Wenn der Körper SOS sendet Warnsignale Ihres Körpers, die Sie nicht ignorieren sollten

Es schmerzt im Kopf, ein plötzliches Schwindelgefühl, dazu Schmerzen im Brustbereich – was bedeutet das? Muss ein Arzt gerufen werden oder wie ernst ist die Lage? Experte Dr. Dietz hilft, die Warnsignale, die der eigene Körper sendet, zu deuten.

eine Frau hält sich den Kopf
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Betroffene haben plötzliche Schmerzen im Brustbereich, plötzliche Sehstörungen oder können auf einmal nicht mehr richtig sprechen oder laufen.

Sind das nur Zipperlein oder ist es ernst zu nehmen – wenn der Körper Signale sendet? 

Warnsignale des Körpers, die nicht ignoriert werden sollten

  • Kopfschmerzen oder ein Schwindelgefühl länger andauern und immer wiederkommen;
  • Bei ständiger Kurzatmigkeit oder starkem Röcheln;
  • Bei einem ziehenden Schmerz in der Brust, der bis in die Arme oder den Kiefer ausstrahlt. Sofort Notarzt rufen! Das kann erstes Zeichen eines drohenden Herzinfarkts sein;
  • Magen- und Verdauungsbeschwerden, Brechattacken, abwechselnd Verstopfung und Durchfall auftreten;
  • Wenn Blut im Stuhl ist;
  • Bei ständigem, übermäßigem Durst - Ursache kann Diabetes sein;
  • Schnupfen, Husten, Halsschmerzen nicht verschwinden wollen;
  • Hautveränderungen;
  • Füße bei längerem Gehen ständig geschwollen;
  • Bei Schmerzen in den Waden;
  • Bei Veränderungen der Augen.

Spezifische Symptome eines Schlaganfalls können sein

  • extreme, plötzliche Kopfschmerzen (auch in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen)
  • plötzliche Sprachstörungen (abgehackte Sprechweise, unverständliches Sprechen, kompletter Sprachverlust)
  • plötzliche Bewusstseinsstörungen (eine fehlende Orientierung, Bewusstlosigkeit)
  • teilweise oder halbseitig Lähmung  (das kann ein hängender Mundwinkel oder z.B. ein hängendes Augenlid sein)
  • Empfindungsstörungen (taubes Gefühl oder Kribbeln in einer Gesichtshälfte, das gleiche in einem Arm oder Bein oder einer ganzen Körperhälfte)
  • Schwierigkeiten beim Gehen (Schwanken oder Stürzen)

Schon bei dem kleinsten Verdacht auf einen Schlaganfall muss schnell gehandelt werden. Nur so können, neben einem frühen Therapiebeginn, Hirnzellen vor dem Absterben gerettet und Folgeschäden gemindert werden.

Es zählt jede Minute! Sofort Notruf 112 wählen und der Rettungsleitstelle "Verdacht auf Schlaganfall" melden!

Typische Symptome eines Herzinfarktes können sein

  • Schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Rücken und Oberbauch ausstrahlen (können)

Schmerzen können drückend, stechend oder brennend sein

  • Ein starkes Engegefühl, heftiger Druck und ein Brennen im Brustkorb
  • Atemnot, Beklemmungs-/Angstgefühl

Achtung! Die Symptome bei Frauen können andere sein als bei Männern!

Männer haben oft die klassischen Schmerzen in der Brust. Frauen mehr ein Druck – oder Engegefühl in der Brust. Unspezifische Beschwerden bei Frauen sind auch: Kurzatmigkeit, Übelkeit und Erbrechen, sowie Beschwerden im Oberbauch.

Was ist zu tun?

Sofort den Notruf 112 rufen und nicht warten, bis der Hausarzt wieder Sprechstunde hat.

Symptome schildern. Bei Atemnot, bei Brustschmerz, die bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe auftreten sofort die 112 rufen.

Und dann gibt es noch diese Signale des Körpers

Im Ohr pfeift es, Gelenke knacken und der Magen grunzt wie ein Tier.

Wir schnarchen, niesen, pupsen – die meisten Körpergeräusche sind unangenehm, aber harmlos und lassen sich durch ein paar Tipps vermeiden. Manche sind allerdings ein Falle für den Arzt.

Wenn der Magen knurrt

Aber wieso knurrt der Magen? Wenn wir etwas essen, dann rutscht die Nahrung durch die Speiseröhre in den Magen. Dort wird sie mit Magensaft vermischt und zu einem Speisebrei verflüssigt. Um Nährstoffe herauszufiltern, kneten Magenmuskeln den Brei ordentlich durch. Ziehen sich die Muskeln zusammen, entsteht eine sogenannte peristaltische Welle. Sie schiebt den Speisebrei durch den Verdauungskanal weiter.

Und wenn der Magen leer ist, arbeiten die Muskeln einfach weiter.

eine Frau hält sich den Bauch
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Und das macht die Geräusche. Denn im leeren Magen werden nun Luft und Magensäure miteinander verwirbelt und in den Darm gepresst – und das geht nicht geräuschlos.

Halten die Geräusche jedoch an und werden von Symptomen wie Schmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Übelkeit begleitet, dann muss das untersucht werden – am besten von einem Facharzt, ein Gastroenterologe.

Wenn Gelenke knacken

Als müsste es mal wieder geölt werden, so hört sich so manches Knacken im Knie oder in anderen Gelenken an.

Was ist passiert? Im Gelenk lässt die Gelenkflüssigkeit die Gelenkflächen aneinanderhaften. Wenn man das Gelenk auseinanderzieht oder streckt, wird die Gelenkschmiere kurz getrennt. Dabei entsteht ein Unterdruck und der muss wieder ausgeglichen werden. Deshalb strömt die Flüssigkeit wieder zurück und das kann ganz schön laut sein. 

Manchmal knacken Füße, Knie oder Schultern aber auch ganz von allein, z.B. wenn man lange gelegen hat. In dieser Haltung rutschen die Bänder am Knie oft in die falsche Position. Wenn man das Gelenk danach beugt, springen die Bänder über den Knochen wieder in ihre richtige Stellung zurück – und das knackt.

Kommt es jedoch zu Schmerzen oder Schwellungen, ist es ratsam zum Arzt oder Orthopäden zu gehen.

Wenn es im Ohr pfeift

Symbolfoto Gehörlos: Ohr einer Frau
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Bei vielen Menschen ist es ein Pfeifen, ein Brummen, Rauschen oder Klingeln … Geräusche im Ohr. Ohrgeräusche kennt fast jeder. Sie tauchen plötzlich auf und sind dann wieder weg. Bei anderen Menschen bleiben die Töne, sie leiden unter Tinnitus.

Es ist eine Störung des Hörorganes, welche zu Hörminderung, Ohrgeräuschen und/oder Geräuschüberempfindlichkeit führen kann.

Warten Sie nicht, ob das Pfeifen im Ohr wieder aufhört, gehen Sie zum HNO-Arzt.

Wenn der Schlucken nicht aufhört

Dann wurde vermutlich etwas sehr kaltes, etwas mit Kohlensäure oder Alkohol getrunken. Auch wenn man sehr scharf oder zu hastig gegessen hat und dabei viel Luft schluckt, kann man einen Schluckauf bekommen – weil es den Magen ungewöhnlich dehnt oder reizt.

Erst nach zwei Tagen "Dauerhicksen" sollten Betroffene zum Arzt gehen. So ein chronischer Schluckauf kann darauf hindeuten, dass der Nerv, der die Atmung zwischen Kopf und Brustraum kontrolliert, irgendwo gestört ist.

Drei Hausmittel, um den Schluckauf wieder loszuwerden

  1. Durch Luft anhalten. Wenn sich der Kohlendioxidgehalt im Blut erhöht, stellt der Körper unnötige Reflexe ab, um sich aufs Wesentliche zu konzentrieren – Luft holen.
  2. Überlegen, was man vor drei Tagen gegessen hat.
  3. Rückwärts buchstabieren. Jede Art geistiger Ablenkung beruhigt die Atmung.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 02. Juli 2020 | 17:00 Uhr