Asbest, Wellpappen
Die illegale Entsorgung von Wellasbestplatten ist eine Straftat. Bildrechte: Kripo live/POLIZEIDIREKTION LEIPZIG

Bauschuttentsorgung Asbest muss gesondert entsorgt werden

Die Gefahr ist bekannt: Asbest ist hoch krebserregend - Fasern können sich lösen und in der Lunge festsetzen. Wann sollte asbesthaltiges Baumaterial ausgetauscht werden? Was gilt es bei der Entsorgung zu beachten?

Asbest, Wellpappen
Die illegale Entsorgung von Wellasbestplatten ist eine Straftat. Bildrechte: Kripo live/POLIZEIDIREKTION LEIPZIG

Asbest wurde früher als Superwerkstoff auf dem Bau gefeiert. Wegen seiner Beständigkeit gegen Hitze, der Elastizität und Bindefähigkeit mit anderen Stoffen wurde es vielfältig eingesetzt, etwa als Asbestzement oder als Dämm-Material. Seit 1993 darf Asbest in Deutschland nicht mehr verwendet werden, EU-weit wurde es 2005 verboten. Probleme macht allerdings die Entsorgung, weil das Material praktisch nicht verrottet. Wegen der langen Lebensdauer von Gebäuden wird die Entsorgung von Asbest auch noch in unabsehbarer Zeit ein Thema bleiben.

Wann wird Asbest gefährlich?

Asbest, ein natürlich vorkommendes Mineral, gilt als hoch krebserregend. Der Schadstoff ist so gefährlich, weil Fasern freigesetzt und eingeatmet werden können. Dies kann bei der Beschädigung der Oberfläche passieren, aber auch beim Abschleifen. Dann spaltet sich Asbest in feinste Fasern, die tief in die Lunge gelangen und dort Jahrzehnte später Krebs auslösen können. Solange das Material intakt ist, besteht auch keine Gefahr.

Diese feinen Fasern können über den Atemwegstrakt aufgenommen werden, gelangen dort in die Lungenbereiche und verursachen dort zwei wesentliche Erkrankungen: Fibrose und Krebs.

Professor Frank-Dieter Kopinke Kripo live, 02.06.2019

Die richtige Entsorgung

Zwei Männer tragen Asbestplatten.
Bildrechte: IMAGO

Um niemanden zu gefährden, sollten Asbestplatten bei der Entsorgung nicht zerkleinert werden, sondern in der Größe abgetragen werden, in der sie verbaut wurden. Um sie nicht zu beschädigen, sollten die Platten auch nicht herausgerissen, sondern vorsichtig abgeschraubt oder die Nägel vorsichtig entfernt werden.

Die Arbeiten sollten in Schutzkleidung von Profis ausgeführt werden. Die Vorgaben für die Schadstoffentsorgung variieren in den Landkreisen und Gemeinden. Daher empfiehlt es sich, beim zuständigen Träger im Landkreis anzufragen, wie die Asbestentsorgung und deren Kosten vor Ort geregelt ist. Werden mit Asbest belastete Gebäude saniert, können die Entsorgungskosten je nach Menge mehrere Tausend Euro betragen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 08. Oktober 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 05:00 Uhr