Umschau-Quicktipp Thrombose: Das müssen Sie wissen

Zu wenig Bewegung

Hat man den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen oder sehr lange gestanden, staut sich das Blut in den Beinvenen oder es sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe. Es kommt zu Schwellungen. Werden die Beine dann hochgelegt, kann das Blut zurück zum Herzen fließen und die Beschwerden gehen zurück. Auch Sport und ausreichend Bewegung sorgen für Besserung. Denn die Muskeln aktivieren die Venen und damit den Blutfluss. Vereinzelte Tage mit geschwollenen Beinen sind zunächst also unproblematisch.

Venenschwäche

3D-Querschnittsdarstellung einer Vene
Bildrechte: IMAGO

Treten die Beschwerden häufiger auf, kann eine Venenschwäche die Ursache sein. Venen sorgen im Körper dafür, dass Blut zurück zum Herzen transportiert wird. Dabei werden die Venen, die unterhalb des Herzens liegen, besonders beansprucht, denn sie müssen das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben pumpen. Venenklappen in den Beinvenen sollen verhindern, dass das Blut wieder zurückfließt. Gelingt das nicht oder nicht ausreichend, staut sich Blut in den Beinen. Sie schwellen an. Der Druck, den das Blut dabei auf die Venenwände ausübt, führt dazu, dass die Venen geweitet werden. Wärme unterstützt die Ausweitung zusätzlich, weshalb es vor allem in den Sommermonaten zu Beschwerden kommen kann. Die Auswirkungen geweiteter Venen sind an der Hautoberfläche durch sogenannte Besenreißer, bei größeren Venen durch Krampfadern sichtbar. Mediziner unterscheiden unterschiedliche Schweregrade einer Venenschwäche.

Thrombose

Künstlerische Computergrafik eines Gerinnsels
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Schreitet eine Venenschwäche allmählich voran und bleibt unbehandelt, kann daraus eine Thrombose entstehen. Von einer Beinthrombose sprechen Mediziner dann, wenn die tiefen Venen, die von großen Muskelgruppen umgeben sind, betroffen sind. Entsteht dort ein Thrombus, also ein Blutgerinnsel, kann die Vene verstopfen und den Blutkreislauf verhindern. Das erhöht das Risiko einer Lungenembolie, die tödlich enden kann. Bei Problemen in den mittleren und oberflächlichen Venen spricht man von Venenentzündungen. Als Laie erkennt man die Unterschiede allerdings nicht.

Anzeichen einer Thrombose:

  • Das betroffene Bein ist meist deutlich geschwollen. Wade, Knöchel und/oder Fuß sind dicker als sonst.
  • Der Unterschenkel schmerzt krampfartig, auch spontan. Druck auf den Venenverlauf erhöht das Schmerzempfinden.
  • Die Haut spannt und/oder ist gerötet oder bläulich gefärbt.
  • Der Puls ist erhöht. Gelegentlich tritt Fieber auf.

Behandlung und Vorbeugung

Bei Anzeichen einer Venenschwäche und einer Thrombose sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Er beginnt die Untersuchung meist mit einer schmerzfreien Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und kann so den Blutfluss und Veränderungen an den Blutgefäßen feststellen. Bei sehr dicken Beinen kann zusätzlich eine Röntgenuntersuchung zum Einsatz kommen. Hausmittel wie Kühlen, Umschläge oder entzündungshemmende Salben können zwar zunächst angewendet werden, ersetzen aber nicht einen Arztbesuch. Wird eine Thrombose festgestellt, wird diese meist mit Medikamenten (Tabletten oder Spritzen) behandelt. Sie sollen die Auflösung der Blutgerinnsel unterstützen und damit einen unbedenklichen Blutfluss wiederherstellen. In einigen Fällen kann der Thrombus aber auch abgesaugt werden. Ein Klinikaufenthalt ist dafür notwendig. Die Therapie richtet sich immer nach den individuellen Gegebenheiten des Patienten.

Diagnostiziert der Arzt ein Venenleiden, verschreibt er meist auch Kompressionsstrümpfe. Diese werden individuell angepasst und üben je nach Schweregrad der Erkrankung einen unterschiedlichen Druck auf die Venen aus. Das führt zu einem kräftigeren Blutfluss. Kompressionsstrümpfe gibt es mittlerweile in modernen Farben und hautfreundlichen Geweben. Sie werden üblicherweise über Sanitätshäuser bezogen. Wer keine Kompressionsstrümpfe verordnet bekommt, kann aber dennoch vorsorglich welche tragen. Das Gleiche gilt für Stützstrümpfe. Sie üben jedoch deutlich weniger Druck auf die Venen aus als Kompressionsstrümpfe.

Ausreichend Bewegung ist die beste Vorsorge, um Venenbeschwerden zu vermeiden. Joggen, Walking, Wandern – alles, was die Muskeln aktiviert, bringt auch den Blutfluss in Schwung. Fuß- und Beingymnastik kann man unter dem Schreibtisch machen. Eine ausgewogene Ernährung verringert die Gefahr von Venenleiden. Übergewicht, Rauchen, Alkohol und langes Sitzen erhöhen sie.

Besonderheit: Flugreisen

Beine von Flugzeugpassagieren
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Bei Langstreckenflügen von mehr als sechs Stunden besteht ein erhöhtes Risiko, dass Beine, Füße und/oder Knöchel anschwellen und schwer werden. Langes Sitzen, wenig Bewegung und geringe Flüssigkeitszufuhr führen dazu, dass der Blutfluss in den Venen behindert wird. Für gesunde Menschen ist das vorübergehend auch kein Problem. Für Menschen mit Venenschwäche oder entsprechenden Vorerkrankungen kann es allerdings gefährlich werden. Thrombosen können entstehen. Es sollte daher unbedingt vorgesorgt werden.

bunte Kompressionsstrümpfe
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Reise- oder Sportstrümpfe mit einer Stütz- beziehungsweisen leichten Kompressionsfunktion unterstützen den Blutfluss in den Beinen. Das hilft auch gesunden Menschen. Vorerkrankte sollten unbedingt Kompressionsstrümpfe oder –socken tragen. Im Flugzeug selbst kann Fußgymnastik helfen, Stauungen zu lösen. Viel laufen kann man im Flugzeug zwar nicht, aber jeder Schritt durch die Gänge oder zur Toilette hilft, den Blutfluss auf Trapp zu halten und damit das Thromboserisiko zu senken. Viel Trinken hilft außerdem, dass das Blut nicht verdickt. Blutverdünnende Medikamente sollten nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden.

Fazit

Beine eines Mannes: Ein Bein ist etwas dicker als das andere
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Gelegentlich schwere und geschwollene Beine am Abend sind unangenehm, müssen aber nicht gleich Grund zur Sorge sein. Mit ausreichend Bewegung kann dem normalerweise vorgebeugt werden. Treten die Beschwerden immer häufiger oder dauerhaft auf, sollte man einen Arzt aufsuchen. Das kann zunächst der Hausarzt sein. Er überweist je nach Befund zu einem entsprechenden Facharzt, denn dicke und geschwollene Beine können verschiedene Ursachen haben. Als Auslöser gelten zu wenig Bewegung und Venenschwäche, aber auch Herz- oder Nierenleiden können dahinter stecken.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 14. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 00:10 Uhr