Kinder spielen bei einer Aktion der Umweltschutzorganisation BUND vor dem Verbraucherschutzministerium mit als giftig gekennzeichnetem Spielzeug
Aktion der Umweltschutzorganisation BUND mit als giftig gekennzeichnetem Spielzeug. (Archivbild von 2011) Bildrechte: dpa

Studie Fast alle Kinder mit chemischen Rückständen aus Plastik belastet

Eine Studie zeigt, dass beinahe alle Kinder und Jugendlichen chemische Rückstände von Plastik im Körper tragen, darunter gefährliche Weichmacher. Laut einem "Spiegel"-Bericht sind die Jüngsten am stärksten belastet.

Kinder spielen bei einer Aktion der Umweltschutzorganisation BUND vor dem Verbraucherschutzministerium mit als giftig gekennzeichnetem Spielzeug
Aktion der Umweltschutzorganisation BUND mit als giftig gekennzeichnetem Spielzeug. (Archivbild von 2011) Bildrechte: dpa

Wissenschaftler haben bei Kindern und Jugendlichen zahlreiche Inhaltsstoffe von Plastik nachgewiesen. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamts und des Robert-Koch-Instituts.

Wie der "Spiegel" berichtet, wurden bei 97 Prozent der 2.500 Teilnehmer im Alter von drei bis 17 Jahren im Urin chemische Rückstände von Plastik entdeckt, darunter gefährliche Weichmacher. Untersucht wurden dem Bericht zufolge 15 verschiedene Stoffe. Bei zweien seien die geltenden Grenzwerte überschritten worden, für einige existierten gar keine Vorgaben zu gesundheitsgefährdenden Höchstmengen.

Kleine Kinder besonders gefährdet

Mitautorin Marike Kolossa-Gehring vom Umweltbundesamt zufolge zeigt die Untersuchung "eindeutig, dass Plastikinhaltsstoffe mit steigender Produktion auch vermehrt im Körper auftreten". Die jüngsten Kinder seien am stärksten betroffen.

Die Ergebnisse werden in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage zur Belastung der Bevölkerung mit Chemierückständen zitiert. Die Grünen-Umweltpolitikerin Bettina Hoffmann hält vor allem die entdeckten hohen Werte von Perfluoroctansäure (PFOA) für bedenklich. Bei 20 Prozent der Untersuchten lagen sie den Angaben zufolge über dem Grenzwert, bei jüngeren Kindern war die Quote sogar noch höher.

PFOA mit seinen wasserabweisenden Eigenschaften wird beispielsweise für Outdoorkleidung verwendet. Laut Umweltbundesamt ist der Stoff schädlich für die Fortpflanzung und schädigt die Leber. In Textilien ist er ab kommendem Jahr EU-weit verboten.

Wirkung vieler Substanzen nicht erforscht

Hoffmann zufolge ist kaum erforscht, "wie die vielen Stoffe in ihrer Summe auf unsere Körper wirken". Langfristige Schäden könnten nicht sicher ausgeschlossen werden. Das gelte auch für Ersatzchemikalien, die für bewiesenermaßen gesundheitschädliche Stoffe eingesetzt würden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 22:52 Uhr

3 Kommentare

kennemich vor 8 Wochen

Ist doch kein Wunder, wenn sie von kleinauf nur am Plastik rumlutschen und was steckt eingendlich in den Windeln, die sie meist auch sehr lange tragen?

Spielzeug auch nur aus Plastik!

Wo kommt man heutzutag nicht mit dem Zeug zusammen?

Ist doch auch in den Pflegeprodukten drin usw. !!!!!!!!!!!!!!!!

Dynamo vor 8 Wochen

Und wieviel Jahre ist das schon bekannt und wird bewusst verschwiegen ? Oder verboten, zu veröffentlichen ? Finanzielle Mittel sind genügend vorhanden, wozu muss z.B. geforscht werden, kann man auf den Mars fliegen oder nicht, was bringt das ?

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 8 Wochen

"PFOA mit seinen wasserabweisenden Eigenschaften wird beispielsweise für Outdoorkleidung verwendet. Laut Umweltbundesamt ist der Stoff schädlich für die Fortpflanzung und schädigt die Leber. In Textilien ist er ab kommendem Jahr EU-weit verboten. "

danke für den Hinweis, na dann schnell noch mal einkaufen gehen!

Satire: Algen scheinen mir nämlich dafür ungeeignet ;-)