eine Tönung der Kategorie 3, das ist auch das Maximum fürs Autofahren.

Achtung: Sie sehen einer Sonnenbrille nicht an, wie gut sie vor UV-Strahlen schützt. Die Tönung sagt nichts über den UV-Schutz aus und selbst die dunkelste Sonnenbrille nützt Ihnen nichts, wenn sie über keinen solchen Schutz verfügt.

Die Gläserfarbe

Braune und graue Gläser sind gut geeignet, wenn Sie die Brille zum Autofahren benutzen. Rote, gelbe, blaue oder auch grüne Gläser können zwar schick aussehen, verfälschen aber die Originalfarben. Das kann an der Ampel oder beim Erkennen von Brems- und Blinklichtern für Verwirrung sorgen und unter Umständen gefährlich werden.

Die Brillenform

Damit so wenig UV-Strahlung wie möglich ans Auge gelangt, sollte die Brille es optimal abdecken. Breite Bügel können dabei helfen. Sollten Sie eine Brille im Internet kaufen, lassen Sie sie am besten noch beim Optiker richtig anpassen, damit sie gut sitzt.

Der Preis

An einer Straße werden Sonnenbrillen verkauft.
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Eine gute Sonnenbrille muss nicht mehr als 30 bis 50 Euro kosten. Sie sollte stabil sein, Gegenstände nicht verzerren und Farben nicht extrem verfälschen. Am besten beraten sind Sie mit einer Brille vom Optiker, besonders dann, wenn Sie Gläser mit Sehstärke brauchen. Eine Brille aus dem Modegeschäft oder von der Tankstelle ist nach Meinung unseres Experten immer mit einem gewissen Risiko verbunden: "Sie können mit so einer Billigbrille Glück haben, dass die einen guten UV-Schutz besitzt, er kann aber auch genauso gut fehlen." Das CE-Zeichen ist dabei ein Anhaltspunkt, aber keine Garantie. Ebenso wie kleine Aufkleber auf den Gläsern, die Ihnen "100 Prozent UV-Protection" versprechen, aber nichts garantieren. Geht es nach Thomas Truckenbrod, dann hat eine gute Sonnenbrille Kunststoffgläser: "Die können das UV-Licht viel besser absorbieren, das ist mittlerweile Standard. Von einer Sonnenbrille mit Glasgläsern halte ich nichts."

Sonnenbrillen für Kinder

Mädchen mit Sonnenbrille
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Kaufen Sie diese Brillen am besten im Fachhandel oder lassen Sie eine anderweitig gekaufte dort überprüfen. Die Brille vom Souvenierstand für ein paar Euro sieht vielleicht süß aus, ohne UV-Schutz ist sie aber gefährlicher, als wenn Ihr Kind gar keine Brille tragen würde. Warum? Sie filtert das helle Licht, die Pupille erweitert sich und lässt so noch mehr schädliches UV-Licht durch. Dabei ist ein optimaler UV-Schutz gerade bei den Kleinen wichtig: "Kinder sind tatsächlich besonders gefährdet, da ihre Augen das UV-Licht noch nicht im notwendigen Maß filtern können. Je älter wir werden, umso besser kommt das Auge damit zurecht", erklärt Thomas Truckenbrod. Hinzu kommt, dass Kinder sich bis zu dreimal länger im Freien aufhalten als Erwachsene.

Die Kontaktlinse als Sonnenbrille?

Es gibt getönte Kontaktlinsen auch mit UV-Schutz und sogar Linsen, die sich je nach Lichteinfall heller oder dunkler tönen. Diese Linsen sind für kurze Zeit praktisch, etwa beim Sport, können aber nicht als gleichwertiger Ersatz für eine Sonnenbrille gelten, weil sie nur einen Teil des Auges bedecken. Der Rest ist den UV-Strahlen ungeschützt ausgesetzt.

Der richtige Umgang mit Ihrer Sonnenbrille

Lassen Sie Ihre Brille nicht in Staub, Sand und großer Hitze liegen. Auf Dauer schädigen die UV-Strahlen die Spezialschichten der Brille, die für Entspiegelung und Härte zuständig sind. Kratzer in der Brille vermindern die Tönungswirkung und den UV-Schutz. Außerdem können sie das reine Sehen beeinträchtigen. Gehen Sie also am besten achtsam und pfleglich mit Ihrer Sonnenbrille um.

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Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 00:10 Uhr