Umwelt Kaminfeuer: gemütlich aber umweltschädlich

Keine Frage, Holzfeuer sind sehr gemütlich. Der Deutschen Umwelthilfe etwa sind sie aber ein Dorn im Auge. Sie fordert ein Verbot bestimmter Holzöfen, das berichtet der "Spiegel". Tatsächlich ist die Feinstaubbelastung durch Kamine und Öfen ungefähr so hoch wie der Feinstaub, der durch den Straßenverkehr entsteht. Daher gibt es strenge Regeln für den Betrieb von Öfen und Kaminen.

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Knisternde Feuer erzeugen eine gemütliche, romantische Atmosphäre. Man denkt an Kaminabende in der Blockhütte oder heißen Kakao an kalten Wintertagen. Aber die Romantik verfliegt, wenn man sich anschaut, welche komplizierten Regeln für alle gelten, die zu Hause einen Kamin haben.

Jeder Kamin, jeder Ofen muss gesetzliche Anforderungen einhalten. Also: Wie viel Feinstaub, wie viel Staub und Kohlenmonoxid darf ein Ofen ausstoßen? Dafür sind Grenzwerte festgelegt, in der sogenannten Bundesimmissionsschutzverordnung. Daniel Börner ist seit über 30 Jahren Schornsteinfeger und erklärt die Verordnung. "Die Bundesimmissionsschutzverordnung legt fest, dass alle Kaminöfen, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, nur weiterbetrieben werden, wenn die Grenzwerte der Stufe eins eingehalten werden."

Alte Öfen halten Grenzwerte oft nicht ein

Seit 2015 gilt allerdings nicht mehr Stufe eins, sondern eine strengere Form dieser Immissionsschutzverordnung: Seit Januar 2015 müssten neu errichtete Feuerstätten noch mal verschärfte Grenzwerte einhalten – und zwar die der Stufe zwei, die ein ganzes Stück schärfer seien, erklärt Börner.

Die strengeren Grenzwerte seien nötig gewesen, damit die Luftverschmutzung durch Holzöfen nicht immer weiter steige, heißt es dazu in einer Broschüre des Umweltbundesamts. Auch bei allen Öfen der ersten Stufe, also von vor 2010, seien aber nur die wenigsten in der Lage, die Grenzwerte einzuhalten, die der Gesetzgeber damals festgeschrieben habe, sagt Schornsteinfeger Börner. Und diese Feuerstätten müssten nach und nach – je nachdem, wie alt sie sind – entweder mit einem Staubfilter nachgerüstet werden. Oder es müsste anders nachgewiesen werden, dass sie in der Lage seien, die Grenzwerte einzuhalten. "Wenn sie das nicht können, müssen sie still gelegt werden."

Filterkauf scheitert oft am Preis

Aber der angesprochene Staubfilter sei nicht immer die einzige und schon gar nicht die beste Möglichkeit, sagt Daniel Börner: "Die Filter, die am Markt sind, sind im Moment sehr teuer. Es ist immer schwer, konkrete Zahlen zu nennen. Aber man müsste um die 1.000 Euro investieren. Und jemand, der einen Kaminofen hat, der nur 600 Euro kostet, wird kaum einen Filter nachrüsten, der 1.000 Euro kostet."

Genaue Aussagen kann der Schornsteinfeger treffen

Börner empfiehlt deshalb, lieber einen neuen Kaminofen zu kaufen. Das könnte vier Millionen Feuerstätten betreffen, die innerhalb der kommenden Jahre noch ausgetauscht werden müssen. Aber auch ein richtig altes Schätzchen, das man mal für 20.000 D-Mark gekauft habe, müsse nicht unbedingt entsorgt werden, sagt Börner. Wichtig ist: Lassen Sie die Immissionswerte vom Schornsteinfeger prüfen. Erst dann ist klar, ob der Ofen die vorgegebenen Grenzwerte einhält oder nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Dezember 2019 | 06:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Dezember 2019, 05:00 Uhr

8 Kommentare

part vor 8 Wochen

Wissenschaftliche Test haben ergeben, das zwei Zigaretten mehr Feinstaub erzeugen als ein Diesel- LKW im Leerlauf. Reifen- und Bremsabrieb, natürliche Luftströmungen, bestimmte Drucker, Gülle in der Landwirtschaft, Schiffsverkehr, Luftverkehr auch militärisch verursachen ebenfalls Feinstaub. Weltweit werden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 5,6 Billionen Zigaretten pro Jahr gequalmt.

Norbert 56 NRW vor 8 Wochen

Ganz ehrlich, drauf gesch.... was mir hier einige sogenannte Umwelthilfen erzählen wollen. Dieser Abmahnverein hat nur sein eigenes Säckel im Blick und es interessiert dort keinen wirklich was mit der Umwelt passiert. Ich werde weiterhin meine Feuertonne im Garten anwerfen und mich absolut relaxt daran wärmen und es gut finden. Ebenso meinen Holzofen in der Werkstatt. Auch habe ich null schlechtes Gewissen dabei, es reicht jetzt langsam von mir aus kann die Klugscheißergeneration an rohen Möhren knabbern, und sich Löcher in ihre Schuhsohlen laufen, mir völlig humpe. Ich werde weiterhin so leben und da hindert mich weder die DUH oder Greta Thunfisch dran. Das Recht nehme ich mir einfach raus nach fast 42 Jahren Maloche, auch werde ich meine Harley nicht auf Eis legen, aber auf den Tag warte ich noch das in unserem Clubhaus die ersten Klimaretter auftauchen....

MDR Spinner vor 8 Wochen

Kamine sofort verbieten, alle Heizungen abschalten. Kochen nur noch mit der Sonne.
Die gesamte Industrie auf den Mond verlegen, nur so kann Deutschland die Welt retten.
Gott lass Hirn regnen
Wer bezahlt solche Spi........, einfach unfassbar.