Blick auf eine Messbrille zur Augenglasbestimmung mit Wechsellinsen
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Darauf sollten Sie achten Tipps für die richtige Brille

Schon kleinste Mängel bei einer Brille können sich mit Kopfschmerzen oder überanstrengten Augen äußern. Regelmäßige Checks beim Augenarzt oder Optiker können das verhindern. Worauf sollte man beim Brillenkauf achten?

von Beate Splett

Blick auf eine Messbrille zur Augenglasbestimmung mit Wechsellinsen
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Unsere Augen sind kleine Wunderwerke. Ausgestattet mit ca. 150.000.000 Sehzellen verarbeiten sie etwa 4.000.000 Nervenimpulse pro Minute. Viele Augenerkrankungen können die Sehkraft beeinträchtigen. Zusätzlich lässt mit dem Alter die Leistungsfähigkeit der Augen nach. Die Augenmuskeln verhärten, die Linse kann sich nicht mehr so flexibel anpassen. Dann wird oft eine Sehhilfe notwendig.

40 Millionen Brillenträger in Deutschland

Mehr als 40 Millionen Deutsche tragen eine Brille. Sie kann Fehlsichtigkeiten korrigieren. Die Verschlechterung der Sehschärfe passiert schleichend über Monate oder Jahre. Deshalb sollte man seine Augen etwa ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig aller zwei Jahre kontrollieren lassen. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Brille ist, lässt sich pauschal schwer sagen. Ab einer Kurzsichtigkeit von 0,5 Dioptrien ist eine Brille zum Autofahren vorgeschrieben, obwohl die verringerte Sehleistung im Alltag oft kaum Probleme macht. Ab etwa -1 Dioptrien können entfernte Dinge nicht mehr ausreichend erkannt werden. Spätestens dann ist es Zeit für einen professionellen Sehtest beim Augenarzt oder Optiker. Online-Sehtests können eine erste grobe Einschätzung sein, sollten aber nie als Grundlage zum Kauf einer Brille dienen.    

Die richtige Zentrierung

Neben der Korrektur der Sehschärfe ist auch die richtige Zentrierung der Brillengläser wichtig. Nur dann kann man perfekt durchsehen. Dazu wird die Pupillendistanz vermessen – also der Abstand der Augenmitte von der Nasenwurzel.

eine Frau mit Brille
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Außerdem wird die Durchblickhöhe oder auch Einschleifhöhe gemessen. Diese Feinjustierung ist wichtig. Denn weicht die Brille nur wenige Millimeter ab, kann selbst der kleinste Fehler zu Kopf- oder sogar Rückenschmerzen bis hin zu Übelkeit führen, weil der Körper versucht, das auszugleichen. Nur selten wird die Brille mit derartigen Beschwerden in Verbindung gebracht.

Lesebrille bei Alterssichtigkeit

Die meisten kennen das: Je älter man wird, umso länger wird der Arm, um das Buch oder die Zeitung noch lesen zu können. Das ist ein klares Anzeichen für Alterssichtigkeit, medizinisch auch Presbyopie genannt. Schuld daran ist die natürliche Alterung des Auges. Um in der Nähe scharf sehen zu können, muss sich die Linse stark wölben. Im Alter ist die Linse nicht mehr so elastisch wie in jungen Jahren und kann sich nicht mehr so leicht verformen, um sich an die verschiedenen Entfernungen anzupassen. Ab dem 50. Lebensjahr brauchen die meisten dann eine Nahbrille, also eine Lesebrille, um kleine Buchstaben wieder besser erkennen zu können.

Fernsichtbrille

Eine Fernbrille oder auch Fernsichtbrille hilft bei verschiedenen Sehschwächen. Sie kann Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung korrigieren. Die unterschiedlichen Sehschwächen äußern sich oft ganz ähnlich: Ferne Objekte wie Verkehrsschilder werden nur verschwommen wahrgenommen. Meistens kommen dafür Gläser mit nur einer bestimmten Stärke zum Einsatz. Entscheidend ist der Dioptrienwert: bei Kurzsichtigkeit ist er negativ, bei Weitsichtigkeit positiv. Die Werte können auch bei beiden Augen unterschiedlich sein. Um die exakten Dioptrienwerte bestimmen zu können, sollte ein Sehtest beim Augenarzt oder Augenoptiker gemacht werden.

Gleitsichtbrille für nah und fern

Hat man Probleme beim nahen und fernen Sehen und möchte die Brille nicht permanent wechseln, ist eine Gleitsichtbrille die richtige Wahl. Sie hat mehrere Korrekturen in einem Brillenglas – also verschiedene Zonen für Fern- und Nahsicht und auch eine Übergangszone für die Zwischendistanzen. Der obere Bereich ist für die Fernsicht beim Autofahren optimiert, der untere für die Nahsicht, etwa beim Lesen. Der Übergang ist fließend. Dabei sollte man wissen, dass Gleitsichtbrillen oft deutlich teurer sind als herkömmliche Gläser, weil sie individueller angepasst werden müssen. Menschen, die unter Schwindel leiden oder ein erhöhtes Sturzrisiko haben, sollten auf Gleitsichtbrillen verzichten, da man die Kopfbewegungen an das Brillenglas anpassen muss, was den Schwindel noch verstärken kann.

Bildschirmbrille

Eine Person sitzt am Laptop und hält in einer Hand ein Handy.
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Brennen die Augen nach längerer Zeit vor dem Computer, sind gerötet oder fangen die Buchstaben an zu verschwimmen, sind das typische Indizien für Augenprobleme am Bildschirmarbeitsplatz. Eine spezielle Bildschirmbrille kann diese Schwierigkeiten beheben. Auch sie hat verschiedene Zonen, die perfekt auf die Arbeit am Computer abgestimmt sind. Oft wird sie ab einem Alter von 40 Jahren notwendig. Die Kosten trägt in manchen Fällen der Arbeitgeber Es lohnt sich nachzufragen.

Wer bezahlt was?

Seit 2016 erhalten Weit- und Kurzsichtige mit mehr als sechs Dioptrien einen Festbetrag für Brillengläser von der Krankenkasse erstattet. Bei einer Hornhautverkrümmung werden die Kosten ab vier Dioptrien übernommen. Voraussetzung dafür sind allerdings eine Diagnose und ein Rezept vom Augenarzt. Die Zuzahlung gilt nur für die Brillengläser, nicht für das Gestell und zusätzliche Extras wie Entspiegelung, Kunststoffgläser oder UV-Schutz.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 16. Mai 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2019, 21:00 Uhr