Umschau-Quicktipp Sonnencreme: So schützen Sie sich richtig!

Das Sonnenkonto der Haut

UV-Strahlung der Sonne kann die Haut langfristig schädigen. Es gibt zwei Arten von UV-Strahlung: UV-A und UV-B.

Die UV-A-Strahlung ist vor allem für schädliche Hautveränderungen verantwortlich. Zu viel von ihr kann zu Pigmentstörungen, Falten oder Hautkrebs führen. Zu viel UV-B-Strahlung sorgt hauptsächlich für Sonnenbrand. Die Zeit, die die Strahlen auf unsere Haut einwirken, summiert sich über die Jahre. Die Haut hat also wie eine Art Sonnenkonto: Wurde im Lauf der Zeit zu viel UV-Strahlung "eingezahlt", ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es zu bedenklichen Hautveränderungen kommt.

Auf das Gesicht eines Kleinkinds wird Sonnencreme mit LSF 50 aufgetragen.
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Besonders empfindlich ist Kinderhaut, weil sie noch sehr weich und dünn ist. Sie muss von Anfang an sehr gut geschützt werden, um auch in höherem  Alter Hautveränderungen zu vermeiden. Übrigens zahlt nicht nur das Sonnenbad am Strand auf das Sonnenkonto ein. Vielmehr ist unsere Haut an sommerlichen Tagen schnell mehrere Stunden der Sonne ausgesetzt, ohne dass wir es merken: etwa auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad, beim Warten auf den Bus oder beim Spaziergang in der Mittagspause. Deshalb sollte die Sonnencreme nicht nur im Urlaub der tägliche Begleiter sein, sondern auch im Alltag. Gesichtscremes mit UV-Schutz können ein Anfang sein, aber auch Arme und Beine sollten an allen sonnigen Tagen geschützt werden.

So wirken Sonnenschutzmittel

Bei Sonnenschutzmitteln gibt es derzeit zwei verschiedene Wirkmechanismen. Produkte mit chemischen UV-Filtern dringen in die oberen Hautschichten ein, wandeln dort die energiereichen Strahlen um und geben sie wieder ab. Die meisten konventionellen Sonnencremes beinhalten chemische Filterstoffe. Der Nachteil: Sie können Allergien auslösen. Außerdem stehen einige der Stoffe in Verdacht, im Körper wie Hormone zu wirken. Aufgrund der Tatsache, dass sie erst in die Haut eindringen müssen, sollten Produkte mit rein chemischen Filtern etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden.

Symbolbild Sonnenschutz
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Es gibt auch Produkte mit physikalischen Filterstoffen. Sie werden auch mineralische Filter genannt. Vor allem Naturkosmetikhersteller nutzen die Partikel aus Titanium- oder Zinkoxid. Anders als die chemischen Filter dringen sie nicht in die Haut ein, sondern bilden auf ihr eine reflektierende Schicht, die das UV-Licht spiegelt. Ihr Nachteil: Sie lassen sich oft schwerer auf der Haut verteilen und hinterlassen weiße Rückstände. Gerade bei hohen Lichtschutzfaktoren über 30 kommt der mineralische Filter meist an seine Grenzen. In vielen Produkten werden chemische und mineralische Filter kombiniert, um einen optimalen und sofortigen Schutz zu gewährleisten sowie die Creme geschmeidig und durchsichtig zu bekommen.

Richtigen Lichtschutzfaktor wählen

Im Handel gibt es Sonnenschutzmittel mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren (LSF) zwischen 6 und 50+ in vielen Abstufungen. Die Angabe bezieht sich auf den Schutz vor der UV-B-Strahlung. Der Lichtschutzfaktor sagt aus, um wie viel länger man sich mit Hilfe des Filters der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Hat die Sonnencreme beispielsweise Lichtschutzfaktor 30, bedeutet dies, dass sich die Eigenschutzzeit der Haut um das 30-fache verlängert. Wichtig ist dafür zu wissen, wie lange die Eigenschutzzeit eigentlich ist. Das hängt vom Hauttyp ab.

Mohnblume im Sonnenlicht
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Die genaue Einschätzung des Hauttyps kann am besten ein Hautarzt vornehmen. Es gibt aber auch Onlinetests zur Selbsteinstufung. Haarfarbe und Hautton sind dabei wichtige Anhaltspunkte: Menschen mit hellen, rötlichen Haaren und sehr heller Haut sollten nicht länger als 10 Minuten ungeschützt in der Sonne bleiben. Schützen sie ihre Haut ausreichend mit LSF 30, könnten sie sich nach der obigen Formel fast fünf Stunden in der Sonne aufhalten. Das wäre jedoch fatal, denn nach etwa zwei Drittel der Schutzzeit lässt die Wirkung nach und Sonnenlicht sollte gemieden werden. Somit wäre im Beispiel nach etwa 100 Minuten Schluss mit dem Sonnenbad – trotz Sonnencreme. Weil die Haut von Kindern besonders anfällig ist, sollte für sie generell mindestens Lichtschutzfaktor 30, besser noch 50 verwendet werden.

Die richtige Anwendung: Viel hilft viel

Drei Esslöffel für den Körper und ein Teelöffel für das Gesicht: So viel Sonnenschutzmittel ist notwendig, um sich umfänglich vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Damit die Filterstoffe ausreichend in die Haut einziehen können, sollten sie idealerweise mit einer halben Stunde Vorlauf aufgetragen werden. Ob dafür Sonnencreme, -lotion, -milch, -spray oder -roller verwendet werden, ist nach Einschätzung von Experten egal.

Sonnencreme-Smiley auf einem Rücken
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Die verschiedenen Produkttypen bieten den gleichen Schutz, sofern sie richtig und in ausreichender Menge angewendet werden. So müssen Sprays beispielsweise meist zwei- bis dreimal hintereinander angewendet werden, um die Haut umfänglich mit Sonnenschutz zu versorgen. Alle Körperpartien, die nicht von gut schützender Kleidung bedeckt sind, sollten eingecremt werden. Ist die Kleidung sehr dünn und luftig, gehört auch darunter Sonnencreme. Besonders anfällige Sonnenbrand-Regionen sind die dünnen Hautstellen am Nasenrücken, den Ohren, der Stirn oder den Fuß- und Handrücken. Sie verdienen eine Extraportion Schutz. In regelmäßigen Abständen sollte nachgecremt werden, vor allem, wenn Schweiß oder Wasser den Sonnenschutz schwächen. Selbst UV-Schutzmittel, die als "wasserfest" verkauft werden, verlieren nach dem Baden ihre Wirkung: Nach internationaler Norm darf ein Produkt als "wasserfest" beworben werden, wenn es nach zwei Mal zwanzig Minuten Schwimmen noch die Hälfte der Schutzleistung bietet.

Das heißt also: Mehrmals täglich muss sich jeder, der sich der UV-Strahlung der Sonne aussetzt, mit ausreichend viel Creme schützen. Die Stiftung Warentest hat ausgerechnet, dass eine Flasche Sonnencreme deshalb nur für etwa fünf Tage reicht – pro Erwachsenem. Wer also mit der Familie mehrere Wochen in den Urlaub fährt, sollte sich entsprechend ausreichend mit Sonnenschutzmitteln eindecken.

Sonnenschutz muss nicht teuer sein

Die Testergebnisse der Stiftung Warentest zeigen: Guter Sonnenschutz ist keine Frage des Preises. In den letzten Jahren haben viele Eigenmarken von Drogeriemärkten, Supermärkten und Discountern in den Tests sehr gut abgeschnitten und sind Testsieger geworden. So geht aus dem aktuellen Test aus dem Juli 2019 die Sonnenmilch der dm-Eigenmarke "Sundance" mit dem Lichtschutzfaktor 30 als Testsieger hervor. Auch Produkte von Aldi, Edeka, Rossmann, Müller, Lidl und Real haben in den Tests 2019 und 2018 sehr gut abgeschnitten. Mit ihnen kostet es weniger als 50 Cent, den ganzen Körper einmal einzucremen. Erstaunlicherweise schneiden besonders teure Produkte oftmals schlecht ab, so auch in diesem Jahr: Ein Sonnenspray der Firma Rituals und eine Creme der Firma Speick wurden nur mit "mangelhaft" bewertet, kosten jedoch das Zehn- bis Zwanzigfache der sehr guten, günstigen Produkte.

Übrigens: Im Ausland sind die Produkte mitunter deutlich teurer. In Italien kostet beispielsweise eine Flasche Sonnencreme einer großen Marke 12,99 Euro – das gleiche Produkt gibt es in der deutschen Drogerie für vier Euro weniger. Zudem ist es in südlichen Ländern unüblicher, sich mit hohen Lichtschutzfaktoren einzucremen. Produkte mit LSF 15 oder 20 sind verbreitet, höhere Lichtschutzfaktoren schwerer zu finden und meist nochmal teurer. Es lohnt sich also, die Sonnencreme schon mit in den Urlaub zu nehmen und nicht erst vor Ort zu kaufen.

Was tun gegen hartnäckige Flecken?

Die meisten Sonnenschutzmittel hinterlassen oft gelbe Verfärbungen an Kleidern. Besonders auf hellen Stoffen fallen die Flecken auf. Ist der Fleck noch frisch, sollen Essigwasser, Backpulver oder Geschirrspülmittel als Hausmittel dagegen helfen. Es gibt aber auch spezielle Fleckenentferner. Um sie gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte die Sonnencreme vor dem Anziehen angewendet und erst richtig eingezogen sein, bevor die Kleidung drüber kommt. Dabei empfehlen sich besonders dunkle Stoffe. Sie lassen die Flecken kaum durchscheinen, schützen zusätzlich vor UV-Strahlung und verstärken somit den Effekt des Sonnenschutzmittels.

Wie lange sind Sonnenschutzmittel haltbar?

Bei Sonnenschutzmitteln ist fast immer ein Mindesthaltbarkeitsdatum abgedruckt, auf jeden Fall aber eine Verbrauchsdauer. Daran kann man sich orientieren. Sonnencreme kann aber auch noch nach Ablauf der Daten verwendet werden, sachgerechte Lagerung vorausgesetzt. Zu warme Temperaturen können jedoch den Lichtschutzfaktor beeinträchtigen, was fatale Folgen für das nächste Sonnenbad haben könnte. Das gilt zum Beispiel auch, wenn die Tube im Sommer im heißen Auto gelagert wurde. Dann kann der Lichtschutz auch bereits vor dem Ablauf der Daten nicht mehr gewährleistet werden.

Wer Sonnencreme im nächsten Sommerurlaub noch verwenden möchte, der sollte die Tube am besten im Kühlschrank überwintern lassen. Hat sich dann nichts an Farbe, Geruch oder Konsistenz geändert, kann die Creme noch einmal benutzt werden. Eine Garantie für eine bestimmte Höhe des Lichtschutzfaktors gibt es nach längerem Öffnen jedoch nicht mehr.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 26. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2019, 05:00 Uhr