Fahrraddiebstahl
In Deutschland wurden 2018 rund 292.000 Diebstähle angezeigt. Die Dunkelziffer liegt noch höher.  Bildrechte: IMAGO

Stiftung Warentest Nur jedes vierte Fahrradschloss hält stand

Laut Stiftung Warentest sind viele Fahrradschlösser leicht zu knacken. In einem aktuellen Test schnitten nur fünf von 20 getesteten Modellen mit "gut" ab. Das günstigste von ihnen kostete 36 Euro.

Fahrraddiebstahl
In Deutschland wurden 2018 rund 292.000 Diebstähle angezeigt. Die Dunkelziffer liegt noch höher.  Bildrechte: IMAGO

Ein teures Farradschloss schützt nicht immer vor Diebstahl: Einem aktuellen Test der Stiftung Warentest zufolge lassen sich viele Schlösser leicht knacken. Von 20 getesteten Modellen schnitten nur fünf mit "gut" ab. Die anderen erwiesen sich als wenig aufbruchsicher oder enthielten gesundheitsschädliche Schadstoffe.

Das sind die fünf besten Schlösser

Getestet wurden acht Bügel-, sieben Ketten- und fünf Faltschlösser. Da Panzerkabelschlösser in früheren Tests regelmäßig durchfielen, wurden sie diesmal außen vor gelassen.

Mit "gut" schnitten je zwei Bügel- und Kettenschlösser sowie ein Faltschloss ab:

  • Abus Granit Xplus 540/160HB2 (Bügelschloss, Note 1,6)
  • Abus Bordo Granit Xplus 6500/110 (Faltschloss, Note 1,9)
  • Decathlon B'Twin 940 (Bügelschloss, Note 2,0)
  • Abus Citychain 1010/110 (Kettenschloss, Note 2,0)
  • Kryptonite Kryptolok 990 (Bügelschloss, Note 2,0)


Alle fünf Modelle erwiesen sich als besonders aufbruchsicher und haltbar. Das Decathlon-Schloss ist mit etwa 36 Euro am preisgünstigsten, das einzig gute Faltschloss mit 128 Euro am teuersten.

Viele Schlösser schnell geknackt

Die Tester waren allen Schlössern jeweils drei Minuten lang mit diversen Werkzeugen zu Leibe gerückt, zum Beispiel Bolzenschneidern und Sägen. Dabei waren sie bei jedem vierten Schloss nach eigener Aussage erstaunlich schnell erfolgreich. Als besonders sicher erwiesen sich schwere Schlösser ab 1,3 Kilogramm. Das mit 2,9 Kilogramm schwerste Schloss im Test wurde allerdings schnell geknackt.

Außerdem wurde überprüft, wie leicht sich die Schlösser handhaben lassen, wie gut sie vor Korrosion und Schmutz geschützt sind und wie stabil die Schlüssel sind. Auch auf Schadstoffe wurde getestet.

Experten: Zwei verschiedene Schlösser benutzen

Die Experten raten Fahrradbesitzern, ihren Drahtesel möglichst an einem stabilen Fahrradbügel, Schild oder Laterne befestigen und doppelt zu sichern: Mit einem Schloss sollte der Rahmen angekettet werden, mit einem zweiten sollte das Vorderrad am Rahmen befestigt werden. Weil Diebe oft nur auf eine Bauart spezialisiert sind, wird empfohlen, zwei verschiedene Schlossarten zu benutzen, zum Beispiel ein Falt- und ein Bügelschloss.

Zudem sollte das Schloss möglichst hoch befestigt werden, um Dieben die Deckung zu nehmen und sie am Abstützen eines Bolzenschneiders zu hindern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. April 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 12:06 Uhr

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4 Kommentare

25.04.2019 10:24 Soccer 4

Unsere Wirtschaft lebt vom Verkauf. Nichts soll ewig halten. Fahrradhändler wollen Räder und Schlösser wie Versicherungen Policen verkaufen. ^^ Damit es "brummt" soll das Geld nicht gehortet sondern ausgegeben werden.

24.04.2019 21:29 Agnostiker (an na so was) 3

Was habe Sie denn für Vorstellungen von einem Fahrrad? Ich habe meins für 40 Euro bekommen, Bremsen funktionieren, Licht geht auch und bei diesem Modell habe ich keine Sorge, dass Diebe daran Interesse haben. Für 4000 Euro bekommen Sie schon ein Luxusmodell. Wer's Brauch OK, aber es geht auch günstig.

24.04.2019 14:24 na so was 2

Das ist ja eine tolle Erkenntnis. Vielleicht, MDR.DE, können Sie mal einen Mitarbeiter von Ihnen in die Firmen schicken, wo die Fahrradschlösser hergestellt werden, die eigentlich ihre Funktion nicht erfüllen. Mein Tipp; einige von den Firmen lehnen jegliches Gespräch oder Kommentar ab, andere wieder rum werden sagen, für das "wenige Geld" kann man nicht mehr erwarten. Das schlimme ist ja, man schließt sein Fahrrad an bzw. ab, kommt man nach zwei Stunden wieder, Fahrrad weg. Und "preiswerte Fahrräder", gibt es sowas überhaupt noch. Ich war kürzlich bei einem Ausverkauf, weil der Laden 400 m
weiter umgezogen ist. 40% Ermäßigung auf eine neues Fahrrad, immer noch über 4 000 Euro. "Sozusagen machen Sie ein Schnäppchen bei uns". Es gab auch noch billigere, so 700 Euro.

24.04.2019 12:59 Sabrina 1

Wie wäre es mal mit effektiver Kriminalitätsbekämpfung statt die Bevölkerung im übertragenen Sinne mit schusssicheren Westen auf die Straße zu schicken.

Ach ja
für ersteres muss ja der Staat Kosten aufwenden, letzteres muss der Bürger tragen.

Fragt sich nur, was mehr kostet.

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Vielleicht sollte man bei der Anschaffung eines Fahrrades darauf achten, dass es ein Typ ist, der für Diebe kein Objekt der Begierde ist, weil man damit kein großes Geschäft machen kann.

Es wäre also hilfreich, wenn der Fahrradhändler eine entsprechende Diebstahlstatistik aushängen hätte.

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Statt teurer Schlösser zum Einstiegspreis eines Fahrrades könnte es preiswerter sein das Fahrrad mit ein paar Schrammen zu versehen, die dessen Wiederverkaufswert auf für Diebe unrentabel niedrige Werte senken.

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Und schließlich wäre eine sichere videoüberwachte Abstellmöglichkeit innerhalb öffentlicher Einrichtungen und Firmen auch besser.

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Oder man joggt bis zur ÖPNV-Haltestelle.