Ein Fass mit einem Aufkleber "Lithium Batterien zur Entsorgung"
Lithium Batterien müssen im richtigen Müll landen, denn bei falscher Entsorgung kann es zu großen Schäden in Recyclingbetrieben kommen. Bildrechte: dpa

Recycling Lithium-Batterien dürfen keinesfalls in den Hausmüll

In Mittweida hat eine Recyclingfirma gebrannt, weil eine Lithium-Batterie im Plastikmüll gelandet war, wo sie nicht hingehört. Die falsche Entsorgung dieser Batterien macht der Abfallwirtschaft zunehmend Sorgen. Wie entsorgt man die Batterien also richtig?

von Stephan Zimmermann, MDR AKTUELL

Ein Fass mit einem Aufkleber "Lithium Batterien zur Entsorgung"
Lithium Batterien müssen im richtigen Müll landen, denn bei falscher Entsorgung kann es zu großen Schäden in Recyclingbetrieben kommen. Bildrechte: dpa

Der Groß-Brand durch eine Lithium-Batterie in Mittweida ist kein Einzelfall gewesen. Andreas Habel ist Experte für Batterien und Elektrogeräte beim Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE). Er stellt fest, dass das Problem wachse. Allein in der letzten Zeit habe der BVSE circa zehn Brände verzeichnet.

Brand-Risiko steigt

Mit dem Problem befasst sich auch eine Studie der Montanuniversität Leoben in Österreich. Die hält fest, dass "in kurz- und mittelfristiger Zukunft für abfallwirtschaftliche Betriebe ein ansteigendes Risiko zu erwarten ist, welches unter anderem durch den steigenden Anteil von Lithium-Batterien bedingt ist".

Immer mehr Produkte mit Lithium-Akkus

Lithium-Batterien enthalten besonders viel Energie und deswegen sind sie buchstäblich brandgefährlich. Das Problem dabei sind weniger die 1,5 Volt-Ionen-Akkus aus dem Radiowecker – es geht um größere Batterien.

Und davon gebe es immer mehr, sagt Andreas Habel. Zum Beispiel in Roboterrasenmähern, Motorsensen und Heckenscheren. Es gebe viele Produkte, die mit solchen Akkus laufen, und die würden in Zukunft bei den Recyclingbetrieben landen.

Batterien können leicht beschädigt werden

Hinzu kommen auch noch Akkus aus Elektrofahrrädern und E-Scootern – und diese Batterien fangen leicht Feuer, wenn sie beschädigt werden.

Das könne im Gelben Sack schnell passieren, da der Müll oft mit Pressmüllfahrzeugen abgefahren werde, erklärt Habel. "Das Material darin wird verpresst, dann kann es zu den Beschädigungen an den Akkus kommen und das führt zu Bränden."

Trotzdem landen immer wieder Lithium-Batterien im Gelben Sack oder im Restmüll. Für Österreich gibt es eine Schätzung, die kommt immerhin auf gut 700 Tonnen Batterien, die pro Jahr im Hausmüll landen.

Betriebe sollten Vorsorgemaßnahmen treffen

Batterien im Supermarkt
Richtig recyceln: Batterien können kostenlos beim Hersteller abgegeben werden oder im Supermarkt, wo man sie auch gekauft hat. Bildrechte: dpa

André Albrecht kennt das Problem auch. Er ist Geschäftsführer beim Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen.

Er sagt, man könne nicht jede Lithium-Batterie aus dem Müll fischen, da müsse man anders vorsorgen. So habe man in den letzten zwei Jahren viel in Brandschutztechnik gesteckt. "500.000 Euro sind investiert worden, in Wärmebildtechnik, in Rauchmeldetechnik. Und selbst Löschschaumkanonen sind installiert worden, um dann Sofortmaßnahmen einleiten zu können."

Stärker über Gefahren aufklären

Eine weitere Lösung ist mehr Aufklärung und die fordert Andreas Habel vom BVSE auch von den Herstellern, denn der Verbraucher werde nicht aufgeklärt, wie gefährlich die Produkte sein könnten. Die verantwortlichen Hersteller müssten viel mehr Informationsarbeit leisten, fordert Habel.

Die richtige Entsorgung

Dabei sind die Regeln eigentlich ganz einfach: Der Verbraucher kann die Batterien zum Händler zurückbringen. Das gilt auch für kleinere Elektrogeräte, in denen die Akkus fest verbaut sind. Ansonsten kann man das alles auch bei den Recyclinghöfen der Kommunen kostenlos abgeben. Nur in den Gelben Sack oder in den Restmüll gehört nichts davon.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. August 2019 | 06:53 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2019, 05:00 Uhr