Einbrecher bei Einbruch in Wohnhaus
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Einbruchschutz Schutz vor Einbrechern: Tipps für ein sicheres Zuhause

Alle dreieinhalb Minuten wird in Deutschland eine Wohnung oder ein Haus aufgebrochen. Oft haben die Einbrecher leichtes Spiel. Um den Langfingern das Handwerk zu legen, rät Expertin Ilona Wessner zu einfachen Maßnahmen.

Einbrecher bei Einbruch in Wohnhaus
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Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen, ob jung oder alt, einen großen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verlorengegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen, als der rein materielle Schaden.

Dass man sich davor schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei: Über ein Drittel der Einbrüche bleibt im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Einrichtungen. Aber auch durch richtiges Verhalten und durch aufmerksame Nachbarn werden Einbrüche verhindert.

Häufig hören Polizisten bei Beratungen zur Sicherheit folgende Argumente:

"Bei mir ist nichts zu holen ..."

Einbrecher haben Wertgegenstände in einem Kleiderschrank gesucht und ein Chaos hinterlassen
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Viele unterschätzen den Wert ihres Besitzes und denken, ihr Haus oder ihre Wohnung wäre für Einbrecher uninteressant. Irrtum! Einbrecher hoffen auf lohnende Beute. Sie nutzen günstige Gelegenheiten wie schlecht gesicherte Türen, Fenster oder Terrassentüren rigoros aus. Aber auch die Anonymität, z.B. in Hochhäusern oder Wohnanlagen, kommt ihnen vielfach zu Gute.

"Einbrecher kommen überall rein ..."

Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass die wenigsten Einbrecher gut ausgerüstete "Profis" sind. Meist handelt es sich vielmehr um Gelegenheitstäter, die sich oft schon durch eine einfache, aber wirkungsvolle technische Sicherung von ihren Absichten abhalten lassen. Faktum ist: Sichtbare Sicherungstechnik wirkt auf den Täter eher abschreckend als anziehend. Denn Sicherungstechnik bedeutet eine längere "Arbeitszeit", und je mehr Zeit verstreicht, desto größer wird das Entdeckungsrisiko.

"Einbrecher kommen nachts ..."

Irrtum! Einbrecher kommen oft tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist, nämlich zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. In der dunklen Jahreszeit nutzen Einbrecher oft die frühe Dämmerung aus.

Ein Einbrecher versucht durch ein offenes Fenster mit einer Brechstange einzubrechen
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"Einbrecher muss man aufhalten ..."

Vorsicht! Einbrecher wollen nicht entdeckt werden und vermeiden nach Möglichkeit jede Konfrontation. Wenn Sie einen Einbrecher bemerken: Stellen Sie sich ihm keinesfalls in den Weg! Spielen Sie nicht den Helden, denn das könnte schlimm für Sie ausgehen. Verständigen Sie stattdessen sofort die Polizei und geben Sie ihr eine möglichst gute Beschreibung des Täters und seines eventuell eingesetzten Fluchtfahrzeuges.

"Ich kaufe mir am besten eine Alarmanlage ..."

Mechanische Sicherungen sollten auch in Ihren Sicherungsplanungen an oberster Stelle stehen. Sie sind die wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz. Einbruchmeldeanlagen dagegen verhindern keinen Einbruch, sondern melden ihn nur. Dennoch gilt auch hier: Für Einbrecher wird das Risiko entdeckt zu werden wesentlich erhöht.

"Ich bin ja versichert ..."

Sich nach dem Motto "Ich bin ja versichert und bekomme alles ersetzt" auf seinen Versicherungsschutz zu verlassen, kann verhängnisvoll sein. Schon viele Betroffene mussten nach einem Einbruch feststellen, dass sie unterversichert waren. Abgesehen davon, kann auch die beste Versicherung keine ideellen Werte, z.B. liebgewonnene Erinnerungsstücke, ersetzen und schon gar nicht das verlorene Sicherheitsgefühl zurückbringen oder psychische Folgen lindern.

Einbruchschutz: Tipps der Polizei

nachgestellte Szene: Einbrecher in der Nacht
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  • Achten Sie bewusst auf gefährdende oder verdächtige Situationen.
  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück und sprechen Sie diese an.
  • Sorgen Sie dafür, dass in Mehrfamilienhäusern Keller- und Bodentüren stets verschlossen sind.
  • Betreuen Sie die Wohnung länger abwesender Nachbarn, in dem Sie z.B. den Briefkasten leeren. Es geht darum, einen bewohnten Eindruck zu erwecken.
  • Alarmieren Sie bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) und in dringenden Fällen sofort die Polizei über Notruf 110.

Technische Sicherungsmaßnahmen schrecken Täter ab

  • Türblattverstärkung aufschrauben, Glaseinsätze vergittern
  • Sicherheitsschließblech  oder ein Winkelschließblech mit Mauerankern
  • Einsteckschloss für Profilzylinder
  • Schutzbeschlag mit zusätzlicher Abdeckung des Profilzylinders, von innen verschraubt, zum Schutz des Zylinders gegen Abbrechen, Abdrehen und Herausreißen
  • Zusatzschloß (Kastenschloss mit Sperrbügel, Stangenriegelschloss, andere Mehrfachverriegelung)
  • Türspion mit Weitwinkeloptik (min. 180°)
  • Hintergreifhaken oder Sicherheitstürbänder

Die acht "goldenen" Verhaltensregeln

  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.
  • Auch wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie immer zweifach ab.
  • Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen, denn Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Rollläden sollten nur zur Nachtzeit - und keinesfalls tagsüber - geschlossen werden; schließlich wollen Sie ja nicht auf den ersten Blick Ihre Abwesenheit signalisieren.
  • Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel nicht innen stecken.
  • Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.
  • Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos und zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie den Türspion und den Sperrbügel.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 08. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2019, 19:59 Uhr