Ernährung Grünkohl: Superfood für Knochen, Augen und Darm

Grünkohl ist nur eines unserer heimischen vitaminreichen Wintergemüse. Damit stärkt es das Immunsystem, Knochen, Augen und Darm. Ernährungsberaterin Nicole Lins hat hier drei leckere Rezepte für das Superfood parat.

Viele gesunde Inhaltsstoffe

Grünkohl ist eine echte Vitaminbombe. Besonders beachtlich ist sein Vitamin-C-Gehalt: Mit 105 Milligramm pro 100 Gramm ist er doppelt so hoch wie bei einer Zitrone. Außerdem enthält er so viel Beta-Carotin wie kein anderes Lebensmittel, als Vorstufe von Vitamin A ist das ein wichtiger Schutz für die Augen und kann sogar Beschwerden bei der gefürchteten Makuladegeneration verbessern.

Im Kohl enthaltene Senföle, sogenannte Glucosinolate, sollen Tumorzellen abtöten und so Krebs vorbeugen. Klinische Studien konnten außerdem zeigen, dass die Senföle eine Chemotherapie bei Männern mit Prostatakrebs wirksamer machen konnten. Vitamin E unterstützt den Aufbau der Zellen und sorgt für schöne Haut und Bitterstoffe helfen Magen und Darm bei der Verdauung. Damit die fettlöslichen Vitamine A und E auch vom Körper aufgenommen werden können, sollte der Kohl mit fetthaltigen Nahrungsmitteln wie Öl zubereitet werden.

Ein weiteres Plus: Grünkohl enthält fast genauso viel Kalzium wie Milch und sorgt so für starke Knochen und Zähne und kann damit sogar Osteoporose vorbeugen. Schon 200 bis 300 Gramm haben positive Effekte, weshalb der Grünkohl völlig zurecht ein neues Trendgemüse ist.      

Vorsicht bei Nierenleiden!

Grünkohl enthält ähnlich wie anderes Gemüse hohe Mengen an Kalium (450 Milligramm pro 100 Gramm). Die Niere ist das Hauptausscheidungsorgan für Kalium. Ist ihre Funktion gestört, kann auch der Kaliumhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten und es kann sich gefährlich viel Kalium im Körper anreichern. Patienten mit einer Nierenerkrankung sollten sich deshalb kaliumarm ernähren und auf Grünkohl eher verzichten.

Eine grüne dicke Flüssigkeit wird in ein Glas gegossen.
Grünkohlpulver eignet sich als Zutat für Smoothies. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gefroren, im Glas oder als Pulver - wann ist der Kohl besonders gesund?

Frischer Grünkohl ist natürlich am gesündesten. Ist seine Erntezeit vorbei, kann man ihn auch tiefgekühlt oder als Konserve im Glas das ganze Jahr über kaufen.

Da Grünkohl im Glas schon vorgekocht ist und oft Konservierungsmittel enthält, ist ein Tiefkühlprodukt die gesündere Alternative. Durch das schnelle Einfrieren kurz nach der Ernte bleiben hitzeempfindliche Vitamine wenigstens zum Teil noch erhalten. Auch geschmacklich schneidet die Tiefkühlvariante besser ab.   

In Grünkohlpulver oder -kapseln aus dem Bioladen oder dem Reformhaus sind besonders viele der wertvollen Inhaltsstoffe enthalten, doch das schlägt sich leider auch im deutlich höheren Preis nieder. Das Pulver eignet sich als Zutat für Suppen und Smoothies.

Grünkohl in einer Kaserole
Wird der rohe Kohl leicht geknetet, wird er bekömmlicher. Bildrechte: colourbox.com

Tipps zum Verzehr von rohem Kohl

Auch wenn roher Grünkohl sehr gesund ist, kann er sich mit Verdauungsbeschwerden und Blähungen rächen. Helfen kann es, den Kohl zu massieren. Dazu mit ein paar Tropfen Zitronensaft und Olivenöl beträufeln und die Blätter mit den Händen kneten. Dadurch werden Zellstrukturen aufgebrochen und der Kohl wird so auch als Rohkost im Salat leichter verdaulich.

Gut zu wissen Besonders in Norddeutschland gehört Grünkohl fest auf den Speiseplan. Er gehört zur Familie Brassica Oleracea, also Gemüsekohl, und wird nach dem ersten Frost zwischen Oktober und März geerntet. Die niedrigen Temperaturen verlangsamen den Stoffwechsel der Pflanze. Dadurch wandelt sich mehr Stärke in Zucker um, der Zuckergehalt in den Blättern steigt und der Grünkohl bekommt einen süßlichen Geschmack.

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Grünkohlpflänzchen werden vereinzelt 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 21. Januar 2021 | 21:00 Uhr

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