Frau trinkt Mineralwasser aus Flasche bei großer Hitze
Bei Hitze sollte man viel trinken. Bildrechte: IMAGO

Stiftung Warentest Stilles Mineralwasser oft verkeimt

Stiftung Warentest hat 32 Sorten natürliche Mineralwasser ohne Sprudel getestet, das Ergebnis ist ernüchternd: Viele waren mit Keimen oder Schadstoffen belastet. Nicht einmal die Hälfte der Wasser schaffte die Note "gut". In einem Bio-Wasser wurden sogar resistente Erreger entdeckt.

Frau trinkt Mineralwasser aus Flasche bei großer Hitze
Bei Hitze sollte man viel trinken. Bildrechte: IMAGO

Stille Mineralwasser sind oft mit Keimen oder kritischen Stoffen belastet oder enthalten Rückstände aus Landwirtschaft und Industrie. In einer Untersuchung von Stiftung Warentest  erhielten nur 15 von 32 natürlichen Sorten Wasser ohne Kohlensäure die Note "gut".

Zwei mit Bio-Label beurteilten die Tester sogar mit "mangelhaft": "BioKristall Still" und die aus Brandenburg stammende "Rheinsberger Preussenquelle Still Bio". Letztgenanntes Wasser war beim Test sehr stark mit Keimen belastet - darunter auch mit solchen, die für Immunschwache gefährlich werden könnten und selbst für gesunde Menschen ein geringes Risiko darstellen.

Günstiges Wasser auch das beste

Wer stilles Mineralwasser kaufen will, kann laut Stiftung Warentest getrost zu den günstigen Marken greifen. Die Produkte mit den vier besten Bewertungen kosteten alle nur 13 Cent pro Liter, sie stammten von Edeka ("Gut & Günstig"), Aldi Nord ("Quellbrunn Naturell"), Rewe ("Ja still") und Kaufland ("K-Classic still"). Auch von ihnen stammt ein Teil aus Brandenburg.

Baby-Wasser sind unnötig

Unter den 32 getesteten stillen Mineralwassern werden drei als Baby-Mineralwasser angeboten, sechs haben ein Bio-Label.

Spezielle Baby-Wasser sind laut Stiftung Warentest unnötig. Die Tester raten, Nahrung für Babys in den ersten Monaten grundsätzlich zur Sicherheit nur mit abgekochtem Wasser aus der Leitung zuzubereiten.

Leitungswasser ist oft sauberer

Auch für alle anderen Menschen empfehlen die Tester das Wasser aus dem Hahn. Es sei genauso gut und deutlich günstiger als stilles Wasser aus der Flasche.

Neben dem Mineralwasser untersuchte Stiftung Warentest auch Leitungswasser von 20 verschiedenen Regionen in Deutschland auf insgesamt 126 Verunreinigungen. In keiner der Proben wurden gesundheitlich bedenkliche Mengen eines Stoffes gefunden, alle Wasser erfüllten die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juni 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2019, 13:45 Uhr

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17 Kommentare

28.06.2019 17:14 Generation 65+ 17

stille Wasser sind tief und dreckig sagt der Volksmund ... ist da doch mehr dran als wir vermuten? bei hohen Temperaturen kommt das Wasser milchig aus der Leitung und wird erst nach Minuten klar. haben deshalb schön öfter Mineralwasser benutzt

27.06.2019 13:04 Querdenker 16

@nilux 14

Was für ein lächerlicher „Argumentum ad hominem“ Beitrag von Ihnen.

Auf der Erde gibt es sehr viele Stoffe die „natürlich“ vorkommen, die man aber wegen der Giftigkeit nicht im Essen oder in Getränken haben möchte.

Ob etwas „natürlich“ vorkommt ist völlig bedeutungslos in Hinblick auf die Schädlichkeit auf den menschlichen Körper.

Fliegenpilze kommen auch ganz natürlich vor. Genau so wie Salmonellen oder Legionellen.

Uran ist insbesondere nierentoxisch. Babys nehmen durch die Säuglingsnahrung viel Wasser im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht auf, womit ein höheres Risiko besteht und damit geringere Grenzwerte wichtig sind.

27.06.2019 09:07 Generation 65+ 15

in der Tierhandlung gibt es Vogelwasser. echt, Wasser für Wellensittich, Zicken und Kanarien und ... lt Verkäufer mit steigenden Absatz.
wir nutzen Nasses aus der Leitung und vergessen gerne das unsere kapitalistische Gesellschaft, die wir nach 40 Jahren Sozialismus unbedingt wollten, vom Umsatz, vom Verkauf, dem Geld lebt.
es soll nicht alles ewig halten, wir sollen ständig Schoppen und kaufen, deshalb sind die Läden rappelvoll

27.06.2019 00:18 nilux 14

@Querdenker: Auf unserem Planeten kommt Uran natürlich vor. Bei soviel Abneigung gegen dieses Element sollte Sie vielleicht über einen intergalaktischen Wohnortwechsel nachdenken.

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26.06.2019 23:28 Bundesbürger 13

Also mal ehrlich, für mich hat jeder der riesige schwere Plasteflaschen mit stillem Wasser vom Supermarkt nach Hause schleppt ein gewaltiges Ding an der Waffel! Mensch, das läuft zu Hause in bester Qualität aus dem Wasserhahn. Und was da für ein herangekarrter Mist angeboten wird, z.Bsp. französisches Felsquellwasser. Ich lach mich kaputt! Dem Kommentar von @8 Gärtner ist wohl nichts hinzuzufügen. @9 Martin Vomberg: "und das schreibt Ihnen ein studierter Germanist!" Wow....ich glaube eines der Grundübel in unserem schönen Land ist das es einfach zu viele und rechthaberische "studierte Germanisten" gibt! ,.-)))

26.06.2019 21:59 Bernd H. 12

7 - Olivier - "Wasserleitung in Wohnhäusern (Zustand,Ausführung, Material usw.) überprüft das Gesundheitsamt nicht!"

Der einwandfreie Zustand von Wasserleitungen im Haus ist Sache des Vermieters. Denn es ist sein Eigentum. Wenn dort verkeimtes Wasser festgestellt wird, kann sehr wohl das Gesundheitsamt tätig werden.

26.06.2019 21:53 Ruthkelsin 11

@7, Oliver: "Mineralwasser wird untersucht, auch und vor allem auf Keime! Die unabhängigen Labors die dies tun, stehen jeweils auf dem Etikett der Flasche!"

Die kontrollieren aber nicht stets und ständig die laufende Qualität. Wenn ein Hersteller erstmal ein gut klingendes Siegel bekommen hat, ist das Thema Untersuchung erstmal durch. Danach können sich dann Keime und Qualitätsmängel einschleichen, ohne dass es Einfluss auf das bereits erteilte Siegel hat. Weil die Untersuchung ja schon abgeschlossen ist.

26.06.2019 21:15 NRW-18 10

Vermutlich sind ein paar Keime im Wasser unschädlicher, als Phosphorsäure, Oxalsäure, Aspartam, Zucker und sonstige Substanzen in sogenannten Erfrischungsgetränken, die stark beworben werden.
Seit vielen Jahren trinke ich meistens gefiltertes Leitungswasser. Es versteht von selbst, dass der Filter regelmäßg erneuert wird. Trinkwasser gilt deshalb als sehr sauber, weil niemand an unseren Wasserhähnen misst und die Rohrleitungen eine Grauzone sind. Deshalb filtere ich das Wasser.
Zwischendurch trinke ich auch Wasser ohne Kohlensäure aus Glasflaschen, weil ich Sprudelwasser und Wasser aus Plastikflaschen nicht mag.
Warum werden verarbeitete Lebensmittel nicht mal unter die Lupe genommen? Könnte es dann zu Umsatzeinbrüchen in großen Konzernen kommen?

26.06.2019 20:20 Martin Vomberg 9

@ mdr-Redaktion
"aus unserer Sicht macht der Satz durchaus Sinn. Von den Keimen geht eben ein geringes Risiko aus. Die Wahrscheinlichkeit davon krank zu werden, ist für gesunde Menschen relativ gering."

Dann ist allerdings das "selbst" (i.S.v.: auch bei dieser Personengruppe) im Satz zu viel und missverständlich, da es beim Leser zunächst den fälschlichen Eindruck erweckt, es sei so gefährlich wie für immungeschwächte Personen. Das "selbst" führt syntaktisch und von der Satzlogik her auf eine falsche Fährte. So oder so ist der Satz schief formuliert . . . und das schreibt Ihnen ein studierter Germanist! ,.-)))

26.06.2019 18:43 Gärtner 8

Ich trinke seit vielen Jahren Leitungswasser - täglich. Bin ja nicht blöd. Mir geht es gut.