Genug Impfstoff vorhanden? Grippeschutz-Saison beginnt

Winterzeit ist Grippezeit. Für viele Menschen bedeutet das: Ab zum Arzt, die Impfung auffrischen lassen. Letztes Jahr gab es vielerorts Impfstoff-Engpässe, eine Notverordnung sollte eine bessere Verteilung der Impfstoffe regeln. Und diese Grippesaison? Drohen da wieder Engpässe? Und wann ist der beste Zeitpunkt zum Impfen?

von Niklas Ottersbach, MDR AKTUELL

Grippeimpfung
Wer sich gegen Grippe impfen lassen möchte, der sollte dies am besten bis Ende November tun. Bildrechte: Colourbox

Ein Pieks in den Arm und der Winter kann kommen: So empfiehlt es das Robert-Koch-Institut. Am besten bis Ende November impfen lassen, denn bis der Schutz gegen die Influenza aufgebaut ist, vergehen zwei Wochen. Meistens rolle die Grippewelle Mitte Dezember bis Anfang Januar an.

Wie wirksam ist die Impfung?

Dabei hat die Sache einen Haken: Nicht allen hilft der Impfschutz. Bei bestimmten Grippevarianten liegt der Impfschutz nur bei 21 Prozent. Und nicht jeder spricht gleich gut auf den Wirkstoff an. Aber dennoch sagt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut: Selbst wenn die Grippe dann doch komme, so sei der Verlauf mit Impfung deutlich glimpflicher.

Die Grippeschutzimpfung ist die beste Impfung, die wir im Moment haben.

Susanne Glasmacher | Robert-Koch-Institut

Glasmacher erklärt das so: "Wenn der Wolkenbruch im Büro angekündigt ist und man hat im Büro nur einen Schirm mit vielen Löchern, dann nimmt man halt auch den. Wohlwissend, dass man dann vielleicht auch ein bisschen nass wird. Aber ohne Schirm wird man halt ganz nass. Und vielleicht sogar weggeschwemmt."

Wenn der Impfstoff knapp wird

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, erklärt im Rahmen einer Pressekonferenz seinen Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Bildrechte: Jörg Carstensen/dpa

Aber erstmal muss der löchrige Schirm, beziehungsweise der Grippe-Impfstoff ja beim Patienten landen. Das hat letztes Jahr vielerorts nicht geklappt. Ein großes Problem war die Verteilung der Vierfach-Impfung gegen Grippe, weshalb der Bundesgesundheitsminister eine Notverordnung einführte. Damals sagte Jens Spahn:

Wir gehen davon aus, dass wir insgesamt genug Impfstoffe haben, wir müssen sie jetzt nur besser verteilen.

Jens Spahn | Bundesgesundheitsminister

Und dieses Jahr? Keine Engpässe, berichtet das Paul-Ehrlich-Institut. Hier werden die Impfstoffe für die jeweilige Saison freigegeben. Sprecherin Susanne Stöcker sagt dazu: "Wir haben mit Stand von der vergangenen Woche 18,2 Millionen Impfstoff-Dosen an Grippeimpfstoffen freigegeben. Das sind alles Vierfach-Impfstoffe. Und das sind gut zwei Millionen Dosen mehr als in der gesamten letzten Saison."

Mehr Impfstoff ist also da: Aber gelingt die Verteilung auch besser? Dazu sagt der Apothekerverband Sachsen-Anhalt zu MDR AKTUELL: bisher ja. Auch Grippe-Impfstoffe, die oft schwer zu bekommen seien, zum Beispiel eine Nasenspray-Impfung für Kinder, hätten viele Apotheker derzeit vorrätig.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2019 | 08:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 09:47 Uhr

0 Kommentare