Tipps von Professor Dietrich Grönemeyer Rückenschmerzen natürlich lindern

Ob im oberen oder unteren Rücken – Rückenschmerzen kennt eigentlich jeder. Mal verschwinden sie genauso schnell, wie sie gekommen sind. Manchmal quälen sie uns aber auch hartnäckig über Monate. Dann sollten die Ursachen dafür genauer untersucht werden. Das Ergebnis lautet in über 80 Prozent der Fälle: Muskelverspannungen. Wie auch Rosmarin hier helfen kann, erfahren Sie hier.

Eine  Frau hat Rückenschmerzen
Schmerzen im Rücken können auch durch emotionalen Stress und daraus resultierende Verspannungen hervorgerufen werden. Bildrechte: imago images / Jochen Tack

Der Rücken gilt - gemeinsam mit dem Schulter- und Nackenbereich - als Spiegel unserer Seele. Sind wir glücklich und gut gelaunt, gehen wir locker und aufrecht durchs Leben. Sind wir traurig und deprimiert oder belastet uns etwas, sieht man das häufig schon an einem hängenden Kopf und einem gebeugten Rücken. Genau wie Fehlbelastungen oder zu schwach ausgebildete Muskulatur entwickeln sich daraus oft schmerzhafte Muskelverspannungen.

Rückenschmerzen durch Verspannungen

Halten diese Verspannungen über eine längere Zeit an, kann es zu andauernden Rückenschmerzen kommen. "In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind chronische Rückenschmerzen auf Bewegungsmangel, Fehlhaltungen oder emotionale Faktoren zurückzuführen", sagt Deutschlands bekanntester Rückenexperte, Prof. Dietrich Grönemeyer, der Bruder der bekannten Rocklegende Herbert Grönemeyer.

Silhouette einer Frau, die in einem Büro am Schreibtisch sitzt und sich an den Rücken fasst.
Gehen die Rückenschmerzen nicht wieder von alleine weg, sollte der Arzt konsultiert werden. Bildrechte: imago images / Westend61

Hilfe durch Gymnastik und Selbstmassage

Bandscheibenvorfälle sind - anders als häufig vermutet - tatsächlich nur in etwa vier Prozent der Fälle die eigentliche Ursache für die Schmerzen. Die gute Nachricht: Man kann selbst eine Menge dagegen tun, dass es gar nicht erst soweit kommt. "Rückenschmerzen sind kein Schicksal", ist Prof. Grönemeyer überzeugt. Damit will er Patienten ermutigen, die Schmerzen selbst aktiv anzugehen. Er schwört dabei auf Gymnastik mit speziellen Rückenübungen und Selbstmassage. Aber es gibt auch andere natürliche Heilansätze. 

Eine Frau sitzt an Ihrem Schreibtisch ein Mann redet mit Ihr 6 min
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Hauptsache gesund Do 07.05.2020 21:00Uhr 06:12 min

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Alte Methode gegen moderne Leiden: das Schröpfen

Runde Gläser aus Glas oder Silikon und etwas Massageöl, das ist alles, was für die Kunst des Schröpfens benötigt wird. "Es bewirkt im Körper, dass die Durchblutung gefördert wird, dass der Lymphfluss besser funktioniert. Man erreicht auch innere Organe. Und wichtig ist auch die Schmerzlinderung, die dadurch eintreten kann", erklärt Nancy Ahrens vom Schmerzzentrum des DRK-Krankenhauses Chemnitz-Rabenstein.

So wird richtig geschröpft

Nancy Ahrens erklärt das Prozedere: "Ich habe im Glas einen Unterdruck durch das Ansaugen. Wenn ich jetzt hier massiere, sieht man schnell, dass sich das ganz stark rötet. Das ist ein gewünschter Effekt. Dadurch kann ich erkennen, wo was gestaut ist oder wo zu wenig durchblutet ist und dementsprechend später die Gläser draufsetzen."

Therapeutin platziert erhitzte Schröpfglocken auf dem Rücken ihres Patienten.
Schröpfen fördert die Durchblutung. Bildrechte: IMAGO

Dann werden die Schröpfgläser aufgesetzt. Durch den Unterdruck in den Köpfen zieht es die Haut leicht nach oben, exakt in dieser Region wird die Durchblutung stark angeregt. "Unsere Patienten sagen immer, es wäre ein angenehmer Schmerz. Man hat so das Gefühl, es wird mal richtig durchmassiert, mehr bewegt. Es gibt aber durchaus auch Patienten, wo die Verspannung so stark ist, dass es schmerzhafter ist", weiß Nancy Ahrens.

15 bis 20 Minuten bleiben die Gläser auf der Haut, dann werden sie wieder abgenommen. Die meisten Patienten spüren schon wenige Minuten nach der Behandlung eine Verbesserung .

Vorsicht! Nicht geeignet ist die Therapie bei Patienten, die Blutverdünner einnehmen oder zu hohen Blutdruck haben. Sie sollten die Behandlung vorher unbedingt mit ihrem Arzt absprechen.

Tipp von Prof. Dietrich Grönemeyer: Rosmarin gegen Muskelverspannungen

Ob als frisches Kraut oder getrocknet: Viele kennen Rosmarin als Gewürz für die deftige Küche. Doch die grünen Stängel können noch viel mehr. Dank seiner ätherischen Öle wie Cineol und Kampfer wirkt Rosmarin wärmend und durchblutungsfördernd. Und diese Effekte können auch verspannte Muskeln lockern. Rosmarin lässt sich gut als Öl für entspannende Massagen oder als Badezusatz für Wannenbäder verwenden.

Rosmarin-Massageöl und Rosmarin als Badezusatz

Rosmarin-Massageöl

Zutaten:

  • 5 ml Rosmarinöl (aus der Apotheke oder dem Reformhaus)
  • 50 ml Mandelöl (aus der Apotheke oder dem Reformhaus)


Zubereitung: Beide Öle in ein Gefäß aus braunem Glas geben und miteinander vermischen. Die betroffenen Stellen mit ein paar Tropfen Öl massieren. 

Rosmarin als Badezusatz

Zutaten:

  • 50g Rosmarinblätter aus der Apotheke
  • 1 L Wasser


Zubereitung: Die Rosmarinblätter mit dem Wasser kurz aufkochen und 15 bis 30 Minuten ziehen lassen. Die Blätter abseihen und den Sud ins Badewasser geben. Höchstens zweimal täglich für 20 Minuten baden. Nicht länger als zwei Wochen anwenden.  

kleiner Strauch Rosmarin
Dank seiner ätherischen Öle wie Cineol und Kampfer wirkt Rosmarin wärmend und durchblutungsfördernd. Bildrechte: imago/Stylbruch

Tipp Noch mehr pflanzliche Tipps gegen Rückenschmerzen und viele andere Beschwerden gibt es in dem Buch von Friederike und Prof. Dietrich Grönemeyer: "Selbst heilen mit Kräutern - Pflanzenheilkunde für zu Hause". 

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 29. Oktober 2020 | 21:00 Uhr

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