Röntgenbild einer Lunge
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Wie Sie sich schützen Tuberkulose: Alte Krankheit, neue Gefahr

Lange galt die Krankheit Tuberkulose bei uns als so gut wie ausgerottet, doch seit ein paar Jahren nimmt die Zahl der Erkrankten auch hierzulande wieder zu. Knapp 5.500 Erkrankte gab es 2017 in Deutschland. 2014 waren es nur rund 4.500. Gründe für den Anstieg ist die Migration, aber auch unser Reiseverhalten.

Röntgenbild einer Lunge
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Wie kommt es, dass eine in Europa fast vollständig ausgerottete Krankheit plötzlich wieder auf dem Vormarsch ist?

Tuberkulose trifft vielreisende Menschen, die sich im Reiseland einer Tuberkulose-Ansteckung lange und intensiv aussetzen. Auf Indien und China entfallen beispielsweise 45 Prozent der Tuberkulose-Erkrankten weltweit. In Südafrika ist der prozentuale Anteil der TBC-Erkrankten an der Gesamtbevölkerung am höchsten. Weit verbreitet ist TBC aber nicht nur in Afrika und Asien, sondern auch in Rumänen, Russland und Polen.

Was ist Tuberkulose?

Eine Frau trägt einen Mundschutz
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Tuberkulose ist eine bakterielle Infektion, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, wenn Erkrankte husten oder niesen, allerdings erfolgt eine Ansteckung nur bei einem intensiven Kontakt mit einem Erkrankten.
In den meisten Fällen befallen die Bakterien die Lunge. Man spricht dann auch von einer offenen TBC. Symptome sind hier hartnäckiger Husten, Brustschmerzen, Fieber, Nachtschweiß und starker Gewichtsverlust, im fortgeschrittenen Stadium kommen blutiger Husten und Atemnot dazu.
Über Lymph- und Blutbahnen können sich die TBC-Bakterien auch in anderen Organen wie Herz, Gelenken, Knochen, Lymphknoten, Nieren, Darm etc. ansiedeln. Dann spricht man von einer geschlossenen TBC, die nicht ansteckend und hierzulande nur selten ist.

Wie gefährlich ist Tuberkulose?

Werden die TBC-Bakterien nicht bekämpft, zerstören sie das Lungengewebe. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich enden. Weil die Tuberkulose sehr an den Kräften der Kranken zehrt, wurde sie früher "Schwindsucht" oder "weiße Pest" genannt. Auch heute sterben laut WHO an keiner anderen Infektion mehr Menschen als an TBC. 1,6 Millionen waren es 2017 weltweit.

Wie wird Tuberkulose behandelt?

Wird TBC rechtzeitig entdeckt, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln und ist heilbar, sofern der Erkrankte sich nicht mit einem multiresistenten Keim infiziert hat. Und genau hier liegt das Problem: Es gibt auch bei uns in Europa immer mehr multiresistente Tuberkulose-Bakterienstämme, die nicht auf die gängigen Antibiotika ansprechen. TBC ist eine meldepflichtige Erkrankung. Erkrankte werden isoliert, solange sie ansteckend sind.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 21. März 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 09:18 Uhr