Urlaubserinnerungen sichern Fotobücher online gestalten

Um Fotos vom Urlaub nicht im digitalen Nirwana verschwinden zu lassen, werden Fotobücher immer beliebter. Die kann man auch per App gleich vom Handy aus kreieren. Wir haben geschaut, worauf man dabei achten muss.

Vor das Panorama von Florenz wird ein Telefon gehalten.
Auch ein toller Urlaubsschnappschuss: das Panorama von Florenz. Bildrechte: imago images / Westend61

Das Kinderlächeln, der Sonnenuntergang, das Bergpanorama – während des Urlaubs werden oft unzählige Fotos gemacht und auf dem Handy oder der Kamera festgehalten. Möglichkeiten ein Fotobuch von den Schnappschüssen zu erstellen, gibt es viele. Die Auswahl der Anbieter enorm.

Online oder offline arbeiten?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, ein Fotobuch zu erstellen. Entweder kann die kostenlose Software, die von Fotobuchanbietern zum Download zur Verfügung gestellt wird, genutzt werden oder man gestaltet das Buch direkt auf dem Browser des Anbieters.

Einen großen Vorteil gibt es allerdings, wenn man die Software auf dem eigenen Rechner hat: Es kann ganz in Ruhe offline an dem Buch gearbeitet werden. Darüber hinaus bietet die Software oft deutlich mehr Möglichkeiten bei der Erstellung. Buchformate, die Positionierung der Bilder, Vorlagen für Feiertage und Jahreszeiten sowie die Textbearbeitung sind meist umfangreicher. Die Arbeit kann außerdem unterbrochen, gespeichert und später fortgesetzt werden.

Werden die Bücher im Browser des Anbieters erstellt, erfordert dies eine stabile Internetverbindung. Wird die Arbeit für eine längere Zeit unterbrochen, könnte eine Zeitüberschreitung das Weiterarbeiten erschweren. Neben der Erstellung am PC bieten viele Anbieter auch eine App an. So können Fotobücher gleich vom Handy oder Tablet aus erstellt werden. Ein kleineres Display macht das Arbeiten jedoch ein bisschen unkomfortabler.

Eine Frau bedient an einem Rechner einen Fotobucheditor
Bei einem Fotobuch gibt es viele Gestaltungsvorlagen. Bildrechte: imago images/Eibner

Einfach oder raffiniert

Bei der Erstellung des Buches gibt es enorm viele Möglichkeiten mit Farben, Größen, Rahmen, Schriftarten zu spielen. In den meisten Fällen kann die Software intuitiv genutzt werden und auch Ungeübte haben keine größeren Probleme. Besteht wenig Lust oder Zeit, sich mit der Materie länger auseinanderzusetzen, dann bieten die Anbieter eine Vielzahl von vorgefertigten Gestaltungsvorlagen.

Schnell geht’s, wenn nur Bilder hochgeladen und der Software beziehungsweise den Voreinstellungen des Anbieters komplett die Erstellung überlassen wird. Die Bilder werden dann nach dem Zufallsprinzip oder chronologisch auf den Seiten verteilt. Manche Bildausschnitte könnten durch den Automatismus allerdings nicht ganz so glücklich sein.

Voreingestellte Funktionen wie die "Automatische Bildoptimierung" sollten kontrolliert werden. Wurden Fotos im Vorfeld bearbeitet und mit Effekten versehen, könnten die bei gewählter Optimierung abgeschwächt werden oder verloren gehen.

Videos einbinden

Neben Fotos können zusätzlich Videos in ein Fotobuch integriert werden. Dafür wird meist ein QR-Code erzeugt und im Buch eingedruckt. Zum Anschauen der Videos muss der Code dann gescannt werden. Die Speicherzeit der Videos kann individuell festgelegt werden.

Digitaldruck oder Fotopapier?

Die bessere Bilderqualität erhält man bei der Belichtung von Fotopapier. Beim Digitaldruck werden die gesendeten Bilderdateien in ein entsprechendes Druckformat umgewandelt und dann per Tintenstrahl auf Papier gedruckt. Vor- und Rückseite des Papiers können so bearbeitet werden. Fotobücher mit mehr als 100 Seiten sind mittels Digitaldruck kein Problem. Die meisten digital gedruckten Bücher werden mit Klebebindung versehen, da kann ein Motiv, das nah an die Innenkante reicht, schon mal unschön abgeschnitten werden.

Hochwertiger ist die Belichtung von Fotopapier. Durch die reagierenden winzigen chemischen Bestandteile ist eine höhere Auflösung und somit größere Brillanz der Fotos möglich. Zusammengefügt werden die belichteten Fotobücher meist in der Lay-Flat-Bindung. So lassen sich doppelseitige große Panoramabilder hervorragend anschauen. Allerdings ist durch die größere Dicke des Papiers die Anzahl der Seiten begrenzt.

In einem Fotobuch wird geblättert. 8 min
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Umschau Di 01.09.2020 20:15Uhr 07:53 min

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Qualität beeinflusst den Preis

Auch hier gilt: Qualität hat ihren Preis. Entwicklungen auf Fotopapier sind in der Regel teurer als digital gedruckte Bücher. Individuelle Ausfertigungen, wie zum Beispiel die Seitenzahl oder Leineneinbände beeinflussen die Kosten. Erstnutzer sollten besonders aufmerksam sein. Sie erhalten bei einigen Anbietern mitunter kräftige Rabatte.

Test von Stiftung Warentest

Für ihren aktuellen Test haben die Tester zwölf Fotobuch-Anbieter genauer unter die Lupe  genommen. Darunter die Discounter Aldi und Lidl und die Drogeriemärkte Rossmann und dm. Geprüft wurden neben der Bild- und Verarbeitungsqualität auch die Bestellabwicklung und der Schutz persönlicher Daten. Testsieger wurde Lidl mit einem Standardbuch für 14,90 Euro knapp vor Aldi und dem Anbieter Saal Digital Fotoservice. Bei der Bildqualität konnten Pixum, Cewe und FotoInsight überzeugen. Der Test zeigte aber auch, einige Anbieter hatten Sicherheitslücken beim Datenschutz. Mittlerweile wurden diese geschlossen.

Tipp: Vorab testen Nicht alle Anbieter bieten die Möglichkeit, das Fotobuch bei Nichtgefallen zurückzugeben. Ein kleiner Test vorab beispielsweise mit einzelnen Bildabzügen oder einem kostengünstigen Standardfotobuch kann über die Qualität und die Leistung des Anbieters Aufschluss geben. Einmal erstellte Fotobücher können in der Regel nicht einfach zu einem anderen Anbieter kopiert werden. Die Gestaltung beginnt dann wieder von vorn.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 01. September 2020 | 20:15 Uhr