Umschau-Quicktipp Schwimmen im Meer

Bewachte Strände

Wer mit Kindern am Strand ist und mit ihnen auch ins Wasser will, sucht sich am besten bewachte Strände. Im Notfall sind so qualifizierte Retter schnell zur Stelle. Das wiederum heißt aber nicht, dass sich Eltern auf Bademeister oder Strandaufsicht verlassen können, denn letztendlich tragen sie die Verantwortung für ihre Kinder selbst. Bewachte Strände haben den Vorteil, dass man fehlende Informationen notfalls vom Personal einholen kann, die Strände meist gepflegt sind und die Wetter- und Wasserverhältnisse an der Strandbeflaggung ersichtlich sind. Allerdings ist zu beachten, dass die Bedeutung der Flaggen und Signale je nach Land verschieden sein kann. Für europäische Länder gilt in der Regel, dass eine rot-gelbe Flagge den bewachten Bereich anzeigt und eine grüne das Baden erlaubt. Bei Gelb ist Achtung geboten, bei Rot das Baden verboten. Eine blaue Flagge signalisiert die einsetzende Flut, und die schwarzweiße Flagge weist Zonen für Wassersportgeräte aus, in denen Baden verboten ist.

Vor dem Baden oder Schwimmen

Wer stundenlang in der Sonne gebrutzelt hat, sollte sich vor dem Baden abkühlen, sonst droht im schlimmsten Fall ein Herzstillstand. Entscheidend ist dabei der Unterschied zwischen Luft- und Wassertemperatur. Je größer diese Differenz ist, desto größer ist die Gefahr, denn der Körper reagiert bei sehr großem Temperaturunterschied im schlimmsten Fall mit einem Schock, der tödlich sein kann.

Unbewachte Strände

Blick auf eine Bucht in der Nähe von Lentas auf Kreta.
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Wer es vorzieht, lieber von leereren und unbewachten Stränden oder vom Boot aus im Meer zu schwimmen, sollte sich vorher über lokale Gegebenheiten informieren. Die DLRG rät auch davon ab, in unbekannten Gewässern allein zu schwimmen.

Viele öffentliche Strände, gerade im Mittelmeerraum, sind unbewacht. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, wählt Bereiche, die noch Handyabdeckung bieten. Außerdem sollte man sich vorher über Strömungs- und Unterströmungsverhältnisse, Gezeiten, Wassertiefe, Untiefen, Sandbänke und Wasserverschmutzung informieren.

Brandung und Strömung

Unterwasseraufnahme einer Welle
Bildrechte: imago images / Westend61

Erreichen die vom offenen Meer heranrollenden Wellen flaches Wasser und werden vom Ufersand gebremst, brechen sie und es entsteht die Brandung. Sie verursacht einen Sog, auch Unterstrom genannt, der der Brandungsrichtung entgegengesetzt ist und auch schon im sehr flachen Wasser dazu führen kann, dass es einem die Beine wegzieht. Bei starker Brandung und eventuell noch parallel herrschenden starken Strömungen ist also Vorsicht geboten. Insbesondere Kinder sollte man nah bei sich haben und gut beaufsichtigen oder sogar ganz auf das Baden verzichten.

Strömungen sind an der Küste nie gleichmäßig. Niemand weiß, wie und in welcher Stärke die nächste Strömung auftritt. Diese kann aber gefährliche Auswirkungen haben. Deshalb, ist es ratsam, sich vor dem Baden oder Schwimmen über Wassertiefen und Strömungen zu informieren. Grundsätzlich gilt: Auch wenn die Strecke länger ist, sollte man immer mit der Strömung schwimmen.

Besonders achten sollten man auf die Sogwirkung von Pfeilern bei Seebauten, wie z.B. Seebrücken, und auf die sogenannte Ripp-Strömung. Diese entsteht, wenn die Brandung an Hindernissen wie Sandbänken oder Felsen nicht ungehindert ins Meer zurückfließen kann. Die Ripp-Strömung ist extrem gefährlich und für fast 80 Prozent der Badeunfälle im Meer verantwortlich.

Sicherheit beim Baden und Schwimmen

Die ruhigste See kann durch plötzlich einsetzenden Wind und Strömungen zum tosenden Meer werden. Auch deshalb sollten gerade Kinder beim Baden immer beaufsichtigt werden. Das Seepferdchen macht noch keinen Schwimmer aus ihnen. Erst mit dem bronzenen Freischwimmer-Abzeichen gelten Kinder laut DLRG auch als Schwimmer.

Badestrand mit Wachtturm
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Bei Kindern ist Spielzeug, das auf dem Wasser schwimmt, sehr beliebt. Es kann aber gerade bei unsicheren Schwimmern zur Gefahr werden, denn sehr schnell sind Schwimmring, Luftmatratze und Co. abgetrieben. Auch sollten diese Spielzeuge niemals als Schwimmhilfen eingesetzt werden.

Achtung: Ertrinkende Kinder schlagen weder wild um sich, noch schreien sie nach Hilfe. Im Gegenteil, sie treiben ruhig auf dem Wasser oder unter der Wasseroberfläche. Wenn ein Körper im Wasser langsam absinkt und wieder hoch kommt, ist das ein Warnsignal. In allen europäischen Ländern erhält man über die Notrufnummer 112 Hilfe. In Deutschland erreicht man mit dem Handy die Seenotrettung Bremen unter 124 124.

Gerade im Meer fällt die Orientierung schwer und Entfernungen werden oft falsch eingeschätzt. Deshalb sollte man sich an der Stelle, an der man ins Wasser geht, einen markanten Punkt einprägen. Auch guten Schwimmern rät die DLRG, nicht weit aufs Meer hinaus, sondern parallel zur Küste zu schwimmen. Wer klassisch krault, hebt besser alle paar Schwimmzüge den Kopf und sieht nach vorn, denn unter Wasser fällt die Orientierung im Meer schwer und die Strömung lässt einen schnell abtreiben.

Langes Baden oder Schwimmen in kaltem Wasser ist gefährlich, denn man verliert schneller Energie, kühlt dabei aus und riskiert einen Muskelkrampf. Kinder sollten bei Wassertemperaturen unter 17 Grad nicht ohne Schutzkleidung oder Rettungsweste bzw. Schwimmflügel ins Wasser gehen. Treten Unterkühlungsanzeichen wie blaue Lippen, Zähneklappern, langsames Sprechen oder Bewegen auf, muss das Kind sofort aus dem Wasser.

Aber auch hohe Temperaturen und die Sonnenstrahlen sind nicht zu unterschätzen. Man schwitzt auch im Wasser und sollte vor dem Baden in Maßen trinken. Die Sonne wirkt im Wasser wie ein Brennglas, deshalb ist es ratsam, vor dem Schwimmen einen Sonnenschutz aufzutragen.

Wenn Wellen stärker werden, heißt es Ruhe bewahren, denn sie sind kraftvoll und man kommt nicht gegen sie an. Anders als bei Brandungswellen kann man auf offener See nicht durch die Wellen hindurch tauchen, sondern muss mit ihnen schwimmen. Ist man gerade auf einem Wellenkamm, sollte man sich orientieren, denn im Tal sieht man nur die nächste Welle.

Wer beim Schwimmen merkt, dass ihm fernab vom Ufer die Kräfte schwinden, sollte versuchen, auf sich aufmerksam zu machen und den Körper ruhig im Wasser liegen lassen. Dazu eignen sich zwei Positionen. In der Schwebelage liegt der Betroffene auf dem Rücken ausgestreckt im Wasser. Der Hinterkopf ist bis zu den Ohren im Wasser, das Kinn wird leicht zur Brust gezogen. Das Gleichgewicht hält man dabei durch leichte Paddelbewegungen mit Armen und Beinen. In der Froschlage liegt der Schwimmer entspannt mit Körper und Kopf bäuchlings im Wasser. Zum Einatmen wird der Mund leicht aus dem Wasser gehoben, ausgeatmet wird in das Wasser. Es ist ratsam, beide Positionen schon vor dem Schwimmen im Meer in einem ruhigen Gewässer oder Pool zu üben.

Mögliche Gefahren im Wasser

Ein Schild warnt an einem Strand in Brasilien vor Haien.
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Haie können einem im Wasser gefährlich werden, allerdings kommt es äußerst selten zu Haiattacken. Haie jagen abends und im Trüben, deshalb sollte man abends und an bedeckten Tagen nicht schwimmen gehen. Auch das Schwimmen in der Nähe von Anglern oder Fischerbooten lässt man besser, denn dort finden Haie Nahrung. An bewachten Stränden wird sofort bei Hai-Sichtung gewarnt und das Meer geräumt.

Eine Feuerqualle.
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Quallen sind Wasserbewohner, denen man häufig begegnet. In Nord- und Ostsee tun sie einem nichts und man kann einfach über sie hinweg schwimmen. Im Mittelmeer, der Karibik oder auch im Pazifik können diese Tiere aber giftig sein und man sollte ihnen unbedingt aus dem Weg gehen. Würfelqualle, Seewespe und Portugiesische Galeere haben bis zu zehn Meter lange Tentakeln, deren Berührung Lähmungen und Kreislaufschwächen auslösen können. Das kann im Wasser schnell zum Ertrinken führen. Am besten informiert man sich vorab über mögliche auftretende Quallenarten.

Jetskis sind vor immer mehr Stränden zugelassen. Wer also weiter draußen schwimmt, sollte auf diese Gefährte Acht geben, um Unfälle zu vermeiden.

Was tun, wenn doch etwas passiert?

Ein Rettungsring am Badestrand.
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Wer einem im Meer in Not geratenen Schwimmer helfen will, sollte einiges dabei beachten. Menschen in Not werden oft panisch, schlagen um sich und versuchen krampfhaft, sich an allem festzuhalten, auch am Retter. Wer dann nicht auf die Rettung eines Ertrinkenden trainiert ist, riskiert, mit ihm gemeinsam unterzugehen. Deshalb rät die DLRG, lieber Hilfe zu holen und dem Menschen in Not, wenn möglich, etwas zum Festhalten wie z.B. einen Schwimmring zuzuwerfen. Wurde der Ertrinkende von einer Strömung erfasst, hilft eine gemeinsam mit anderen Badegästen gebildete Menschenkette, die das Abtreiben verhindern kann. Wer einen Ertrinkenden aus dem Wasser gezogen hat, kontrolliert, ob er atmet. Wenn nicht, muss sofort mit der Wiederbelebung per Herzdruckmassage begonnen werden. War jemand lange unter Wasser und hat Wasser in der Lunge, sollte mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen und mit der Herzdruckmassage weiter gemacht werden, bis Hilfe eintrifft.

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Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 19. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 00:10 Uhr