Frühjahrsputz Richtig und nachhaltig ausmisten mit der Drei-Kisten-Methode

Das Frühjahr lockt nach draußen, aber wir sollen jetzt möglichst wenig rausgehen. Eine gute Gelegenheit, mal richtig auszumisten. Denn sich von alten Dingen befreien tut nicht nur der Wohnung, sondern auch der Seele gut. Mit den Tipps von Expertin Ilona Leonhardt kann das Aufräumen sogar Spaß machen und die Umwelt schonen.

Eine Frau vor einem geöffneten Kleiderschrank hat ein Kleidungsstück in Händen
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Einfach und entspannt aufräumen

Denn Sie müssen jede Menge Entscheidungen treffen. Dabei hilft die Drei-Kisten-Methode:

  • Erste Kiste: Behalten
  • Zweite Kiste: Weiß nicht?
  • Dritte Kiste: Kann weg!

Wie Sie effektiver ausmisten

Ganz wichtig ist beim Aufräumen die erste Kiste. Denn beim Aufräumen müssen wir ständig auswählen: Will ich das noch behalten? Wo räume ich es hin? Wie will ich es finden? Alle Sachen, bei denen wir lange überlegen müssen, nehmen uns den Schwung beim Ausmisten.

Kleiderstücke liegen wild durcheinander.
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Dafür ist die "Weiß nicht?"-Kiste. Einfach rein damit und die Kiste erstmal eine Weile stehen lassen (einen Tag oder eine Woche). Termin setzen und wieder reinschauen, meistens fällt die Entscheidung dann schon schneller. Neuen Termin setzen. Wiederholen. Bis sie leer ist.

Gehen Sie lieber Schritt für Schritt vor. Am besten nehmen Sie sich erst mal eine Sache vor: jetzt zum Beispiel alle Winterklamotten aussortieren. Dabei bekommen Sie einen besseren Überblick, wie viel Sie von einer Sache haben, als wenn Sie gleich ein ganzes Zimmer aufräumen. Auf dem Schreibtisch hilft es, alle Stifte zu sammeln und auszusortieren. In der Küche erst mal die Putzmittel. Was ist alt, was kann weg?

Machen Sie einen Plan. Schritt für Schritt. Lieber jeden Tag ein bisschen, als wegen der Fülle frühzeitig aufgeben. Fragen Sie sich beim Ausmisten (zum Beispiel des Kleiderschranks): Wann habe ich das Teil das letzte Mal angezogen? Oder bei anderen Gegenständen: Wann habe ich das letzte Mal damit gearbeitet oder gespielt? Wenn das schon Jahre zurückliegt. Weg damit!

Lieber "Freiraum schaffen" statt "Aufräumen"

Ganz wichtig, finden Sie für sich die richtige Einstellung: "Aufräumen" (öde) oder "Freiraum schaffen" (macht Laune). Schon die Wortwahl macht es deutlich. Um loslegen zu können (und bis zum Ende dranzubleiben) braucht man die richtige Motivation. "Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann" ... leider nicht. Finden Sie die richtigen Worte, die Sie persönlich begeistern.

Auch wichtig: Oft ist es gar nicht Faulheit, warum wir unseren Haushalt nicht geordnet bekommen, sondern der "Hamster-Instinkt", der so manchen ja auch momentan heimgesucht hat. Machen Sie sich bewusst, das geht den meisten so. Akzeptieren Sie Ihren Trennungsschmerz (dann kommt das Teil erst mal in die "Weiß nicht-Kiste") und überfordern Sie sich nicht. Trotzdem, lassen Sie lieber los, was Sie belastet.

Wohin mit den ausgemusterten Sachen?

Nicht alles muss in die Tonne. Vieles lässt sich auch noch weiterverkaufen. Klamotten auf der Secondhand-Plattform Kleiderkreisel, Bücher bei Momox oder einfach Angebote in den Kleinanzeigen bei eBay unterbringen.

Eine Frau sitzt auf dem Bett und macht mit dem Smartphone ein Foto von einem Bikini
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Gutes tun mit Kleiderspende – portofrei und kostenlos

Das macht allerdings auch Arbeit, wer darauf keine Lust hat (und dazu noch Gutes tun möchte), kann gut erhaltene Kleidung, Stofftiere und Bettwäsche auch per Post spenden – und das sogar portofrei: Die Deutsche Kleiderstiftung nimmt sie gern entgegen. Mindestens 5 Kilo pro Paket und bis zu 31,5 Kilo.

Wie Sie die neu geschaffene Ordnung halten

Und zum Schluss: Wie schafft man es, die neu geschaffene Ordnung zu halten? Indem man, wenn man etwas Neues kauft, immer schon gleich überlegt, was man Altes dafür weggeben kann. Und das dann auch gleich beherzigt. So häuft sich nicht so schnell wieder etwas an.

Tipps für Aufräum-Bücher

  • "Feng Shui - gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben" von Karen Kingston und Sabine Schilasky
  • "Feng Shui - Du bist, wie Du wohnst: durch Entrümpeln zu innerer Klarheit" von Nadja Nollau
  • "Magic Cleaning" von Marie Kondo
  • "Frau Magnussons Weg, die letzten Dinge zu ordnen" von Margareta Magnusson

Unsere Expertin

Ilona Leonhardt mit Bürger Lars Dietrich
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Ilona Leonhardt

Ilona Leonhardt

Hauswirtschaftsmeisterin Ilona Leonhardt vom DHB Netzwerk Haushalt (hier mit Entertainer Bürger Lars Dietrich) kennt die besten Strategien, dem Chaos vorzubeugen und für Ordnung zu sorgen.

Foto: DHB Netzwerk Haushalt

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 14. April 2020 | 17:00 Uhr